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Am Schießstand der Gebirgsschützenkompanie Partenkirchen gibt es allerhand zu gewinnen. Anton Witting (M.) und seine Marketenderinnen Anna Weiß (l.) und Katharina Sand freuen sich über jeden Besucher.

Stand von der Partenkirchner Festwoche nicht wegzudenken

Schießbude ist jedes Jahr ein Volltreffer

Garmisch-Partenkirchen - Er gehört einfach zur Partenkirchner Festwoche dazu: der Schießstand der Gebirgsschützen. Und noch einer darf nicht fehlen. Hauptmann Anton Witting steht seit knapp 40 Jahren in der Bude. Er hat schon viel erlebt. 

Durchladen, anvisieren, Schuss. Wie ein Profi zielt der Bub am Schießstand der Gebirgsschützenkompanie Partenkirchen – und trifft. Applaus von den Umherstehenden. Für Hauptmann Anton Witting ein gewohntes Bild: Schließlich hilft er seit knapp 40 Jahren beim Schießstand auf der Partenkirchner Festwoche mit. Ebensolang ist er schon bei den Gebirgsschützen.

Der Bub hat auf die Biathlonscheiben gezielt und nimmt nun strahlend seinen Preis in Empfang. Ob sie auf Plastikrosen oder Zielscheiben schießen, können sich die Standbesucher selbst aussuchen und verschiedene Gewinne ergattern: von Kuscheltieren über kleines Spielzeug bis zu den bekannten Kunststoffblumen ist alles dabei. Oder aber man versucht sein Glück beim Preisschießen: Hier kann man gegen eine Gebühr von fünf Euro auch Hochwertigeres wie zum Beispiel Seidentücher gewinnen, der Sieger wird am Ende der Festwoche am Montag, 22. August, bekannt gegeben. Manche Preise wurden allerdings wieder abgeschafft: Vor etwa 30 Jahren gab es Witting zufolge noch lebende Hühner zu gewinnen, was beim anschließenden Besuch im Bierzelt für große Erheiterung sorgte. Aus Tierschutzgründen existiert dieser Brauch heute nicht mehr.

Der Finger eines Mitarbeiters bekam mal eine Kugel ab

Die Beweggründe der Zeltbesucher, den Schießstand zu besuchen, sind unterschiedlich: Einige kommen zum Zeitvertreib aus dem Festzelt, andere liefern sich einen Wettbewerb oder wollen ihrer Herzensdame eine Rose schießen. „Und manche kommen auch wegen der zwei Madln“, meint Witting augenzwinkernd in Anspielung auf seine jungen Mitarbeiterinnen Anna Weiß und Katharina Sand. Die Marketenderinnen der Gebirgsschützenkompanie sind in diesem Jahr zum zweiten Mal dabei. Sie betreuen den Stand und erklären den Gästen, wie man schießt. Besonders nett finden sie die Kinder, die manchmal sogar noch zu klein sind, um über die Theke zu schauen. „Lustig wird’s auch, wenn jemand gar nicht trifft“, sagen die beiden lachend. Dann gibt’s natürlich aufmunternde Worte oder einen kleinen Trostpreis. Die Schützen sollen sich schließlich ausprobieren können und Spaß haben. „Bei uns darf jeder schießen“, betont Witting. Ausnahmen macht er nur, wenn „die Promillezahl der Gäste steigt“ und es deshalb für die Anwesenden zu gefährlich wird.

Schießbude ist Konstante im Vereinsleben

In seinen 40 Jahren am Stand gab es nur vereinzelt Unfälle. Einmal traf ein Schütze statt der Zielscheibe den Finger eines Mitarbeiters. Auch Witting selbst bekam schon mal etwas ab: Ihn streifte eine Kugel am Arm. Glücklicherweise ist sonst nichts Schlimmeres passiert.

Für den Gebirgsschützen ist die Schießbude inzwischen zu einer Konstante im Vereinsleben geworden. Mit den Einnahmen werden interne Kosten der Kompanie wie beispielsweise die Fahrt zum Alpenregionstreffen gedeckt.

Den Stand in seiner jetztigen Form gibt es seit 1994, alle fünf Jahre prüft ein Sachverständiger des Landratsamtes die Einhaltung der Vorschriften. Rückwand und Holzregal müssen beispielsweise mit Blech verkleidet sein. Decke und Wände werden zudem mit einem Vorhang verdeckt, der als Kugelfang dient. „Deshalb ist es äußerst unwahrscheinlich, dass eine Kugel abprallt und zurückkommt“, erklärt Witting.

Geschossen wird mit einem speziellen Schießbudengewehr auf eine Entfernung von rund 2,60 Metern. Im Vergleich dazu: Mit einem gewöhnlichen Luftgewehr zielt man normalerweise über eine Distanz von 10 Metern. Die Schießbudengewehre haben sechs oder zwölf Schuss, nach jedem einzelnen muss durchgeladen werden. Die Munition besteht aus Bleikugeln, die mit Kupfer umhüllt sind.

Dann heißt es für die Gäste: durchladen, anvisieren, Schuss – und hoffentlich Treffer. Witting und seine Mitarbeiter freuen sich über jeden Besucher.

von Veronika Wackerle und Anna Kellner

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