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Die Wiese des Begehrens: Auf den Grünflächen östlich der Frickenstraße soll das „Explorer“-Hotel entstehen.

Betreiber und Investor in einer Hand

Hotel-Vision in Farchant erwacht zum Leben

Farchant - Neuer Standort, neues Konzept: Der Gemeinderat Farchant wagt den Schritt erneut und befürwortet ein Hotel. Doch diesmal stehen die Vorzeichen besser als bei den gescheiterten Versuchen in der Vergangenheit.

Mittenwald und Farchant verbindet ein Schicksal. Beide Gemeinden hatten die Vision eines exklusiven Hotels, verfolgten sie über Jahre und verteidigten sie gegen Pessimisten. Beide scheiterten mit ihrer Wunschvorstellung. Nachdem der Plan, am Kuhfluchtwald ein Sport- und Luxushotel zu errichten, zweimal – 2007 und 2009 – in Bürgerentscheiden niedergebügelt wurde, startet Farchant nun den nächsten Versuch – allerdings mit einer abgespeckten Variante. Denn die Gemeinde hat aus der Vergangenheit gelernt.

Das Hotel soll östlich der Frickenstraße realisiert werden. Kein Fünf-Sterne-Haus wie im Isartal, sondern eins im Economy-Segment. Das Vorhaben steht im Vergleich zu damals unter einem besseren Stern, betonte Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD) in der Gemeinderatssitzung. „Der Unterschied ist, dass wir einen konkreten Investor und Betreiber haben.“

Die Explorer Hotels Entwicklungs GmbH mit Sitz in Fischen im Allgäu reichte den entsprechenden Antrag bei der Gemeinde ein. Bereits in Garmisch-Partenkirchen hatte das Unternehmen beabsichtigt, das jetzige Hostel-Grundstück auf dem Bahnhofsareal zu erwerben. Doch das Rennen machte das Deutsche Jugendherbergswerk, wie Andreas Schamberger, Prokurist bei der FH Innova GmbH, mitteilt. Nun der nächste Anlauf in Farchant: Erste Gespräche fanden im Frühjahr dieses Jahres statt. Der geeignete Standort ist gefunden – östlich der Frickenstraße. Diesen Namen trägt auch der dazugehörige Bebauungsplan.

Für den Rathauschef gibt es jetzt schon keinen Zweifel: „Die Firma ist ein Glücksfall für die Gemeinde.“ Diskussionen über die Größe oder die Höhe entfallen. Das Vorhaben besticht durch seine Kompaktheit: Die Pläne, wie das Hotel aussehen soll, liegen fertig in der Schublade. Die Explorer-Häuser, die bereits in Berchtesgaden, Nesselwang, Montafon und in Kürze in Kitzbühel sowie im Zillertal stehen, werden stets nach dem gleichen Muster errichtet.

200-Betten-Haus mit erschwinglichen Preisen

Von Optik, Ausgestaltung und Konzept ist Wohlketzetter überzeugt. Das 200-Betten-Hotel mit einer Fläche von rund 5200 Quadratmetern wird im Passivhaus-Stil samt Tiefgarage (30 Stellplätze) gebaut, verzichtet auf eine groß angelegte Infrastruktur, beinhaltet zwei bis drei Tagungsräume sowie einen kleinen Wellnessbereich und beschränkt sich auf Übernachtung mit Frühstück. Das Klientel: Kurzurlauber, die zum Sporteln kommen. Und das alles soll es zu einem erschwinglichen Preis geben. Urlaub auf dem „überdimensionierten Bauernhof“, wie Wohlketzetter das Gebäude bezeichnet. Von der Wertschöpfung des touristischen Angebots würden viele profitieren – das Zugspitzland, Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister.

Auf dem insgesamt 1,8 Hektar großen Areal an der Frickenstraße, das teils den Bayerischen Staatsforsten und den Weidegenossen gehörte, und nun von den Immobilien Freistaat Bayern verwaltet wird, soll aber mehr passieren, wenn es nach der Gemeinde geht. Ein Großteil (zirka 9400 Quadratmeter) bleibe demnach Grünfläche. Außerdem ist ein Sondergebiet Fremdenverkehr (knapp 1000) und eine Fläche für Wohnungsbau (etwa 2640) vorgesehen. Während die Gemeinderäte das Hotel-Konzept durch die Bank befürworten, hakten sie bei dem für die Umgebung in der Sitzung nach. Die Grünflächen werden zwar unisono begrüßt, doch sieht Gerhard Portele (Freie Wähler) höhere Kosten auf die Kommune zukommen, um diese zu erwerben. Claus Walcher (CSU) vertritt eine andere Position. „Das kann nicht teuer sein.“ Trotzdem schlug der frühere Forstbeamte vor, dass sich Explorer finanziell beteiligen könnte. Schon alleine deshalb, weil durch die Wiese der „Blick frei bleibt“.

Einstimmiger Beschluss als gutes Omen

Was auf dem Gebiet für Wohnraum geschieht, hängt ebenfalls noch in der Luft. „Ob wir die Fläche kaufen oder das mit einem Städtebaulichen Vertrag regeln, das ist noch offen“; sagte Wohlketzetter. In Betracht kommen ein Einheimischenmodell, Eigentumswohnungen oder sozialer Wohnraum. Jetzt liegt das Areal erst einmal in der Hand von Immobilien Freistaat Bayern. Zukunftsmusik also. Ganz im Gegenteil zu dem, was die Volksvertreter zu beschließen hatten: den Bebauungsplan aufzustellen und den Flächennutzungsplan zu ändern. „Heute ist der Startschuss des Verfahrens“, verdeutlichte Christian Hornsteiner, geschäftsleitender Angestellter im Rathaus. Alle sprachen sich dafür aus. Sein Glücksgefühl über das Votum konnte der Bürgermeister nicht verbergen: „Es freut mich wirklich, das wir einen einstimmigen Auftaktbeschluss haben“, sagte er. „Das ist ein gutes Omen für das Projekt.“

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