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Preiserhöhungen und eingeschränkte Publikumszeiten sind beschlossen. Welche Änderungen auf die Nutzer des Olympia-Eissportzentrums noch zukommen, ist offen.

Chef der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen reagiert auf Kritik der Nutzer

Olympia-Eissportzentrum: Lichtmeß holt externen Gutachter

Garmisch-Partenkirchen - Wotan Lichtmeß hat keine Lust mehr auf für ihn ungerechtfertigte Kritik. Daher holt der Vorstand der Garmisch-Partenkirchner Gemeindewerke jetzt einen externen Gutachter. Der soll prüfen, wie das Olympia-Eissportzentrum am besten genutzt werden könnte. 

Berater. Aus Wotan Lichtmeß’ Mund klingt’s wie ein Schimpfwort. Vielleicht, weil er noch so ein leicht abschätziges „diese“ davorsetzt. Derweil war er selber mal einer, beim bayerischen kommunalen Prüfungsverband, bevor er zu den Gemeindewerken nach Garmisch-Partenkirchen kam. Und genau deshalb will er die Dinge selbst regeln. Mit seinem Team und damit den Leuten, die sich wirklich auskennen. Er gehöre nicht zu denen, die zu jedem Thema einen „dieser Berater“ ins Haus ruft. Genau das aber wird Lichtmeß nun tun. Zum Olympia-Eissportzentrum (OEZ) und dessen Nutzung holt er sich den – kostspieligen – Rat von außen. „Das tut mir weh.“ Doch der Vorstand der Gemeindewerke sieht keine andere Möglichkeit mehr.

Für die Nutzer ändert sich vorerst nichts. Es bleibt bei den beschlossenen Preissteigerungen und den eingeschränkten Publikumszeiten. Darüber hinaus aber werden die Gemeindewerke selbst – anders als Mitte März gegenüber dem Tagblatt angekündigt – vorerst keine weiteren Neuerungen beschließen. Vielmehr soll ein Gutachter unter anderem klären, welche Änderungen und möglicherweise Einschnitte im Angebot notwendig sind, um – darum geht es im Kern – die Wirtschaftlichkeit des Eissportzentrums zu erhöhen und das Defizit zu reduzieren. Am Ende dieses Prozesses könnten unpopuläre Entscheidungen stehen.

Auslöser für diesen Schritt war letztlich besagter Tagblatt-Bericht. Darin kritisieren die Hobby-Eishockeyspieler Thomas Steinle und Michael Knye unter anderem die schlechte Informationspolitik der Gemeindewerke sowie mangelnde Transparenz. Ihnen nun schiebt Lichtmeß die Schuld an der Entwicklung zu. Schließlich würden sich „nur ganz wenige“ beschweren. Das hebt er immer wieder hervor. Knye dagegen weiß zahlreiche Unterstützer hinter sich, viele Mails erreichen ihn zur Causa OEZ. Aktuell aber will er sich nicht dazu äußern. Ruhe soll jetzt mal einkehren.

Mitte März forderten er und Steinle unter anderem endlich klare Aussagen darüber, was die etwa 30 Hobbymannschaften erwartet (siehe Bericht unten). „Alles kommt auf den Prüfstand“, sagte Jürgen Winter, Kaufmännischer Leiter der Werke, damals auf Nachfrage. Weitere Änderungen dürften folgen, spruchreif aber sei noch nichts.

„Die Planungslokomotive fährt intern weiter“

Daran hat sich nichts geändert: „Die Planungslokomotive fährt intern weiter“, betont Lichtmeß. Die Gemeindewerke also erarbeiten Vorschläge, wie die künftige Nutzung des Eisstadions konkret aussehen könnte. Diese legen sie dann dem Gutachter vor, der ein eigenes Konzept erstellt. Unabhängig und „vollkommen ergebnisoffen“, wie Lichtmeß mehrmals unterstreicht. Ob die Pläne also die Wünsche der Eishockeyspieler, Eiskunstläufer und vielen anderen Besuchern, die einen externen Gutachter nicht interessieren, erfüllen werden, ist fraglich. „Dieser Weg ist kein guter“, sagt der Werke-Chef und skizziert ein Szenario: Vielleicht lasse die externe, wirtschaftliche Prüfung am Ende nur ein Ergebnis zu. . . Lichtmeß spricht’s nicht aus. Doch steht das Wort Schließung im Raum.

Darauf angesprochen, sagt er klipp und klar: „Egal, was der Prüfer meint: Das kommt nicht in Frage.“ Zwar dürfe man so ein Gutachten aus rechtlicher Sicht „nicht einfach in die Tonne treten“, doch bleibt der Gemeinde und den Werken Gestaltungsfreiheit. Und es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden, „solange ich das Sagen habe“. Das gilt auch für Einschnitte im Profi-Eishockeysport.

Sobald intern alle Vorschläge erarbeitet sind – vermutlich Ende des Jahres –, holt der Werke-Vorstand Angebote für den Gutachter ein. Dieses kann er selbst in Auftrag geben, was daraus umgesetzt wird, entscheidet der Verwaltungsrat. Vor 2018 rechnet Lichtmeß aber nicht mit konkreten Ergebnissen.

Wie viel so ein Berater kostet, weiß er nicht. „Bestimmt viel.“ Auch das „tut mir weh“. Mehr noch aber dürfte ihn die Gesamtsituation schmerzen, die sich negativ auf seine Gemeindewerke niederschlägt. Diese seien, „gelinde gesagt“, in so vielen Bereichen erfolgreich, werden aber in seinen Augen mehr und mehr auf das Eissportzentrum reduziert. Das „wird zum Negativ-Imagefaktor. Das müssen wir uns nicht antun.“ Dafür holt sich sogar ein Lichtmeß einen „dieser Berater“ ins Haus.

30 Prozent Sommerzuschlag gelten bis 21. Dezember

Informationen hatten Thomas Steinle und Michael Knye von den Gemeindewerken eingefordert – um die Saison und die finanzielle Belastung für die Eishockeymannschaften planen zu können. Zwar kennen sie die Preissteigerungen von 140 auf 165 Euro pro Stunde Eiszeit. Und dass – das erfuhren sie aus dem Tagblatt – im Sommer wegen des 30-Prozent-Zuschlags auf den alten Preis 182 Euro fällig werden. Ab wann aber dieser Sommerpreis gilt, das konnte ihnen niemand sagen. Hier sorgt Werke-Vorstand Wotan Lichtmeß nun für Klarheit: Exakt vom kalendarischen Sommer- bis zum kalendarischen Winteranfang, also von 21. Juni bis 21. Dezember, wird der höhere Stundensatz berechnet. Für einige Mannschaften dürfte ihr Hobby teurer werden als erwartet. Denn so manch einer hatte damit gerechnet, dass nach der Wiedereröffnung der Halle bereits der günstigere Tarif berechnet wird. In diesem Zusammenhang stellt Lichtmeß noch einmal ausdrücklich klar: Die Halle bleibt nicht, wie seitens der Werke falsch verbreitet, sechs Wochen, sondern nur vier geschlossen: Mitte September bis Mitte Oktober. (kat)

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