Die gewünschte Entlastung ist beschlossene Sache: Scharnitz bekommt eine Ortsumfahrung. Foto: Tiroler Landesamt für Tunnelbau

Neidischer Blick zu den Nachbarn: Tunnel um Scharnitz beschlossen

Garmisch-Partenkirchen - Nun steht es fest: Die Umfahrung Scharnitz wird gebaut. Die Nachbarn auf der deutschen Seite können von solchen konkreten Plänen vielfach nur träumen.

Vertreter des Landes Österreich sowie der Gemeinderatsfraktionen konnten sich auf einen Tunnel verständigen. 908 Meter wird er lang sein, rund 32 Millionen Euro kosten. Baubeginn ist 2016, rund drei Jahre später sollen schon die ersten Fahrzeuge durch die neue Röhre rollen.

Die großen Tunnelprojekte im Landkreis Garmisch-Partenkirchen stocken indes. Vor allem bei den Umfahrungen von Partenkirchen und Oberau scheint es weder vor noch zurück zu gehen. Als die Bewerbung für Olympia 2018 gescheitert war, wanderte die erste Ausschreibung für den Bau der Umfahrung um Oberau in die Mülltonne. Eine zweite „gibt’s bisher nicht, weil die Finanzierung noch offen ist“, erklärt Nadine Lewandowski, Pressesprecherin der zuständigen Autobahndirektion Südbayern.

Beim Wanktunnel ist zuletzt auch nicht viel passiert. „Wir haben einen Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren gestellt“, sagt Martin Maier, Abteilungsleiter Konstruktiver Ingenieursbau des Staatlichen Bauamts Weilheim. Ob es überhaupt zu dem Verfahren kommt, sei noch mit dem Bundesverkehrsministerium abzustimmen.

Das ist bei der Ortsumfahrung Garmisch längst geschehen. Dort schreiten die Arbeiten am Erkundungsstollen für den Kramertunnel seit Mai langsam, aber stetig voran. Allerdings derzeit nur aus einer Richtung. Am Südportal arbeiten sich die Tunnelbauer Stück für Stück in den Fels, sie sind inzwischen bei 256 Meter. „Davon waren 240 Meter Lockergestein“, schildert Maier. Nun sind die Mineure auf Fels gestoßen. „In dem Bereich kann gesprengt werden“, sagt Maier.

Dafür herrscht am Nordportal Stillstand. Bereits im Juli waren die Arbeiter bei 576 Tunnelmetern auf sehr lockeres Gestein gestoßen. Fachleute haben Bohrungen gemacht und prüfen nun andere Bauverfahren.

Josef Hornsteiner und Katrin Martin

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