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Symbolischer Akt: Otmar Würl (r.) übergibt den Schlüssel für die Fachoberschule an Bernd Eiser.

Fachhochschule an St. Irmengard jetzt "staatlich anerkannt" 

Drei Schulen unter einem Dach

Garmisch-Partenkirchen - Es war ein Freudentag für St. Irmengard, als die staatliche Anerkennung für die Fachoberschule eintraf. Damit verbunden ist, dass Bernd Eiser die Leitung übernimmt. Sechs Buben besuchen schon in diesem Schuljahr die Einrichtung.

Gleich mehrere positive Nachrichten gibt’s von den St.-Irmengard-Schulen in Garmisch-Partenkirchen: Die Erzbischöfliche Fachoberschule St. Irmengard (FOS) mit den Zweigen Wirtschaft und Verwaltung sowie Sozialwesen hat die Staatliche Anerkennung erhalten. Außerdem hat hier ein neuer Schulleiter sein Amt angetreten, und erstmals lernen auch Buben in der FOS. Für die Schulen – unter dem Dach von St. Irmengard befinden sich jetzt drei – wurde auch ein neues Logo entwickelt: drei ineinandergreifende ausgefüllte, farblich unterschiedliche Kreise. „Gelb steht für Gymnasium, Lila symbolisiert die Realschule und Blau die FOS“, erklärt Otmar Würl, der bisherige Doppelschulleiter für Gymnasium und FOS.

Um die Belange der FOS kümmert sich nun Bernd Eiser, der bisherige Klassenleiter. Drei Jahre lang hatte Würl mit ihm und vielen anderen Kollegen maßgeblich am Aufbau einer Fachoberschule, die es in Garmisch-Partenkirchen zuvor nicht gegeben hatte, gearbeitet. Bis 2013 mussten Schülerinnen, die nach der Mittleren Reife, dem erfolgreichen M-Zweig-Abschluss oder einer Berufsausbildung mit dem Fachabitur durchstarten wollten, nach Weilheim fahren. Damit ist nun Schluss: Zum Schuljahresende erhielt heuer bereits der zweite Abiturjahrgang an der Erzbischöflichen St.-Irmengard-Fachoberschule die Zeugnisse. „Zwei Abschlussklassen, die mit dem Lehrerteam einen Kraftakt hinlegen mussten“, erinnert sich Würl. Für die acht Prüfungen reisten die verantwortlichen Lehrkräfte mit den Abiturienten an die zuständige Fachoberschule nach Kempten. Der Einsatz lohnte sich, denn 2015 schafften 17 der 19 Prüflinge, 2016 sogar 20 von 21 die Examen.

„Die positiven Ergebnisse, die die Schülerinnen mit viel Fleiß und durch das Wahrnehmen zusätzlicher Förderangebote ihrer Lehrer geschafft haben, waren entscheidend“, erklärt Würl. Und zwar dafür, „das angestrebte Ziel, von der Fachoberschule mit ,staatlicher Genehmigung‘ zur Schule mit ,staatlicher Anerkennung‘ aufzusteigen“. Als es dann grünes Licht vom Ministerium gab, war das ein Freudentag in St. Irmengard.

Nicht gerechnet hatte die Schule mit der einsetzenden Antragsflut nicht nur von Mädchen, sondern auch von Buben. „Da wir nicht wussten, ob die Ministeriumsgenehmigung erteilt wird und auch Weilheim Planungssicherheit brauchte, haben wir allen Eltern bereits im Februar gesagt, dass erst ab 2017/18 Schüler aufgenommen werden“, sagt Würl. Davon ließen sich viele Eltern nicht beirren und blieben beharrlich. „Wir haben dann entschieden, sechs Buben aufzunehmen, die bereits eine Schwester in St. Irmengard haben.“ Um künftig allen gerecht zu werden, sind ab dem kommenden Schuljahr zwei Klassen pro Jahrgangsstufe vorgesehen. Auch eine 13. Klasse, mit der die fachgebundene Hochschulreife erreicht werden kann, gehört zu den weiterreichenden Plänen.

Mit der neuen FOS wird auf alle Fälle eine Lücke in der hiesigen Bildungslandschaft geschlossen. „Durch das halbjährliche Praktikum sind die Absolventen auch für den Arbeitsmarkt attraktiv – immerhin haben 50 Prozent unserer Schülerinnen bisher eine Lehre aufgenommen“, schätzt Eiser ein. Die offizielle Einweihung der FOS St. Irmengard findet im Januar 2017 statt.

Margot Schäfer

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