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Um die Geräte kümmert sich die Betriebsgesellschaft. Sie wird von Freistaat, Landkreis und Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen sowie der Gemeinde Grainau finanziert.

Viele Vorträge geplant

Schneefernerhaus: Wissenschaft für Laien verständlich machen

Grainau - Neun renommierte deutsche Forschungszentren betreiben auf der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS) Wissenschaft auf höchstem Niveau. Dr. Inga Beck soll künftig im Tal unten vermitteln, was in dieser weltweit einzigartigen Einrichtung auf der Zugspitze geschieht.

Dr. Inga Beck will Laien Forschung auf der Zugspitze nahebringen.

In der Nacht hat es auf der Zugspitze geschneit. Als sie von ihrem Arbeitsplatz herunterkommt, ist Dr. Inga Beck froh, dass es im Tal nicht 30 Grad hat, sondern nur zwölf. „Da ist der Temperaturunterschied nicht so groß.“ Seit dem 1. Juli ist sie im UFS, dem Zentrum für Höhen- und Klimaforschung in Bayern, zuständig für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Hochanspruchsvolle Materie für den Laien verständlich zu machen – mit diesem Talent hat sie sich für den Job qualifiziert. Dass sie komplexe Themen gut vermitteln kann, bezeugt der Erste Preis für „Verständliche Wissenschaft“, den ihr die Helmholtz-Gesellschaft 2012 verlieh.

Beck gehört zum neunköpfigen Team der Betriebsgesellschaft, das ständig vor Ort ist und den Forschern wertvolle Dienste leistet. Das beginnt bei der wissenschaftlichen Infrastruktur und der Pflege der Messinstrumente und endet bei der Betreuung der Studenten, die oft im Gefolge ihrer Professoren kommen und auf der Zugspitze übernachten. Ein Experte repariert ausgefallene Geräte, ein anderer kümmert sich um Besucher und Konferenzen, der nächste um die Koordinierung der Forschung. Die Stelle, die Beck bekleidet, ist neu. „Meine erste Aufgabe ist ein Kommunikations-Konzept.“ Die Forschungsstation soll in der lokalen Bevölkerung präsenter werden. Die Wissenschaftler wünschen sich mehr Beachtung ihrer Projekte. Beck plant Vorträge für Laien, etwa bei Kinovorstellungen oder in Botanischen Gärten. Sie will die Presse bedienen und neue Geräte vorstellen. Und sie will Kinder ansprechen. Ihre Ausbildung in Waldpädagogik kommt der 32-Jährigen, die im Fach physische Geographie promovierte, dabei zugute. Forscher, vom Astro- bis zum Nanophysiker, stecken so in ihrer Materie drin, dass sie sich oft schwer tun, Leuten, die nicht vom Fach sind, etwas nahezubringen, meint Beck. Sie will dieses Manko überbrücken.

Die Station feiert 2019 ihr 20-jähriges Bestehen. Schwerpunkte sind Satellitenbeobachtung und Früherkennung, regionales Klima und Atmosphäre, kosmische Strahlung und Radioaktivität, Hydrologie, Umwelt- und Höhenmedizin, Biosphäre und Geosphäre sowie Wolkendynamik. Darüber hinaus besteht im Rahmen des „Virtuellen Alpenobservatoriums“ mit weiteren Höhenforschungsinstituten in den Alpen und bergigen Regionen eine enge Zusammenarbeit.

Der Austausch mit Kollegen war in der kurzen Zeit noch relativ gering. Trotzdem bekam Beck schon eine Ahnung davon, wie facettenreich die Arbeit da oben ist. Als ihr ein Forscher erzählte, dass ein Laser monatelang nicht eingesetzt werden konnte, weil wegen der Krimkrise der Preis für das erforderliche Neongas bis zu unerschwinglichen 25 000 Euro für einen halben Liter stieg. Oder wie die Mediziner in der reinen Höhenluft herausfinden wollen, wie sich der Klimawandel auf Allergiker und chronisch Lungenerkrankte auswirkt.

Die Öffentlichkeitsreferentin hat selber schon wissenschaftliche Arbeit betrieben und dabei erkundet, ob man Auftau- und Gefrierprozesse im immergefrorenen arktischen Boden auf Satellitenbildern erkennt. Diese Erkenntnisse sind wichtig für Pipelines. Zehnmal flog sie dafür nach Kanada. Jetzt begnügt sie sich mit heimischem Boden. Auch das hat seinen Reiz – wenn man sich mit hochinnovativen Wissenschaftlern austauscht und eine Stunde später mit einer ersten Grundschulklasse.

Eva Stöckerl

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