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Ende-Biographin Birgit Dankert (l.) bei der Präsentation ihres Buches ein, bei der sie Schauspielerin Stefanie von Poser unterstützt.

21 Jahre nach seinem Tod gibt es nun eine Biographie

Michael Ende - ein Suchender gefangen in Phantásien

Garmisch-Partenkirchen - Mit seinen fantastischen Helden wurde Michael Ende zum erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftsteller der Nachkriegszeit: Die Abenteuer von Jim Knopf, Momo und Bastian Balthasar Bux werden auch heute noch verschlungen. Der Schriftsteller war aber weit mehr als ein Autor von Kinder- und Jugendliteratur, was die Biographie von Birgit Dankert einfühlsam belegt.

Die Suche nach seiner Identität prägte Michael Endes Leben. Davon ist Birgit Dankert überzeugt. Der „Spiegel im Spiegel – ein Labyrinth“, Geschichten, die 1984 nach Zeichnungen seines Vaters Edgar Ende veröffentlicht wurden, sind für sie ein Zeugnis dieser Suche. Der Schöpfer fantastischer Welten, der mit seinen Büchern Jim Knopf, Momo und „Die unendliche Geschichte“ Welterfolge feierte, wollte doch so viel mehr sein als ein Autor von Kinder- und Jugendliteratur. „Er interessierte sich sehr für Poetik, für Theatertheorien“, erzählt Dankert bei der Präsentation ihres Buches „Michael Ende: Gefangen in Phantásien“ im Rahmen des Kultursommers in Garmisch-Partenkirchen. Kein Wunder, schließlich „wollte er Theaterschriftsteller werden, beziehungsweise glaubte schon als 21-Jähriger, das wirklich zu sein.“ Bis zu seinem Tod 1995 sei Endes stetes Bestreben gewesen, wunderbare symbolhafte Theaterstücke und surrealistische Prosa zu schreiben. Das habe er auch getan – „aber er war damit leider nicht so erfolgreich“ wie mit besagten Bestsellern.

Für Dankert, die dem gebürtigen Garmisch-Partenkirchner 1968 erstmals begegnet war und die auf ein langes berufliches Miteinander zurückblicken kann, ist seit „der Beschäftigung mit der Biographie klar, was für ein irrsinniges Stehaufmännchen er war – trotz vieler Misserfolge“. Nach Gesprächen mit Freunden, Weggefährten, aber auch Kritikern und nach der Auswertung umfangreichen Archivmaterials hat die frühere Professorin für Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Fachhochschule Hamburg ein äußerst einfühlsames Porträt des Künstlers gezeichnet. Was ihr dabei sicher half, war die „Carte blanche, die mir seine Witwe Mariko Sato-Ende für meine Recherchen erteilte“.

21 Jahre nach Endes Tod gibt es nun eine Biographie über den Autor. Die erste über einen Mann, mit dessen Werk sich schon viele beschäftigten und von dem umfangreiche Veröffentlichungen vorliegen. Dankert eröffnet neue Zugänge zu dem Schriftsteller, dessen Werk nun schon in der dritten Lese-Generation verschlungen wird. Im Dritten Reich ist er in einem Künstler-Haushalt und anthroposophischem Umfeld groß geworden – Umstände, die ihn zeitlebens nicht losließen. Seine Beziehung zu seinem Geburtsort spielt dabei ebenso eine Rolle, wie die zum Vater, dem surrealistischen Maler Edgar Ende. Seine Heimat fand Michael Ende in der Sprache, in der Fantasie. Der Beleg dafür ist beispielsweise dieses Zitat aus dem „Gauklermärchen“, das Schauspielerin Stefanie von Poser neben anderen Texten mit ausdrucksstarker Stimme vorträgt: „Was du nicht kennst, das, meinst du, soll nicht gelten? Du meinst, dass Phantasie nicht wirklich sei? Aus ihr allein erwachsen künftige Welten: In dem, was wir erschaffen, sind wir frei!“

Ihr Buch an dem Ort zu präsentieren, an dem der Anfang vom Ende spielt, ist auch für Dankert etwas Besonderes. „Man spürt hier ein Ende-Bild, eines, das liebend einen Sohn der Gemeinde ehren will“, meint sie. Das Niveau, auf dem Garmisch-Partenkirchen das Andenken des Schriftstellers pflege, sei sehr hoch „und von wertvoller Erinnerungskultur geprägt“. An seinem Geburtsort erlebte er seine unbeschwerten ersten drei Jahre im Bunten Haus an der Bahnhofstraße, hierher kehrte er im Rahmen der Kinderlandverschickung 1943 zurück und schließlich pflanzte er 1990 im Kurpark, der heute seinen Namen trägt, eine Kaiserlinde.

Die Biographie

„Michael Ende: Gefangen in Phantásien“ von Birgit Dankert ist im Lambert-Schneider-Verlag erschienen (ISBN 978-3-650- 40122-9) und für 24,95 Euro im Buchhandel erhältlich.

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