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200 Scheine in zwei Minuten

Nach Bergbahn-Einbrüchen: Bedenken vor Einzahlautomaten

Landkreis - Vier Bergbahn-Talstationen haben Einbrecher bereits im Landkreis Garmisch-Partenkirchen heimgesucht. Geld lässt längst keiner der Betreiber mehr in seinen Büros. Aber wohin können sie die Einnahmen bringen? Eine Möglichkeit sind die Einzahlautomaten der Banken.

Hunderte oder gar tausende Euro im Geldbeutel – eine Situation, in die man in Zeiten von EC- und Kreditkarten selten kommt. Schleppt man doch einmal so viel Bargeld mit sich herum, ist das nicht unbedingt ein beruhigendes Gefühl. Die Angst, die Scheine und Münzen zu verlieren oder Opfer eines Diebs zu werden, überwiegt. Kein Wunder, dass es auch Mitarbeitern von Bergbahnen nicht wohl dabei ist, wenn sie die Einnahmen eines perfekten Ausflugstags zur Bank tragen und dann peu à peu den Einzahlautomat damit füttern sollen. Eine Kassenkraft, die namentlich nicht genannt werden will, bestätigt, „dass ich und meine Kollegen das nicht machen. Wir weigern uns, das Geld nach Betriebsschluss zur Bank zu bringen“.

Nachdem aber gerade die Betriebsgebäude von Bergbahn-Talstationen ein beliebtes Ziel von Einbrechern sind – viermal hat die Bande bereits im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zugeschlagen – ist guter Rat teuer. „Wirklich ungünstig ist, dass die Banken ihre Nachttresore abgeschafft haben“, betont Klement Fend. „Und zwar hopplahopp.“ Die Einnahmen lässt der Geschäftsführer der Aktivarena am Kolben, seit die Einbrecher ihr Unwesen in Bayern und Österreich treiben, auch nicht mehr in der Talstation, die Einzahlautomaten hält er trotzdem für eine suboptimale Lösung: „Da steht man wie auf dem Präsentierteller im hell erleuchteten Selbstbedienungsbereich“, sagt er. Und müsse „ewig“ die Einnahmen in die Maschine stecken.

Bedenken, die Michael Schuldes, Prokurist der VR-Bank Werdenfels, durchaus nachvollziehen kann. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Mehrheit der Geschäftskunden, die schließlich die größten Summen einzahlen, gerne auf das neue Angebot zurückgreifen. „Einige kommen zwar nach wie vor am Vormittag vorbei und gehen an den Schalter, die meisten nutzen aber den Automaten.“ So lande das Geld auch direkt auf dem Konto.“ Seiner Erfahrung nach dauert dieser Vorgang nicht viel Zeit – vorausgesetzt, die Scheine sind nicht völlig verknüllt, sondern einigermaßen geordnet.

„200 Scheine nehmen die Geräte auf einmal“, erklärt Manuela Petzold, Sprecherin der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen. „Die werden innerhalb von circa zwei Minuten verarbeitet.“ Das heißt: Wer 1000 Euro in Fünf-Euro-Scheinen loswerden möchte, steht lediglich diese Zeit im SB-Bereich. Je nachdem, welchen Betrag der Kunde dabei hat, dauert es dann etwas, „weil die Maschine das Geld zunächst bündeln muss und erst dann eine neue Stückelung annimmt“. Auch ihr Haus hat bisher nur positive Erfahrungen mit den neuen Geräten gemacht, die im Zug des Umbaus der Geschäftsstellen die Nachttresore ersetzt haben.

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