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Stark vor Ort: (v.r.) Peter Lingg, Vorsitzender des Regionalausschusses, und Klaus Hofbauer, der Geschäftsführer der IHK Weilheim.

Viele zentrale Themen

IHK-Chef Lingg will die heimische Wirtschaft stärken

Garmisch-Partenkirchen - Seit vier Monaten führt Peter Lingg das IHK-Gremium Garmisch-Partenkirchen. Nach zwei Sitzungen hat er erkannt, welch weites Feld es zu beackern gilt, damit der Landkreis, der wirtschaftlich beileibe kein Musterknabe ist, prosperieren kann.

Die vergangenen Monate waren für Peter Lingg ereignis- und arbeitsreich. Viel zu tun hatte er schon in den zurückliegenden Jahren als Vorstand der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen. Langeweile plagte ihn nie. Nach dem Ausscheiden von Georg Fink rückte er auf dessen Posten als Vorstandsvorsitzender des Finanzinstituts. Damit nicht genug: Von Gerhard Lutz hat er im Juni auch noch den Vorsitz des IHK-Gremiums Garmisch-Partenkirchen übernommen. „Die vergangenen Monate waren sehr intensiv“, sagt der 52-jährige gebürtige Kemptener, der seit vielen Jahren in Garmisch-Partenkirchen zu Hause ist. Den größten Teil seiner Energie investiert er in die Kreissparkasse, fünf Prozent davon nimmt die IHK in Anspruch. „Das ist verkraftbar.“ Eine leichte Aufgabe hat Lingg nicht übernommen. Schließlich ist der Landkreis wirtschaftlich nicht gerade ein Musterknabe. Doch der neue Vorsitzende ist überzeugt davon, dass er gemeinsam mit seinen Gremiumsmitgliedern „etwas bewegen kann“. Die ersten beiden Sitzung empfand er als von Herzlichkeit und Sachverstand geprägt. „Wir haben ein Fundament gelegt und bestehende Themen weiterentwickelt.“ Breitbandversorgung sowie Standortsicherung – das sind die zentralen Arbeitsfelder, die er beackern will. „Wir werden uns ohne Wenn und Aber für die Interessen der heimischen Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit einsetzen“, erläutert Lingg. Eine wichtige Rolle wird dabei der noch engere Dialog mit der Politik spielen. Er ist sich bewusst, „dass wir nur gemeinsam Lösungen für die Probleme erarbeiten können, die uns in der Region unter den Nägeln brennen.“ Als besonders drängend bezeichnet Lingg das Thema bezahlbarer Wohnraum – vor allem angesichts eines Mietwohnungsmarkts, der stark vom Tourismus geprägt ist. „Wer im Landkreis Arbeit findet, muss hier wohnen können. Ansonsten wird die Suche nach geeigneten Fachkräften noch schwieriger“, meint er. Die Probleme, gut ausgebildetes Personal zu finden, lassen sich auch durch Flüchtlinge in Zukunft nur in einem bescheidenen Rahmen lösen. Davon ist Klaus Hofbauer überzeugt. Der Geschäftsführer der IHK Weilheim gibt sich keinen Illusionen hin, er ist Realist. „Unseren Fachkräftemangel können sie nicht beheben. Dennoch müssen wir alles versuchen, um junge Flüchtlinge in Arbeit zu bringen“, sagt er. Damit das gelingt, habe man einen Integrationspakt geschlossen. Die IHK schickt Integrationsberater, davon beschäftigt sie vier, in die Betriebe, um zu helfen. Der Bedarf scheint groß zu sein. „Sie sind ständig unterwegs“, sagt Hofbauer. Wahrscheinlich auf der Straße und der Schiene. Infrastrukturmaßnahmen stehen auf der Agenda des Garmisch-Partenkirchner IHK-Gremiums ebenfalls ganz weit oben. Der Ausbau und die Verbesserung der Mobilität ist ein ebenfalls wichtiges Thema. „Unsere Infrastruktur muss sich dem wachsenden Verkehrsaufkommen anpassen und darf dem wirtschaftlichen Wachstum in der Region kein Hindernis sein. Nur so können wir unseren Standort sichern“, resümiert Lingg.

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