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Ist dem Ansturm der vielen islamischen Gläubigen nicht mehr gewachsen: die Moschee an der Burgstraße.

Moschee platzt aus allen Nähten

Gebetshaus soll vergrößert werden

Die Türkisch-Islamische Gemeinde Garmisch-Partenkirchen plant, ihr Gebetshaus um- und anzubauen, um die räumliche Enge, die durch den großen Anstieg an Gläubigen entstanden ist, zu beheben. Der Bauausschuss des Gemeinderats hat die Voranfrage positiv beschieden.

Das Gebäude an der Burgstraße 41 in Garmisch-Partenkirchen ist ein schmuckloser und wenig repräsentativer Funktionsbau. Dass es sich dabei um eine Moschee handelt, macht nur das kleine Minarett deutlich, das vor dem terrakottafarbenen Haus steht. Da die Türkisch-Islamische Gemeinde in den vergangenen Jahren zahlenmäßig enorm zugelegt hat – rund 500 Männer, Frauen und Kinder sollen das Freitagsgebet besuchen –, platzt es aus allen Nähten. Das will der Verein Ditib, der das Gotteshaus betreibt, ändern. Vorsitzender Ömer Anilir, der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, hat im Bauausschuss des Gemeinderats nun eine Bauvoranfrage gestellt, damit die Moschee umgebaut und durch einen Anbau erweitert werden kann, um die räumliche Enge zu beheben. „Die Gemeinde wird dem Ansturm nicht mehr Herr“, sagt Jörg Hahn, Chef des Garmisch-Partenkirchner Bauamts, der durch die Vielzahl an Gläubigen, die sich in den Räumen drängen, schon Konflikte mit dem Brandschutz sieht.

Die Situation in dem Gotteshaus ist Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) schon lange bekannt. Vertreter der Türkisch-Islamischen Gemeinde hatten gleich nach ihrem Amtsantritt eine ihrer ersten Bürgersprechstunden besucht und sie auf das Problem hingewiesen – und dass sie nicht unbedingt auf das Gebäude an der Burgstraße fixiert sind. Sie waren Meierhofer zufolge auch an dem ehemalige BRK-Haus an der Fürstenstraße interessiert, das sich im Besitz der Marktgemeinde befindet. „Wir haben uns gegen einen Verkauf entschieden“, sagt die Rathaus-Chefin. Mittlerweile wird die ehemalige Zentrale des Bayerischen Roten Kreuzes saniert. Die Gemeinde hat sie ans Landratsamt vermietet. Die Kreisbehörde will in den 420 Quadratmetern – verteilt auf 16 Zimmer – bis zu 30 Asylbewerber unterbringen.

Statt Umbau und Anbau präferierten einige Gemeinderäte zunächst einen Umzug. Allerdings gab Alois Maderspacher (CSU) zu bedenken, dass man in fünf Jahren vor denselben Schwierigkeiten stehe, da die islamische Gemeinde weiter wachsen werde, „wir aber kein anders Platzerl“ haben. „Weil wir alles verkauft haben“, bestätigte Meierhofer. Was Florian Hilleprandt (CSB) nicht gefiel, ist die Tatsache, dass bei einer Moschee – ähnlich einer Kirche – die Grundflächenzahl (GRZ) und die Geschossflächenzahl (GFZ) großzügiger ausgelegt werden als es das Baurecht bei einem privaten Bauherrn gestattet. „Ich würde das nicht empfehlen“, meinte der CSB-Fraktionsvorsitzende. „Das birgt politischen Sprengstoff.“ Null Toleranz gilt hingegen für das Minarett, das erhöht werden sollte. Es bleibt laut Meierhofer auf der jetzigen Größe.

Nach einer kontroversen Diskussion, in der vor allem der Rückbau Thema war, falls das Gebäude in einigen Jahren wieder zu klein wird und man sich für einen Neubau andernorts entscheidet, brachte erst ein Vorschlag von Bauamt-Mitarbeiterin Sabine Ostler den Durchbruch. Sie schlug vor, eine Sicherheitsleistung von der Türkisch-Islamische Gemeinde Gemeinde zu verlangen. Dieser Anregung stimmten bis auf Maderspacher alle Ausschussmitglieder zu, so dass der Bauvoranfrage positiv beschieden wurde.

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