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Den Umgang mit Waffen lernen die Kneißl-Kinder (v. l.) Alois (Leander Fleckenstein), Hias (Christian Roth-Kindler) und Kathi (Luisa Fleckenstein) schon sehr früh.

Ferien beim Kultursommer

Familie Fleckenstein im Theaterfieber

Farchant - Verreisen kann jeder. Das Ferienprogramm einer Farchanter Familie ist derweil etwas ganz Besonderes. Es findet auf der Theaterbühne statt: Dr. Martin, Dr. Heidi, Luisa und Leander Fleckenstein spielen alle voller Begeisterung in der Kultursommer-Inszenierung „Räuber Kneißl“ mit.

Verkleiden, das ist nichts für Leander Fleckenstein. Deshalb mag er den Fasching auch gar nicht. Und deshalb war er ziemlich skeptisch, als er hörte, was in diesen Sommerferien ansteht. Mit seinen Eltern, Dr. Martin und Dr. Heidi Fleckenstein, sowie seiner Zwillingsschwester Luisa sollte er Theater spielen. Eine Idee, von der er erst einmal gar nichts hielt. „Wir mussten ihn sehr überreden“, erzählt Luisa. Nach zwei Proben war aber klar, dass Leander wie der Rest seiner Familie vom Theatervirus befallen ist. Inzwischen steht der Neunjährige mit Feuereifer auf der Bühne der Bayernhalle in Garmisch-Partenkirchen und fühlt sich rundum wohl im Räuber-Kneißl-Team. Dafür nimmt er auch – zähneknirschend – in Kauf, dass er geschminkt werden muss.

Auf ihr Ansehen bedacht: Mathilde Lorenz (Heidi Fleckenstein, l.) und die Flecklbäuerin (Marie-Teres Pfefferle).

Das Experiment ist geglückt. Die Fleckensteins genießen ihre etwas anderen Sommerferien. Und haben dafür auf eine längere Reise verzichtet. Vier Tage Gardasee, mehr war nicht drin zwischen Proben und Vorstellungen. Bereut hat’s keiner von ihnen. Vielmehr steht fest, dass die Farchanter für künftige Unternehmen nur noch im Vierer-Pack buchbar sind. „Jetzt haben alle Blut geleckt“, sagt Martin Fleckenstein schmunzelnd. Für den Kardiologen ist’s das fünfte Engagement beim Kultursommer. In „Lokalbahn Partenkirchen-Garmisch“, „Meister Eder und sein Pumuckl“, „Der Talismann“ und im „Lumpazivagabundus“ spielte er mit – ohne Familie. „Das war eine Gratwanderung“, erinnert er sich. Zum einen musste er die Proben parallel zur Arbeit in der Praxis stemmen, zum anderen galt es, seinen Lieben gerecht zu werden. Seine Frau, die am Werdenfels-Gymnasium Deutsch und Französisch unterrichtet, und die Kinder hatten schließlich Ferien und wollten etwas von ihm haben.

Der Preis stimmt: Der Bauer (Martin Fleckenstein, r.) kauft Matthias Kneißl (Josef Eder) ein gewildertes Reh ab.

Eine Zwickmühle, in der Fleckenstein heuer nicht steckt. Eben, weil die ganze Familie auf der Bühne steht – er in verschiedenen Rollen als Bauer, Richter, Polizist, Schreinermeister und Arzt, seine Frau als Mathilde Lorenz, die Mutter von Kneißls Freundin, und seine Kinder als Alois und Kathi Kneißl in jungen Jahren. Nachdem die Geschichte über den Wilderer, Räuber und Mörder, der seine Verbrechen mit dem Leben bezahlte, wahrlich keine leichte Kost ist, hat das Ehepaar im Vorfeld mit den Zwillingen viel über das Stück geredet. Auch wenn den Kindern, die jetzt in die vierte Klasse kommen, klar ist, dass der Hias alles andere als ein Unschuldslamm ist, gehören ihre Sympathien doch ihm.

Vielleicht liegt’s auch daran, dass sich beide ganz hervorragend mit Max Pfnür, der die Titelrolle spielt, verstehen. „Er wollte sie schon adoptieren“, erzählt Heidi Fleckenstein und lacht. Für die Gymnasiallehrerin, die als Schülerin und Studentin viel Theater gespielt und dabei ihren Mann kennengelernt hat, war es schön, zu beobachten, wie ihr Nachwuchs im Team integriert wurde. „Alle haben sie unter ihre Fittiche genommen, Katja Lechthaler ist für sie die Bühnenmama.“ Auch der Mediziner ist erleichtert, wie hervorragend sich Luisa und Leander im Ensemble eingefunden haben. „Wahnsinn, wie gut sie in ihre Rollen reingewachsen sind, die spielen das ganz souverän runter, völlig diszipliniert.“ Während Heidi Fleckenstein hinter der Bühne beobachtet, was ihre Kinder machen, haben Martin Fleckenstein und seine Tochter eine kleine Szene zusammen. „Da frag’ ich sie, wo denn der Vater sei“, sagt er. Und erinnert sich, dass er bei der ersten Probe gedacht hat: „Der steht doch vor dir.“ Ausgesprochen hat er’s freilich nicht, schließlich ist er Profi. Solche Situationen sind es, die die Familie noch immer zum Lachen bringen. „Lustig ist auch, die Mama und den Papa in ihren Kostümen zu sehen“, sagt Leander. Seine Skepsis ist längst verflogen. Für seinen Part als Alois, den er sich mit Tobias Zehentbauer teilt, verkleidet er sich mittlerweile sogar richtig gern.

Weitere Vorstellungen

von „Räuber Kneißl“ stehen am 11., 16., 17. und 18. September jeweils um 19.30 Uhr in der Bayernhalle auf dem Spielplan. Karten im Vorverkauf gibt’s bei GAP-Ticket, beim Kreisboten sowie bei allen Stellen von München-Ticket.

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