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Eine Bereicherung für das Werdenfels Museum: die Krippe, die der Holzbildhauer Karl Buchwieser (M.) zur Freude von Museumsleiter Josef Kümmerle und Dr. Lorenz Wackerle, Vorsitzender des Museumsvereins, in seiner Grainauer Werkstatt gefertigt hat.

Überstrahlt vom Göttlichen

Eine besondere Krippe für das Werdenfels Museum

Garmisch-Partenkirchen - Eine einmalige Krippe haben sich Josef Kümmerle und Dr. Lorenz Wackerle fürs Werdenfels Museum gewünscht. Geschaffen hat sie Karl Buchwieser aus Grainau. Sein Werk, in dem sich alle Religionen und Menschen aus der ganzen Welt wiederfinden, bereichert ab Samstag die Ausstellung.

Ein Bekannter hat Karl Buchwieser einmal gefragt: Wie stellst du dir das Göttliche vor? Lange hat der Grainauer überlegt. Bis er seine Antwort gefunden hat: als Kugel. Denn alles im Leben habe Anfang und Ende. „Das Göttliche aber, das ist endlos.“

Der Holzbildhauer macht sich Gedanken über das Leben, die Natur, die Welt und seine Religionen. Das merkt man, wenn man sich mit ihm unterhält. Und das sieht man, wenn man eines seiner Kunstwerke betrachtet. Denn seine Gedanken hat der 80-Jährige in einer Krippe festgehalten, die ab Samstag, 3. Dezember, im Werdenfels Museum in Garmisch-Partenkirchen zu sehen ist. Die Kugel spielt dabei eine zentrale Rolle.

Vor etwa zwei Jahren hat Buchwieser mit seiner Arbeit begonnen. Damals kamen Museumsleiter Josef Kümmerle und Dr. Lorenz Wackerle, Vorsitzender des Museumsvereins Werdenfels, auf den Grainauer zu. Denn sie wünschten sich eine einmalige Krippe, die die beiden bestehenden von Sebastian Pfeffer aus Mittenwald und die Silberkrippe aus dem 19. Jahrhundert im Museum dauerhaft ergänzen sollte. Das Ergebnis hat ihre Erwartungen übertroffen. „In diesem in sich geschlossenen Konzept ist jedes Detail so wunderbar gemacht“, schwärmt Wackerle von der handgemachten Krippe, die der Verein finanziert. Über den Preis spricht niemand. Weil nicht das Geld, sondern dieses „sensationelle Werk“, wie Kümmerle es nennt, im Mittelpunkt stehen soll.

Besucher sind beim Anblick der Krippe erstmal erschrocken

Dem Museumsleiter war die Idee für den Auftrag gekommen. In der Grainauer Kirche hatte er eine Krippe gesehen, die Buchwieser gestiftet hatte und die in diesem Jahr wieder aufgebaut wird. Ein Unikat, aus dem besondere Gedanken sprechen. So etwas wünschte sich Kümmerle für sein Museum. Und er bekam es.

Buchwieser hat in seiner Werkstatt schon Besucher erlebt, die beim Anblick der Krippe erst einmal erschrocken sind. Weil sie eben nicht nur die heile Welt zeigt. „So ist die Realität doch nicht“, sagt der 80-Jährige. Deshalb wollte er auf keinen Fall auf die Unterwelt und ihre Teufel verzichten, die Menschen zurückziehen aus der Welt da oben, in der andere die Geburt Jesu feiern. Dieses freudige Ereignis steht natürlich auch bei Buchwieser im Zentrum. Seinen Anfang aber nimmt alles bei der Kugel, beim Göttlichen.

Geburt Jesu auf keine Religion beschränken

Von dort geht ein goldener Strahlenkranz zur Erde. An ihm stellt Buchwieser beispielhaft dar, was die Menschen aus dem Göttlichen gemacht haben: Glaubensrichtungen und Religionen. Das Christentum hat der Künstler ebenso symbolisiert wie den Islam und das Judentum, Gottheiten aus der Südsee und aus Ägypten oder Naturgottheiten. Am Ende des zentralen Strahls schwebt Jesus Christus über der Krippe, neben der Maria und Josef knien. Alle weiteren Figuren, von denen Buchwieser jede einzelne aus Zirbenholz von Hand geschnitzt und selbst bemalt hat, blicken auf die Heilige Familie. Die Geburt Jesu will Buchwieser auf keine Region beschränken. „Am Ende sollen doch alle Völker erlöst werden.“

So hat er Figuren aus der ganzen Welt in seine Krippe geholt: einen Mongolen auf dem Jack, einen Peruaner mit dem Lama, einen Indianer, Inder, Araber und einen Bayern mit dem Wetterflick und Schafen sowie natürlich die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland. Auch der Tod blickt auf das Neugeborene – „der gehört schließlich auch zum Leben“.

Die Szenerie wird eingefasst von einem Farbenkranz. Im Hintergrund und in weichen, dezenten Tönen gehalten, bildet er dennoch ein wichtiges und auffälliges Element. So soll es sein, findet Buchwieser, der sich seit vielen Jahren mit dem Thema befasst. Spektralfarben eines Regenbogens etwa habe nicht der Mensch erschaffen – „sie sind einfach da, das hat etwas Kosmisches, Göttliches“. In Buchwiesers Krippe dürften sie deshalb nicht fehlen.

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