Wohnen in gehobenem Ambiente und mit Eiskunstwerken an den Wänden.

Iglu-Dorf auf der Zugspitze ist eine Attraktion

Boom im 100 000-Sterne-Hotel

Das Iglu-Dorf auf der Zugspitze hat gerade seine elfte Saison hinter sich gebracht. 2997 Übernachtungen zählte der Betreiber im vergangenen Winter an 102 Betriebstagen. Es lief so gut wie noch nie. Gerade wurde der Vertrag mit der BZB um weitere fünf Jahre verlängert.

Übernachten in Eis und Schnee – wie die Eskimos. Dazu Sauna, Whirlpool, Minibar, Plausch beim Gourmet-Fondue, und das alles bei sternenklarem Himmel. Auf Deutschlands höchstem Berg. Was für ein Ambiente. Für Jan Wernet ist alles „irgendwie normal und doch wieder jedes Mal aufregend“. Der 34-Jährige aus der Schwäbischen Alb, der seit zehn Jahren in Partenkirchen wohnt, arbeitet als Projektleiter auf der Zugspitze – und betreut dort das Iglu-Dorf, das gerade seine elfte Saison hinter sich gebracht hat. 2997 Übernachtungen, soviel wie bislang noch nie, zählte Wernet im vergangenen Winter an den 102 Betriebstagen. Keine Frage: Übernachten im 100 000-Sterne-Schneehotel boomt.

Inzwischen ist das Iglu-Dorf – so heißt auch die Schweizer Firma, mit der die Bayerische Zugspitzbahn gerade einen weiteren Fünf-Jahres-Vertrag auf Fortführung der Kooperation geschlossen hat – wieder abgebaut. „Aufgrund der fehlenden Lagerkapazität auf der Zugspitze müssen wir jedes Mal das gesamte Equipment mit der Zahnradbahn runter- und wieder hochfahren“, erzählt Wernet, der im Sommer, wenn er nicht mit dem Projekt betraut ist, Canyoning-Touren in Tirol leitet. Im September laufen dann bereits wieder die Vorbereitungen für eine neue Saison auf der Zugspitze an.

Seit 2013 ist der gelernte Industriekletterer mit dem Iglu-Dorf-Projekt betraut: „Es macht großen Spaß, weil es sehr abwechslungsreich ist. Zudem habe ich ein Top-Team um mich.“ Zwischen vier und 15 Mitarbeiter bewerkstelligen den Aufbau des riesigen Iglus auf dem 30 mal 40 Meter großen Areal oberhalb der Zugspitz-Kapelle, der je nach Wetterverhältnissen zwischen vier und acht Wochen dauert.

Das Schneehotel entsteht auf recht einfache Weise. Ballone werden mit Luft gefüllt, und dann mit einer Schneefräse immer wieder beschneit. Wenn der Schnee entsprechend gefroren ist, lässt man die Luft ab und fertig ist das Iglu-Dorf. Die einzelnen Gänge werden anschließend ebenfalls mit der Fräse angelegt. Auf der Zugspitze können bei Vollbelegung rund 50 Personen übernachten, in 14 Schlafzimmern und noch in einem kleinen eigenen Iglu, das auf klassische Weise entsteht. Es gibt Gruppenzimmer für sechs Personen sowie teuere Doppelzimmer. „Beides geht gleich gut“, sagt Wernet. Herzstück des Iglus ist das 6,50 Meter hohe Restaurant, in dem alle Bewohner Platz finden.

Jedes Jahr steht unter einem besonderen Motto: 2015 war es Afrika, heuer Tibet. Schnee- und Eiskünstler – auf der Zugspitze ist es der gelernte Bildhauer Herwig Kemmerich – zaubern auf Decken und Wände fantastische Eiskunstwerke, die zum Teil von Lichtern angestrahlt werden. Auch jedes Zimmer hat seine ganz spezielle Skulptur. Weitere Annehmlichkeiten dieses Events sind zwei Whirlpools und seit letztem Jahr auch eine Sauna. Beim Abendessen können die Gäste des Schneehotels, die laut Wernet zu 80, 90 Prozent aus Deutschland kommen, auswählen zwischen einem Käse-Fondue und Kässpatzen. So gestärkt, wird eine kleine Nachtwanderung angeboten, und man kann dann den Abend an der reichhaltig bestückten Bar ausklingen lassen. Wen die Müdigkeit übermannt, der zieht sich zum Schlafen ins romantisch-beleuchtete Zimmer zurück. Man schläft in Expeditionsschlafsäcken auf Isomatten und Schaffellen, wobei die Temperatur ständig um den Gefrierpunkt liegt. Frauen, die es häufiger friert, empfiehlt Iglu-Dorf-Manager Wernet, ein oder – falls nötig – zwei Paar Socken.

Übrigens: Dass ein Raum mal einstürzen könnte, ist höchst unwahrscheinlich. Obwohl insgesamt etwa 3000 Tonnen Schnee auf den Iglus lasten, werden die Gäste des Schneehotels mit der Anekdote beruhigt, dass schon mal ein sechs Tonnen schwerer Pistenbully über drei Suiten drübergebrettert ist – und nichts passierte.

Eine Nacht im Iglu-Dorf hat natürlich auch seinen Preis: Neben dem Ticket für Berg- und Talfahrt für 43,50 Euro sind für den Gruppenraum 119 Euro und für das Doppelzimmer 179 Euro pro Person zu berappen, inklusive Frühstück am folgenden Tag im Restaurant Sonn Alpin. Die Kategorie „Romantik plus“ – mit eigener Toilette! – gibt es ab 209 Euro. Stammgäste im Iglu-Dorf sind eher selten, wie Wernet weiß: „Die allermeisten Gäste gönnen sich so eine Erlebnis-Nacht auf der Zugspitze nur einmal.“ 95 bis 98 Prozent seien davon rundum begeistert: „Ein paar wenige sind es, die etwas auszusetzen haben.“ Zum Beispiel, dass es in der Nacht zu kalt sei. Vielleicht hat dieses Klientel bei der Buchung etwas falsch gemacht und sollte das nächste Mal eine Übernachtung in einem Wüsten-Zelt wählen.

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