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Bei den künftigen Automaten gibt es Tages-, Wochen- und Monatstickets.

Wird noch an der Gebühren-Schraube gedreht

Partenkirchner Tiefgarage: Schranke weg, Automaten her

Garmisch-Partenkirchen - Wie soll die Tiefgarage an der Badgasse im Ortsteil Partenkirchen künftig überwacht werden? Mit dieser Frage setzte sich der Hauptausschuss des Marktgemeinderates auseinander. Mit Schranke oder Automaten – die Entscheidung fiel eindeutig aus.

Die Tiefgarage im Ortsteil Partenkirchen ist derzeit in aller Munde. Zum einen, weil Nutzer die eingeschränkten Parkmöglichkeiten während der Sanierung beklagten. Zum anderen musste der Hauptausschuss des Marktgemeinderates eine Grundsatzentscheidung treffen, wie die Parküberwachung künftig geregelt werden soll. „Die jetzige Anlage ist kaputt“, machte Zweiter Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU) in der Sitzung deutlich. „Es muss eine Lösung her.“ Zwei Varianten standen zur Auswahl: neue Schrankenanlage mit Zahlautomat versus Automatenanlage ohne Schranke. Das Gremium sprach sich einstimmig für Letztere aus.

Bauhof muss oft ausrücken

Der Beschluss fiel aber nicht ohne umfangreiche Information. Bereits im März dieses Jahres wurde die Verwaltung damit beauftragt, alternative Schrankenanlagen zu prüfen. Vor allem vor dem Hintergrund, die Kosten für die Bereitschaftsdienste des Bauhofs und für die Wartungsarbeiten zu senken. Bisher liegen diese bei etwa 25.000 Euro. Ein Betrag, der den Einnahmen gegenübersteht. Bei 28.609 Kurzzeit-, 4704 Mietparkern und 11.857 Hoteltickets nahm die Kommune im Jahr 79.000 Euro ein. In diesem Jahr bis dato 63.000 Euro. 945 Anrufe seien 2016 beim Bauhof eingegangen, berichtete Richard Kundler. Meistens nachts. Nutzer behaupteten zum Beispiel, das Gerät habe das Ticket gefressen. Ob das stimmt, „das kann man nicht kontrollieren“.

Also präsentierte der Bauhof-Leiter dem Gremium die beiden Optionen, mit denen sich die Schwierigkeiten reduzieren sollen. Für eine Schrankenanlage samt dazu notwendigem Zahlautomaten würden ihm zufolge 60.000 Euro zu Buche schlagen. Möglich wäre, diese mit einer Kennzeichenerkennung vergleichbar mit einer Videomaut zu optimieren. 20.000 Euro müsste die Gemeinde dann noch drauflegen – plus zirka 3000 Euro im Jahr für die Wartung. Eine Variante, von der vor allem Dauerparker oder Festmieter profitierten. „Es muss kein Ticket gezogen werden.“ Diese werden durch eine Notiz des Kennzeichens quasi hinterlegt.

Zusätzliche Überwachung durch Zweckverband Oberland

Die Bauhofmitarbeiter empfahlen allerdings die reine Automaten-Lösung mit zwei Geräten. Der Preis: zirka 30.000 Euro. Gönnt sich die Gemeinde die Luxus-Variante mit EC-Karten-Funktion, belaufen sich die Kosten auf 40.000 Euro, exklusive 1000 Euro für die Wartung. Billiger, aber nicht ganz problemlos. „Ohne Schranke steigt der Missbrauch“, betonte der Vize-Bürgermeister. Da kommt der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland in Spiel, deren Kontrollen erhöht werden müssten. „Die bisher 4000 Überwachungsstunden pro Monat reichen nicht“, sagte Bauer. Man machte sich kundig – beim Zweckverband selbst. Laut dessen Aussage seien für eine effiziente Überwachung der etwa 150 Stellplätze 30 Stunden bei fünf Tagen je Woche pro Monat nötig (10.080 Euro). Bucht die Gemeinde zusätzliche Kontrollen am Wochenende – zehn pro Monat – muss sie dafür 13.440 Euro berappen. „Das ist allerdings niedrig angesetzt.“ Genaueres müssten Bauer zufolge Erfahrungswerte zeigen.

Ob es bei den alten, günstigen Gebühren bleibt, oder man diese an die allgemeinen im Markt gültigen anpasst, steht noch nicht fest. Wobei die Verwaltung bevorzugt, das bisherige Modell beizubehalten. Vor allem angesichts der Aktionen wie „Lebendige Werkstatt“, die die historische Ludwigstraße beleben sollen. Derzeit wird sogar aktiv damit geworben, zwei Stunden kostenlos das Auto in der Tiefgarage abzustellen. Dafür gibt es die „Semmeltaste“ am Automaten. „Das haben wir wegen der Geschäftsleute gemacht, um die Parkplätze aus der Ludwigstraße raus zu bringen“, erklärte Bauer. Die Gebühren seien aber grundsätzlich ein anderes Thema. Eins, das in einer weiteren Sitzung aufschlägt.

Parken während der Sanierung

Seit Anfang November laufen die Sanierungsarbeiten an der Partenkirchner Tiefgarage. Gerade bei Dauerparkern sorgte das für Kritik. Sie wissen nicht, wo sie nun ihr Fahrzeug abstellen sollen. Und sie forderten eine Lösung des Problems. Nun meldet sich Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) zu Wort. Während der Arbeiten und aufgrund der fehlenden Schrankenanlage werden für die wenig verbliebenen Stellflächen keine Gebühren erhoben, heißt es in einem Schreiben. Das bedeutet, dass durch die täglich wechselnden Standorte der Maßnahmen flexible Baustelleneinrichtungen von Nöten sind. „Es werden daher alle regelmäßigen Nutzer der Tiefgarage gebeten, tagesaktuell die konkrete Verfügbarkeit des gewünschten oder genutzten Parkplatzes zu prüfen“, teilt die Rathauschefin mit. Die Bauamts-Mitarbeiter versuchen zudem, die Baustellen- und Sperrbereiche – so weit es gelingt – so einzurichten, dass mindestens die Hälfte der Stellplätze weiterhin den Parkern zur Verfügung steht.

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