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Jubel auf der Tribüne: Wie 2016 wird der Zielbereich bei den Weltcup-Rennen 2017 nicht ausschauen.

Das sagen die Marktgemeinderäte

Ski-Weltcup: Alle Hoffnungen ruhen auf Peter Fischer

Garmisch-Partenkirchen - Die Zuschauertribüne muss beim Ski-Weltcup 2017 vom bisherigen Standort im Zielbereich der Kandahar weichen. Die Gerichtsentscheidung hat Marktgemeinderäte quer durch die Parteien wie ein Schlag getroffen. Sie eint allerdings die Zuversicht, dass OK-Chef Peter Fischer eine Lösung findet. Der Erfolgsdruck ist hoch.

Als Claudia Zolk, CSB-Mitglied im Marktgemeinderat Garmisch-Partenkirchen, im Kroatien-Urlaub online unter gap-tagblatt.de die Schlagzeilen checkt, ist sie schockiert: „Ich hab bis zuletzt geglaubt, dass man sich einigt.“ Auch Robert Allmann (SPD) kann es erst gar nicht fassen, als er das Urteil im Kandahar-Streit liest: „Ich hatte das Urteil so nicht erwartet. Die Nutzung ist ja seit langem festgezurrt.“

Das Landgericht München II hat entschieden, dass das Organisationskomitee (OK) des Ski-Weltcups die Tribüne nicht am bisherigen Standort aufbauen darf. Damit folgt es der Argumentation des Landwirts, der gegen das OK geklagt hatte, weil er seine Wiese im Zieleinlauf nicht länger für die Tribüne zur Verfügung stellen will. Seine Flächen würden zu sehr in Mitleidenschaft gezogen.

„Damit sind alle Bemühungen, sich mit dem Grundstücksbesitzer gütlich zu einigen, gescheitert“, bringt es die die CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch auf den Punkt: „Von Seiten der Marktgemeinde wurde wirklich alles getan, was getan werden konnte. Vom Angebot her und vom Verhandeln. Aber man kann nichts erzwingen.“ Sie gibt sich pragmatisch: „Man muss jetzt den Schalter umlegen.“

Ziel: Rennen erhalten

Es fällt den Kommunalpolitikern schwer, den Widerstand des Grundbesitzers nachzuvollziehen, schließlich hatte er die Tribüne an diesem Standort 17 Jahre geduldet. „Er bekommt ja einen Ausgleich für etwaige Schäden“, sagt Zolk.

Auch Hubert Filser (Bayernpartei), Sportreferent des Marktgemeinderats, hatte mit diesem Urteil nicht gerechnet. Über das Scheitern des letzten Lösungsversuches ist er allerdings nicht traurig. Die Marktgemeinde hatte dem Landwirt unter sehr guten Konditionen einen Grundstückstausch angeboten. Darauf ging der Bauer nicht ein. Was Filser nur recht ist, denn er war von der Idee ohnehin nicht begeistert: „Mit dem Tausch würde man einen Bezugsfall schaffen, auf den sich Betroffene bei anderen Projekten berufen können.“

Zielvorgabe bleibt für Koch: Die Weltcup-Rennen auf der Kandahar erhalten. Dafür findet auch Allmann gute Gründe: „Die Mehrheit der SPD-Fraktion steht dahinter, schließlich hat die Gemeinde sehr viel in die Infrastruktur der Rennen investiert.“ Die Region könne auf dieses Alleinstellungsmerkmal nicht verzichten. Der Wintersport habe die Ortsgeschichte und Sporthistorie geprägt: „Nach Olympia 1936 sind uns noch zwei Veranstaltungen von höchstem sportlichen Niveau geblieben, das Skispringen und der Weltcup. Das müssen wir fortführen, solang es geht.“ Filser denkt genauso: „Ich steh’ absolut dahinter. Aus touristischer Sicht und auch im Interesse der Kinder. Unsere Sportjugend braucht ,local heroes‘.“

Unterschiedliche Meinung über Bedeutung des Weltcups

Im Gegensatz zu seinen Gemeinderatskollegen ist Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen) allerdings der Überzeugung, dass Garmisch-Partenkirchen ganz gut ohne die Weltcup-Rennen leben kann. Die Medienpräsenz hält er für überbewertet, das Preis-Leistungs-Verhältnis gefällt ihm gleich gar nicht: „Wir stecken 400 000 Euro in ein Event, das zwei Wochenende dauert. Mit dem Geld könnte man Projekte im Ort angehen, von denen die Bevölkerung direkt profitiert.“ Mit seinem Kompromissvorschlag, sich auf den Slalom auf dem Gudiberg zu beschränken, fand er allerdings im Gemeinderat kein Gehör.

Claudia Zolk hält den Weltcup dagegen für unentbehrlich: „Man ist sich nicht bewusst, was ein Ausfallen der Rennen für den Ort bedeutet.“ Sie setzt auf Fischer und hofft, dass die Bayerische Zugspitzbahn und die FIS den Garmischer Skiclubchef und seinen Plan B unterstützen. Auch Koch hat keinen Zweifel: „Fischer ist Profi genug, dass ihm was einfällt.“ Allmann rechnet damit, dass dieser Plan B auch angesichts der Sicherheitsbestrebungen kostspielig und aufwendig werden kann. Andererseits: „Vielleicht findet man ja so eine gute Lösung, dass man sagt, das hätte man früher machen können, um sich all den Ärger zu ersparen.“

Eva Stöckerl

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