Ein exzentrischer Clown: Ale Risoria aus Argentinien.

Unterstützung von zwei Lokalmatadoren

Straßen-Kunst-Festival: Die Ludwigstraße wird zur Bühne

Garmisch-Partenkirchen - Musik, Akrobatik, Comedy und vieles mehr bietet das Straßen-Kunst-Festival am 23. und 24. September in der Ludwigstraße. Zwölf Künstler aus zwölf Nationen zeigen an fünf Spielorten ihre Show. 

Noch bastelt Tobias Hundertpfund am Spielplan. Darauf legt er fest, welcher der zwölf Künstler wann und vor allem wo auftritt. Fünf Spielstätten stehen dem Künstlerischen Leiter des Straßen-Kunst-Festivals in Partenkirchen zur Verfügung. Je nach Platzbedarf – die einen jonglieren, andere düsen auf mehr oder weniger skurrilen Gefährten herum oder präsentieren Akrobatik – teilt er die verschiedenen Akteure dann für ihre Auftritte in der Ludwigstraße ein.

Zehn Neulinge sind dieses Mal dabei, Künstler, auf die auch Hundertpfund schon sehr gespannt ist. Die Reaktionen des Publikums, wie etwas ankommt, das interessiert den Eventmanager aus Oberösterreich immer brennend. Deshalb hat er sich schon jetzt vorgenommen, sich am Freitag, 23., und Samstag, 24. September, auch mal unter die Zuschauer zu mischen, „um sie zu beobachten“.

Das plant auch Anton Krätz. Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft „Partenkirchen erleben“ hofft, dass die unterschiedlichen Shows, die am Freitag von 14 bis 22 und am Samstag von 12 bis 22 Uhr angesetzt sind, auch im Freien stattfinden können. „Aller guten Dinge sind drei“, sagt er und lacht. Soll heißen: Nach zwei Festivals, bei denen es zumindest zeitweise regnete und die Künstler deshalb auch im Rassen- und Werdenfelser-Hof-Saal auftreten mussten, wünscht er sich für die dritte Auflage bessere Bedingungen. „Dann wär’s entspannter“, findet auch Hundertpfund. „Heller und vor allem freundlicher.“ Am Konzept an sich hält er fest. Das habe sich bewährt, bestätigt Krätz.

Ihn beschäftigt noch der kleine Markt, der das Festival umrahmt. Neben Handwerkskunst – „ausgesuchten Sachen aus Filz, Leder und Glas zum Beispiel“ – gibt’s dort Edeltrödel vom Inner-Wheel-Club, einen Stand mit Bogen, die auch gleich getestet werden können, und natürlich allerlei Kulinarisches. Verpflegung für die Künstler haben Krätz und seine Mitstreiter von der Werbegemeinschaft ebenfalls auf der Agenda. „Das klären wir mit den hiesigen Gastronomen“, sagt er. Nachdem sich aber ein Teil der Gäste, die aus zwölf Nationen kommen, vegan ernährt, müsse auch das abgestimmt werden. Die Unterkünfte sind längst gebucht. Und auch die Marktstände geordert. Noch ist aber, abgesehen von Plakaten und Flyern, nicht viel zu sehen vom bevorstehenden Festival. Fähnchen über der Straße kann sich Krätz noch vorstellen. „Aber ein großer Aufbau steht uns nicht bevor. Die Künstler stellen sich auf die Straße und legen los.“ Und das bei freiem Eintritt. Die Besucher sollten allerdings „Hutgeld“ in der Tasche haben, um die verschiedenen Darbietungen mit einem kleinen Obolus zu würdigen.

Ein Mix aus Zirkus- und Theaterspiel: Loulou und Lula erzählen die Geschichte eines Paares und seiner Differenzen.

Besonders gespannt ist Hundertpfund auf „The Roc Kidz Crew“, eine deutsch-schweizerische Breakdance-Gruppe, „die pure Lebensfreude ausstrahlt“. Auch auf die bizarre Show von „Theater Leela“, die der Organisator „Comedy auf hohem Niveau“ nennt, freut er sich. „Ein charmanter, liebenswerter Zeitgenosse, der sich in die Herzen der Menschen spielt“, sei der Perfomance-Künstler, den er nach Partenkirchen eingeladen hat. „Auf seiner ,Daisy‘ fährt er durch die Straßen der Stadt, immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Kinderwagen werden zu Rennautos, Zuschauer zu Akteuren. Jeder Moment birgt etwas Einzigartiges und Komisches.“ Man darf also gespannt sein.

Positiv findet Hundertpfund, dass der Zirkus Pfarrelli wieder mit von der Partie ist. Die jungen Akrobaten aus Garmisch-Partenkirchen sind aber nicht die einzigen Lokalmatadore beim Straßen-Kunst-Festival. „Sie haben Verstärkung bekommen“, bestätigt Rathaussprecher Florian Nöbauer. „Das P-Seminar des Werdenfels-Gymnasiums lädt zum Jonglierbälle-Basteln, zum Jonglieren und zur Akrobatik ein.“ Außerdem unterstützen die Jugendlichen Hundertpfund, in dem sie die verschiedenen Spielorte betreuen. Positiv sei dieses Engagement, unterstreicht Hundertpfund. „Solche wunderbaren Verknüpfungen mit Menschen aus der Region zeigen, wie verwurzelt die Veranstaltung schon jetzt ist.“

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