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Neues Wohlfühl-Klima im Riessersee Hotel Resort: (v. l.) die Mitarbeiter David Buske, Stefanie Conzelmann, Tamara und Alex Wiest, Harald Stasta und Dejan Panic.

Gewerkschaft erleidet Schiffbruch

Belegschaft im Riessersee Hotel lehnt Betriebsrat ab

Garmisch-Partenkirchen - Die Belegschaft des Riessersee Hotel Resorts hat sich gegen die Bildung eines Betriebsrats ausgesprochen. Der Grund: Die Mitarbeiter fühlen sich wohl in dem Vier-Sterne-Superior-Haus – was in der Vergangenheit nur selten der Fall gewesen sein soll.

Für Klaus Brinnig war es ein Nachmittag, den er sich im Nachhinein lieber erspart hätte. Der Sekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aus Rosenheim war am Mittwoch ins Riessersee Hotel Resort gekommen, um im Rahmen einer Wahlversammlung für einen Betriebsrat zu werben – und erlitt Schiffbruch. Als er fragte, ob denn eine Arbeitnehmervertretung gewünscht werde, blieben die rund 40 anwesenden Beschäftigten still, es hob niemand seinen Arm.

Die Stimmung, die Brinnig entgegenschlug, war eiskalt und bewegte sich gefühlt nahe dem absoluten Nullpunkt. Der Gewerkschaftssekretär, der mit Vorwürfen von Mobbing schwerwiegende Anschuldigungen gegen die Hotelleitung erhoben hatte, musste zurückrudern und stellte fest: „Die Mitarbeiter wollen keinen Betriebsrat.“ Und er hat erkannt, „dass wir nicht aufs richtige Pferd gesetzt haben. Unsere Informationen stammen offenbar aus Quellen, die falsch sind“.

Personal auf rund das Doppelte angewachsen

Das Personal, das unter der neuen Chefs des Vier-Sterne-Superior-Hauses, Geschäftsführerin Dörte Mäder und Hoteldirektor Michael Kirchhoff, von rund 40 auf das Doppelte angewachsen ist, fühlt sich pudelwohl. „Weil jetzt die Arbeitszeiten eingehalten werden, genug Personal da ist und dadurch die Stimmung stimmt“, sagt Alex Wiest, der im Service tätig ist. Vor der Mäder- und Kirchhoff-Zeit soll das anders gewesen sein, sollen die Vorwürfe, die Brinnig erhoben hat, zugetroffen sein. Das bestätigen die Beschäftigen David Buske, Stefanie Conzelmann, Tamara Wiest, Harald Stasta und Dejan Panic im Tagblatt-Gespräch, die damals schon im Haus am traditionsreichen Riessersee gearbeitet haben. Sie erzählen davon, dass in den zurückliegenden Jahren sogar einer der vielen Hoteldirektoren, die sich in rascher Folge die Klinke in die Hand gaben, und dessen Frau die Zimmer putzten, „weil wir chronisch unterbesetzt waren“. Dejan Panic, Supervisor Restaurant & Bar, berichtet, dass er damals bis zu 150 Gäste alleine zu bedienen hatte.

Geschichten dieser Art kennt auch Brinnig, der sich nach der Versammlung, in deren Verlauf er sich bei den Beschäftigten für sein zu forsches Vorgehen entschuldigt hatte, mit Mitarbeitern unterhielt. „Sie berichteten mir, dass sie vor eineinhalb Jahren sehr wohl einen Betriebsrat gebrauchten hätten. Jetzt sei er nicht mehr nötig. Wir sind wohl einer Fehlinformation aufgesessen.“

Man pflegt den offenen Umgang

Der Gewerkschafter fühlt sich jetzt benutzt und sieht den guten Namen der NGG beschmutzt. Seine Erkenntnis: „Durch uns sollten wohl alte Rechnungen beglichen werden.“ Ähnliche Vermutungen hegen David Buske, der Verkaufsleiter des Riessersee Hotel Resort, und Panic. Sie glauben, dass ehemalige Führungskräfte versuchen, Hotel und die neue Geschäftsführung in einem schlechten Licht darzustellen und den Aufwärtstrend, den das Haus erlebt, madig zu machen. Dass ihnen das über die Mitarbeiter nicht gelingen wird, machen diese deutlich. „Nach einer Diktatur“, so Buske, werde jetzt der offene Umgang gepflegt.

Das sei ein Verdienst von Mäder und Kirchhoff, deren Namen in der Branche einen guten Klang haben. Und die nicht nur in der Mitarbeiter-, sondern auch in der Gästezufriedenheit viel erreicht haben. Die Bewertungen in den einschlägigen Online-Portalen sollen nach oben geschnellt sein. Mäder versucht, dem Riessersee Hotel Resort ein neues Image zu verpassen. Weg vom Wellness-, hin zum Sporthotel. Unterstützung auf diesem Weg erhält sie von ZDF-Sportredakteur Peter Kaadtmann (65), „der bei einer Veranstaltung einmal mein Tischherr war“.

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