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Rundgang mit Segnung: Pfarrer und katholischer Krankenhausseelsorger Leo Mosses (2.v.r.) weiht den Erweiterungsbau der Klinik im Beisein von (v.l.) Geschäftsführer Gerald Niedermeier, Chefarzt Dr. Florian Seemüller, den Landtagsabgeordneten Harald Kühn und Martin Bachhuber sowie vielen anderen Gästen aus Politik und Medizin ein.

Patientenzahlen steigen an

„kbo-Lech-Mangfall-Klinik": Anbau steht, Umbau folgt

Garmisch-Partenkirchen - Wenn die Seele krank ist, braucht’s gute Betreuung. Diese leistet seit nunmehr 16 Jahren die „kbo-Lech-Mangfall-Klinik“ in Garmisch-Partenkirchen. Die Zahl ihrer Patienten steigt, das Gebäude musste wachsen. Jetzt stand die Einweihung des Anbaus an.

Es wurde an alles gedacht. An die Breite, an die Länge des neuen Aufzugs in der „kbo- Lech-Mangfall-Klinik“ in Garmisch-Partenkirchen. Die Maße stimmen, ein Patientenbett hat Platz. Theoretisch. Denn das Bett passte nicht durch den Zugang. Gerald Niedermeier kann sich diese Anekdote bei der Einweihung des Erweiterungsbaus nicht verkneifen. Mittlerweile ist der Zugang verbreitert und sogar mit Glastüren ausgestattet, durch die mehr Licht ins Gebäude dringt. Der Geschäftsführer nimmt die anfängliche Fehlplanung mit Humor. „Auch Pannen haben ihr Gutes.“

Davon gab’s mehrere. Nur kleine. Zum Beispiel, wenn die Schweißarbeiten wieder mal den Feueralarm auslösten. Oder Dr. Florian Seemüller den Arzt-Kittel gegen Möbelpackergurte eintauschen musste. Er möchte diese Zeit nicht missen. „Es war eine wunderbare Erfahrung, den Baufortschritt zu sehen und eine Station mitzugestalten“, sagt der Chefarzt stolz. Jetzt ist die Zeit des Drecks und die des Lärms, den er und sämtliche Mitarbeiter in den vergangenen zwei Jahren täglich ertragen mussten, vorbei. Die Bauphase ist beendet, die Klinik auf einer Fläche von rund 1500 Quadratmetern um zwei zusätzliche Stationen – eine mit 20 Betten, die andere mit 16 –, einen hochmodernen Multifunktionsraum für Video-Konferenzen und Patienten-Kino sowie eine Aufzugsanlage reicher. Davon profitieren die Patienten der Klinik für Menschen mit psychischer Erkrankung. „Das ist ein Beitrag zur seelischen Gesundung“, hebt Bezirkstagspräsident Josef Mederer vor den vielen Gästen aus Politik und Medizin hervor.

Der Anbau war nötig. Daran lassen die Verantwortlichen keinen Zweifel. Mit 54 Betten nahm die „kbo-Lech-Mangfall-Klinik“ damals, am 1. März 2000, den Betrieb in der Marktgemeinde auf. Schnell war klar: Der Platz genügt nicht mehr, weil die Patientenzahlen im Bereich Psychiatrie und Psychosomatik ansteigen. 2006 wurde die Einrichtung schließlich um einen Modulanbau erweitert, ein Jahr später die Tagesklinik mit einer Institutsambulanz ins Leben gerufen. Und selbst die 90 Betten und 20 tagesklinischen Betten reichten angesichts der Belegungszahlen nicht aus. „Wir haben in den letzten Jahren viel Fahrt aufgenommen“, untermauert Niedermeier. Der Ruf nach einer erneuten Vergrößerung wurde laut.

Der Anbau war nötig

Als ganz so leicht stellte sich die Umsetzung des Vorhabens aber nicht heraus. „Es ist ein statisches Problem, ein bestehendes Gebäude aufzustocken“, sagt der Geschäftsführer. Gleich zwei zusätzliche Etagen, das sei „mächtig“. Und weil ihm und seinem Team immer mehr Verbesserungsideen eingefallen sind, wuchsen die ersten kalkulierten Kosten von 600 000 Euro auf insgesamt 5,6 Millionen Euro an. Davon trägt die Regierung von Oberbayern 1,8 Millionen Euro. „Da war schon ein Schubkarren voll Geld notwendig.“

Investitionen, die es wert sind. „Jeder Euro hat sich gelohnt“, betont Mederer. Eine Dachterrasse lädt zum Verweilen ein. Die Patientenzimmer sind hell, freundlich und modern, Bergblick inklusive. Zwei statt wie früher drei Betten stehen drin. Maximal sind es 21 auf den einzelnen Stationen. Eine Entlastung – für das Personal und die Erkrankten. Der Anbau ermöglicht zudem, das Behandlungsangebot der Klinik, die auch ein umfassendes neurophysiologisches Labor beziehungsweise einen Diagnostikbereich betreibt, auszudehnen. „Wir können stolz sein, was wir geschaffen haben“, macht ein sichtlich zufriedener Mederer deutlich.

"Jeder Euro hat sich gelohnt."

Niemand bereut die Entscheidung, die vor Jahrzehnten getroffen wurde, Häuser zur Behandlung von Menschen mit psychischen Problemen zu regionalisieren. „Es war wichtig, den Mut zu beweisen und vor Ort zu gehen“, bekräftigt der Bezirkstagspräsident. „Lange Wege hemmen.“ Die Fachmedizin kam zu den Betroffenen – und nicht andersherum. Mit der Erweiterung erfährt zugleich die Gesundheitsregion eine Stärkung, teilte Landtagsabgeordneter Harald Kühn (CSU) mit. Und das sei schließlich Ziel der Politik.

In erster Linie geht es aber um die Genesung der Patienten. Um diesen die bestmögliche Betreuung zu bieten, stehen schon die nächsten Arbeiten vor der Tür. Im September geht’s weiter mit dem Umbau. Die Stationsbereiche werden kernsaniert, der Brandschutz modernisiert und Wasserleitungen ausgetauscht. Weitere 4,6 Millionen Euro aus Eigenmitteln sind dafür eingeplant. Bis 2017 soll voraussichtlich alles fertig sein. Dann wird auch ein neues Konzept zum Tragen kommen. Die Klinik will laut Chefarzt Seemüller die Versorgung der akutkranken Patienten verbessern. Doch bis dahin werden diese und das Personal das schöne Flair erst einmal genießen, ehe der Bauschmutz wieder einzieht – und vielleicht wieder die eine oder andere Panne passiert. Geschäftsführer Niedermeier wird sie bei der nächsten Einweihung den Gästen sicher nicht vorenthalten."

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