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Michael Ende (M.) pflanzt eine Kaiserlinde im Garmischer Kurpark.

So könnte die Gemeinde den Schrifsteller vermarkten

Michael-Ende-Zentrum im Kurhaus?

Garmisch-Partenkirchen - Wie geht es mit dem Kurhaus Garmisch weiter? Darüber berät der Tourismusausschuss in nichtöffentlicher Sitzung. Die Idee für Foto-Ausstellungen erachtet mancher noch als verfrüht.  

Seine Bücher werden auf der ganzen Welt gelesen. Michael Ende zählt zu den erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautoren. Und er ist fest verwurzelt in Garmisch-Partenkirchen. Für Claudia Zolk (CSB) ist es „ein Geschenk“, dass der Schöpfer von „Die unendliche Geschichte“, „Momo“ und „Jim Knopf“ in der Marktgemeinde das Licht der Welt erblickt hat. „Das müssen wir nutzen“, findet die Gemeinderätin, die auch im Tourismusausschuss sitzt. Und ausbauen. Wie, damit beschäftigt sich das Gremium am Donnerstag – nichtöffentlich.

Der Kurpark und der Platz vor der Spielbank im Garmischer Zentrum sowie eine Tafel an der VR-Bank Werdenfels zur Erinnerung an sein Geburtshaus zeugen schon von seiner Beziehung zum Ort. Die Ausstellung „Der Anfang vom Ende“ im Garmischer Kurhaus ist ein weiterer Baustein hin zu einem Michael-Ende-Zentrum. Dafür hat sein Nachlass-Verwalter Roman Hocke auch wahre Schätze von dem Schriftsteller und dessen Vater, dem surrealistischen Maler Edgar Ende, nach Garmisch-Partenkirchen geschickt. Diese Werke angemessen zu präsentieren, ist eine Aufgabe, der sich die Gemeinde stellen muss.

Nachdem ein Michael-Ende-Zentrum angesichts knapper Kassen nur schrittweise realisiert werden kann, „sollten wir klären, wie wir das Vorhandene richtig zeigen“, sagt Tourismusdirektor Peter Nagel. Er kann sich durchaus vorstellen, das Kurhaus allein den Endes und ihren fantastischen Welten zu widmen. Sollte diese Möglichkeit zum Tragen kommen, „gilt es, Alternativen für die Künstlervereinigungen zu prüfen“. Deren Mitglieder können derzeit noch ihre Arbeiten im Erdgeschoss der Villa ausstellen.

Ehe es jedoch dazu kommt, ist das Votum im Tourismus-Ausschuss erforderlich. „Und wir müssen das Gespräch mit Herrn Hocke suchen“, betont Nagel. Ein Vorgehen, das auch Hermann Guggemoos (CSU) empfiehlt. Für ihn ist es an der Zeit, „endlich Nägel mit Köpfen zu machen“. Entscheidend im jetzigen Stadium sei zudem, sich nicht zu verzetteln. Genau diese Gefahr sieht er aber, wenn er an den Vorstoß seines Gemeinderatskollegen Dr. Christoph Elschenbroich (parteifrei) denkt. Der möchte das Kurhaus für Foto-Ausstellungen nutzen. „Ich bin ein Feind der Permanenz, die jede Aktualität vermissen lässt“, sagt Elschenbroich. Daher hält er wenig von Dauerausstellungen. Ein Konzept für seine Idee samt Klärung der technischen und ökonomischen Fragen würde er erarbeiten – vorausgesetzt, der Gemeinderat beauftragt ihn damit.

Für Guggemoos und auch für Zolk ist dieses Vorgehen „ein Schnellschuss“. Sie raten dringend dazu, zunächst ein Konzept in Sachen Ende zu erstellen und erst dann weitere Kunstaktionen zu thematisieren. Daran liegt Kulturreferent Robert Allmann (SPD) ebenfalls, der zu viele Einzel-Bausteine „nicht zielführend“ findet. „Stückwerk bringt uns nicht weiter.“ Der Markt sei bereits unter Federführung des früheren Bürgermeisters Thomas Schmid (CSB) die Verpflichtung eingegangen, sich dem Erbe von Ende zu widmen. „Dafür müssen wir endlich ein Gesamtpaket mit allen Beteiligten schnüren“, fordert er. Der Schriftsteller und sein Werk seien es wert „und stehen uns gut zu Gesicht“. Dazu kommt, dass Michael Ende durch seinen direkten Bezug zu Garmisch-Partenkirchen auch authentisch vermarktbar ist. „Das ist eine Marke, mit der wir touristisch werben können“, unterstreicht Nagel. Die gilt es nun, langfristig zu sichern und vor allem im Ort wesentlich sichtbarer zu machen.

Tanja Brinkmann

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