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Auf dem Weg der Besserung: Tierpflegerin Rebecca Isenberg-Färber umsorgt Bahndamm-Hündin Tina.

"Tina" sicher im Tierheim Garmisch-Partenkirchen gelandet

Glückliches Ende einer Hunde-Odyssee

Farchant - Wochenlang haben Tierschützer versucht, den herrenlosen weißen Hund anzulocken. Vergebens. Jetzt hat ein Landwirt aus Farchant den Vierbeiner, der sich immer an seinem Hühnerfutter bedient hatte, gefangen und ins Tierheim gebracht.

Tina hat eine echte Odyssee hinter sich. Eine, die glücklich endete. Mitte Dezember war die zweijährige Hündin zu ihren neuen Besitzern in den Landkreis Dachau gekommen, direkt aus Hessen. Nur drei Tage später rannte sie einfach weg. Die verzweifelte Suche ihrer Herrchen blieb ergebnislos. Plakate, Flugblätter und andere Aktionen verliefen im Sande. Die Hoffnung, jemals wieder von ihrer Merlsheimer-Hündin zu hören, hatten sie längst aufgegeben. Seit wenigen Tagen steht nun fest, dass ihre Tina und der Hund, der wochenlang im Bahndamm rund um Farchant hauste, identisch sind. Anhand ihres Chips konnte Tessy Lödermann, Vorsitzende des Tierschutzvereins Garmisch-Partenkirchen und Leiterin des Tierheims in der Schmalenau, sie schnell identifizieren.

Seit Februar war der weiße Hund immer wieder gesichtet worden. Versuche der Tierschützer, ihn anzulocken, scheiterten. „Gitta Wünsch und ich sind jeden Abend nach Farchant gefahren, um Futterplätze einzurichten, die installierte Wildkamera zu kontrollieren oder Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen“, erzählt Lödermann. Alles vergebens. Erst ein Aufruf im Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt brachte den erhofften Erfolg: Andreas Enz hatte diesen gelesen und den Vierbeiner erkannt. „Er hat bei ihm immer Hühnerfutter gefressen“, sagt Lödermann. Nachdem der Farchanter Landwirt wusste, dass der weiße Streuner gesucht wird, stellte er eine Lebendfalle auf. „Uns sind Tränen der Erleichterung und Freude gekommen, als sie ins Tierheim getragen wurde“, betont Lödermann.

Die zweijährige Hündin war in einem schlechten Zustand. An der Brust plagte sie eine große eiternde Wunde, in der ständig das Halsband scheuerte. „Wahrscheinlich hat sie sich irgendwo gerissen“, vermutet die Tierschützerin. Die Verletzung, die sofort medizinisch versorgt wurde, heilt zum Glück gut. Außerdem mussten die Tierheim-Mitarbeiter weit über 100 Zecken entfernen – und finden immer noch welche.

Die Erleichterung, dass „dieses tierische Drama ein glückliches Ende gefunden hat“, wie es Lödermann nennt, ist auf allen Seiten groß. Auch bei Tinas Herrchen. Die haben sich nach reiflicher Überlegung entschieden, die Hündin in der Einrichtung in der Schmalenau zu lassen. Die Sorge, dass sie eine notorische Streunerin ist und immer wieder wegläuft, habe sie dazu bewogen, erklärt Lödermann. „Dafür haben sie meine Hochachtung, das ist eine sehr verantwortungsbewusste Entscheidung zum Wohl des Hundes.“

Was derweil Tinas Geheimnis bleibt, ist, was sie auf dem über 140 Kilometer langen Weg vom Landkreis Dachau ins Werdenfelser Land erlebt hat. Zu den Mitarbeitern im Tierheim hat der zunächst sehr scheue Vierbeiner jedenfalls recht schnell Zutrauen gefasst. „Offensichtlich war Tina froh“, meint Lödermann, „dass sie endlich gerettet worden war."

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