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Sonnenschein. Den bräuchten die Verantwortlichen für die Seilbahn-Baustelle auf der Zugspitze. Dann können sie das Ziel für 2016 noch erreichen.

Zugspitzbahn kann Bauziel für 2016 noch erreichen

Seilbahn-Neubau: Arbeiten sechs Wochen im Verzug

Garmisch-Partenkirchen - Vollen Einsatz zeigen die Arbeiter auf der Baustelle für die neue Eibsee-Seilbahn auf die Zugspitze. Bei Eis und Schnee montieren und betonieren sie. Sie wollen die sechs Wochen hereinholen, sie die im Vergleich zum ursprünglichen Zeitplan verloren haben.

Auch an der künftigen Talstation der neuen Seilbahn hat sich einiges getan.

Auf dem Schreibtisch herrscht – nichts für ungut – Chaos. Überall liegen Pläne, Zeichnungen, Dokumente. Aus jedem Blatt Papier schreien einen Arbeit, Kosten und Druck an. Die Arbeit für ein Projekt: den Bau der neuen Eibsee-Seilbahn. Dafür steht Peter Huber als Technischer Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) in der Verantwortung. Das zehrt an ihm.

Seinen 61. Geburtstag hat er im Juli gefeiert. Geschätzt hat man ihn sicher immer deutlich jünger. In diesen Tagen aber hat er sich optisch seinem biografischen Alter angenähert. So eine 50-Millionen-Euro- Baustelle geht auch an ihm nicht spurlos vorbei. „Die Belastungsgrenze ist bald erreicht.“ Dabei redet Huber nicht von sich, sondern von seinem Team, allen voran den Projektleitern Martin Hurm und Karl Dirnhofer. „40-Stunden-Wochen sind für Leute wie sie schon lange ein Fremdwort.“ In diesen Wochen besonders. Denn die Arbeiten hinken dem Zeitplan hinterher. Unordnung auf dem Schreibtisch interessiert Huber da kein bisschen.

Das Wetter muss mitspielen

Ende Oktober sollte das Bauziel für dieses Jahr erreicht sein. Jetzt wird’s mindestens Dezember. Sechs Wochen ist man am Berg im Verzug. Das lässt sich bis Weihnachten hereinholen – wenn das Wetter mitspielt. Und genau das ist mitverantwortlich für die Augenringe des BZB-Vorstands. Im Sommer schneite es im Zwei-Wochen-Rhythmus auf der Zugspitze, immer wieder stand die Baustelle still. Mit Sorge beobachtet Huber die Vorhersage für diese Woche: Temperaturen bis minus 20 Grad. Schneefall. Schon der vergangene Mittwoch war einer dieser Tage, auf die er verzichten könnte: Eiszapfen hingen am Gerüst. Mit Handschuhen und Wollmützen bauten die Arbeiter Scheiben für das Treppenhaus ein. „Das war traurig.“ Damit der Beton austrocknet, legen sie schon Heizdrähte in die Bewehrung. „Kommt jetzt der tiefe Winter, kommen für uns die Probleme.“ Doch betont Huber auch: Selbst wenn die Mannschaft die sechs Wochen Verzögerung nicht aufholt, bleibt’s zunächst beim Eröffnungstermin: Am 21. Dezember 2017 soll die neue „Seilbahn Zugspitze“ in Betrieb gehen. Dafür verzichtet die BZB auf Einnahmen im Wintergeschäft.

Betrieb der alten Seilbahn wird am 3. April eingestellt

Ursprünglich hatten die Verantwortlichen die Vision, die alte Bahn bis nach dem Skibetrieb im Mai laufen zu lassen und erst danach mit ihrem Abbau zu beginnen. Jetzt legten sie einen deutlich früheren Termin fest: Ab 3. April wird der Betrieb eingestellt. So bleibt mehr Zeit für die komplizierten Aufgaben, die im Sommer zu bewältigen sind. Denn dann steht ein komplexer Stahlbau an der Bergstation an, zugleich werden die Tragseile montiert. „Das wird richtig schwierig.“ Doch Huber hat volles Vertrauen in die beteiligten Firmen und die eigenen Leute. Er habe „noch nie eine so angenehme Baustelle erlebt, in der jeder so motiviert, zielgerichtet und gut zusammenarbeitet“. Sogar samstags und sonntags wird geschuftet, damit das Team das Bauziel 2016 noch erreicht.

Auf der Nordseite will das Team noch den Bahnsteig zwischen den beiden bereits errichteten Betontürmen fertigstellen. Ebenso das Rückspannwerk mit dem Treppenhaus auf der Südseite. Einer der zwei Kräne soll verschwinden – der kostet nur Miete. Und die Ausgaben haben die Verantwortlichen genau im Blick (siehe unten).

Arbeiten im Tal um zwei Wochen verzögert

An der Talstation haben sich die Arbeiten um zwei Wochen verzögert. Nicht tragisch, sagt Huber. Sind das Dach drauf und die Fenster drin, ist man für den Winter gerüstet. Aktuell wird der Antrieb eingebaut. Danach startet der Innenausbau. Am Berg, wo aktuell zwischen 10 und 15 Mann arbeiten, wird den Winter über die Seilbahntechnik installiert. Am künftigen Stützenstandort werden gerade die Teile dafür zwischengelagert, die die Materialseilbahn in den nächsten Wochen und Monaten zum Gipfel transportiert.

Die Zeit wird also keineswegs ruhiger. Dennoch dürfte sich die Lage für Huber und sein Team bald ein wenig entspannen.

Nachdem im Sommer ein Bautechniker gekündigt hat, mussten die Projektleiter seine Aufgaben zusätzlich übernehmen. Mit Jochen Rohrmoser hat die BZB einen Nachfolger gefunden. Noch ist der Marktbaumeister bei der Gemeinde Peiting beschäftigt, im Januar tritt er seinen Dienst in Garmisch-Partenkirchen an. Doch dürfte es noch bis zur Seilbahneröffnung dauern, bis das Chaos auf Hubers Schreibtisch verschwindet – und mit ihm seine Augenringe.

Katharina Bromberger

Kosten im Rahmen

Um 350 000 Euro lag die Zugspitzbahn 2015 über den geplanten Kosten des Jahres. Mit etwa einer Million Euro an zusätzlichen Ausgaben rechnet BZB-Vorstand Peter Huber für 2016. Bei einem Projekt wie dem Neubau der Eibsee-Seilbahn, für das ein 50-Millionen-Euro-Kredit aufgenommen wird, liegen die Kosten damit im Rahmen. Zumal laut Huber beim Gesamtaufwand „unvorhergesehene Positionen“ einkalkuliert sind.

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