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Bahnübergang Soiernweg: Einsatzkräfte sichern den Unfallort

Schwerer Unfall am Bahngleis

86-jährige Radfahrerin von Zug erfasst

Garmisch-Partenkirchen -  Eine 86-jährige Frau wurde am Bahnübergang Soiernweg von einem heranfahrenden Zug erfasst und 15 Meter mitgeschleift. Sie liegt mit schweren Verletzungen im Klinikum Garmisch-Partenkirchen.

Sie hatte den Zug wohl einfach nicht kommen gesehen. Davon gehen die Beamten der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen aus. Am Bahnübergang Soiernweg in Garmisch-Partenkirchen, der mit einer Lichtzeichenanlage ausgerüstet ist, hat sich gestern gegen 9 Uhr ein schrecklicher Unfall ereignet. Eine 86-jährige Radfahrerin wurde beim Überqueren der Gleise von der aus Mittenwald kommenden Werdenfelsbahn überrascht und mitgeschleift. Die Rentnerin liegt schwer verletzt im Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Das Becken und vier Rippen sollen gebrochen sein.

Dass es nicht zum Schlimmsten gekommen und die Seniorin unter die Räder des Zuges geraten ist, grenzt fast an ein Wunder. Dieser Umstand ist nach Angaben von Polizeihauptmeister Anton Berndaner dem Schneeräumschild des Zuges, das am unteren Teil des Triebwagens befestigt ist, zu verdanken. „Es hat verhindert, dass die Verunglückte vom Zug überrollt wurde“, sagt Berndaner. Allerdings wurde sie 15 Meter weit mitgeschleift, ehe die Bahn zum Stehen kam. Auch die schnelle Reaktion des Lokführers trug Berndaner zufolge dazu bei, dass die 86-Jährige zwar schwer verletzt ist, aber nicht in akuter Lebensgefahr schwebt. Der Frau hat wohl auch das Leben gerettet, dass Züge am Bahnübergang Soiernweg nur Tempo 20 fahren dürfen. „Der Bremsweg war dadurch relativ kurz“, erklärt Berndaner.

Neben der Polizei waren auch die Feuerwehren Garmisch und Partenkirchen sowie der Rettungsdienst des Roten Kreuzes am Unfallort. Schlimmes befürchtet hatten die Feuerwehrmänner, als sie mit der Ansage „Person unter Zug“ zum Einsatz gerufen wurden. Um die 65 Mann waren laut Michael Sexl, Zweiter Kommandant in Partenkirchen, ausgerückt. Kollegen aus Garmisch waren extra für die schwere technische Rettung – also die Befreiung der Verletzten unter der Bahn – alarmiert worden. „Sie hätten den Zug aufheben müssen, um die Frau zu bergen“, sagt Sexl. So groß war der Rettungseinsatz dann Gottseidank nicht. „Als wir am Bahnübergang eingetroffen sind, haben wir die Frau neben dem Gleis liegen sehen“, erzählt Sexl. „Wir haben die Rettungskräfte unterstützt, die Verletzte auf der Liege in den Krankenwagen getragen und den Unfallort abgesichert.“

Die Fahrgäste der Werdenfelsbahn waren vermutlich recht dankbar, dass die Aktion nicht lange Zeit in Anspruch nahm. Während des Einsatzes durften sie die Waggons nicht verlassen. „Unter den Passagieren herrschte keine Panik“, bestätigte Berndaner. „Alle waren recht ruhig und gefasst.“ Ein Notfall-Manager der Deutschen Bahn organisierte nach Angaben der DB-Pressestelle einen Schienenersatzverkehr, damit die Bahngäste weiterfahren konnten. Da der Unfall-Zug vonseiten der Polizei schnell wieder freigegeben wurde, durfte er kurz nach 10 Uhr zum Garmisch-Partenkirchner Bahnhof fahren.

Hatte die Radfahrerin Glück im Unglück? Bernander antwortet nachdrücklich. „Das hatte sie auf jeden Fall. Auch wenn sie schwer verletzt ist.“ In zwei Tagen wird die Garmisch-Partenkirchnerin 87 Jahre alt. „Vielleicht ist es ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk, dass sie alles gut übersteht“, sagt Berndaner.

Schwerer Unfall: 86-Jährige vom Zug erfasst - Bilder vom Einsatz

Magdalena Kratzer

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