Gute Unterhaltung: Edi Schönach spielt mit seinen Musikanten im Shuttlebus.
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Gute Unterhaltung: Edi Schönach spielt mit seinen Musikanten im Shuttlebus.
Hämmern und Sägen: Ludwig Grünauer arbeitet mit seinen Söhnen Leonhard (5) und Lorenz (2) an einer Gams aus Holzlatten.
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Hämmern und Sägen: Ludwig Grünauer arbeitet mit seinen Söhnen Leonhard (5) und Lorenz (2) an einer Gams aus Holzlatten.
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Das Konzept "Lebendige Werkstatt" im Ortsteil Partenkirchen ist bei Besuchern gut angekommen.
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Das Konzept "Lebendige Werkstatt" im Ortsteil Partenkirchen ist bei Besuchern gut angekommen.
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Das Konzept "Lebendige Werkstatt" im Ortsteil Partenkirchen ist bei Besuchern gut angekommen.
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Das Konzept "Lebendige Werkstatt" im Ortsteil Partenkirchen ist bei Besuchern gut angekommen.

Das war geboten

"Lebendige Werkstatt" - Partenkirchen zeigt, was es kann

Garmisch-Partenkirchen - Hämmern und Sägen, Figuren aus Bleck und vieles mehr: Das Konzept "Lebendige Werkstatt" im Ortsteil Partenkirchen ist bei Besuchern gut angekommen. Ziel ist, den Ortsteil zu beleben. 

Hämmern und Sägen, Schweißen und Gießen, Messen, Zeichnen, Backen, Schnitzen und Malen: Die Ludwigstraße machte am Samstag ihrer Werbegemeinschaft „Partenkirchen erleben“ alle Ehre. Denn an diesem Tag zeigte der historische Ortsteil in allen Variationen, was er kann: Er kann Handwerk auf Meisterniveau. Darum war auch die Premiere der neuesten Partenkirchner Errungenschaft ein großes, quirliges Fest: Die „Lebendige Werkstatt“, von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) aus der Taufe gehoben, feierte nämlich fröhliche Urständ.

Zu den Klängen der vier Werdenfelser Bläser unter Leitung von Edi Schönach hatte Marco Wanke, der nach der „Weißen Nacht“ nun das „Werkstatt-Fest“ arrangierte, schon eingangs darauf hingewiesen, dass es Sinn und Zweck dieses Handwerker-Bündnisses sei, Partenkirchen weiter zu beleben. „Partenkirchen hat in Gestalt sehr vieler Handwerksbetriebe auf sehr engem Raum ein Alleinstellungsmerkmal, aus dem die Werbegemeinschaft mit ihren Vorsitzenden Toni Krätz und Franz Kässer die Idee der ,Lebendigen Werkstatt’ entwickelt hat.“

In ihren Eröffnungsworten erzählte die Bürgermeisterin die Entwicklungshistorie der neuen Belebungs-Aktion: Vor eineinhalb Jahren bereits seien in einem Forum die Stärken der Straße erörtert worden. Schnell sei man aufs Handwerk mit seinem vielfältigen Angebot gekommen. „Als dann auch noch die Familie Kässer viel Geld in die Hand nahm und in der Ludwigstraße ihre Chocolaterie eröffnete, war das für uns der Aufhänger, mit viel Überzeugungsarbeit und Besuchen bei den Geschäftsleuten all dies zusammen mit der Werbegemeinschaft unter den Hut einer ,Lebendigen Werkstatt’ zu bringen. Heute ist der Startschuss.“ Seit vielen Jahren habe man ja immer wieder versucht, diesen Ortsteil zu beleben, ergänzte Tourismusdirektor Peter Ries. „Das ist jetzt mit diesem thematischen Konzept gelungen. Ich bin fest überzeugt, dass es funktionieren wird.“

Gute Unterhaltung: Edi Schönach spielt mit seinen Musikanten im Shuttlebus.

Unter Führung von Initiator Kässer und Meierhofer ging’s hinein in einige besonders exemplarische Werkstätten – zunächst in der Badgasse: Dort gibt’s seit 200 Jahren die Schuhmacherei Bernhard Berwein. Der Chef schilderte zwischen seinen großen Ledernähmaschinen die Entstehung eines handgemachten Haferlschuhs aus bestem Boxcalf-Leder. Zudem erzählte er stolz von der Erfindung seines Vaters, der anlässlich Olympia 1936 den doppeltgeschnürten Skistiefel entwickelt hatte und ihn patentieren ließ. Genauso interessant auch ein paar Häuser weiter die aufwändige Arbeit von Schreiner Hannes Neuner, der aus wertvollem alten Eichenholz massive Tische, Stühle und Bänke fertigt, um sie schließlich mit mehreren Schichten sorgfältig aufgetragenem Öl zu veredeln.

Am Beginn der Ludwigstraße konnte man die Orthopädiewerkstatt von Florian Metzner im Schuhhaus Wittmann mit teils hundert Jahre alten Maschinen unter die Lupe nehmen. Wie es gelingt, Skischuhe ganz nach Maß zu fertigen, zeigte man bei „Boot-Performance“. In Richtung Kirche fertigte Schlosser und Edelstahlkünstler Herbert Saller mit Feuer und Hammer kleine Märchenfiguren für die Kinder. Gleich daneben betätigte sich Johannes Benedikt Lipf alias „Lomax’58“ als Riesen-Porträtmaler. Ein paar Meter weiter führte Töpferin Uschi Winsi den Werdegang von Figuren und Services aus Ton vor, weiter unten galt’s in der duftenden Seifensiederei von Daniela Palmberger und Reinhold Schuhmann das Gießen von Badepralinen zwecks genussvoller Körperpflege zu bewundern.

Am Kirchplatz war obendrein der Bildhauer Franz Jäger zugange und gestaltete aus einem wirren Haufen Holzlatten in ein paar Stunden einen Riesen-Steinbock von 3,20 Meter Länge und 2,50 Meter Höhe. Zwischendrin verkehrte auch ein amerikanischer Oldtimer-Schulbus, der als Shuttle die ganze Piste der „Lebendigen Werkstatt“ abfuhr, denn die reicht schließlich bis zum Bahnhof. Auch dort und sogar an der Mittenwalder Straße sind einige der Handwerksbetriebe angesiedelt – beispielsweise der Geigenbauer Markus Grill oder an der Mittenwalder Straße der Bildhauer Thomas Leismüller. Denn natürlich seien auch im weiteren Umkreis spannende Werkstätten und Ateliers, verdeutlichte Kässer.

38 Handwerksbetriebe vom Schreiner bis zur Alpentascherl-Schneiderin haben sich zur „Lebendigen Werkstatt“ zusammengetan. Doch weil sie nicht ständig für Zuschauer da sein können, öffnen sie ihre Werkstätten nur zu bestimmten Zeiten für Programme, Vorführungen und Blicke hinter die Kulissen. Eine handliche Broschüre, die überall in der Ludwigstraße sowie bei der Tourist-Info aufliegt, listet in Wort und Bild genau auf, wann wo was zu erleben ist.

Wolfgang Kaiser

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