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Ein Ereignis: der Zugspitz-Extremberglauf. Das Bild zeigt die Zielankunft im Jahr 2011. Heuer kann das Rennen nicht gestartet werden.

Läufer erwägen rechtliche Schritte

Zugspitzlauf-Absage: Startgebühr wird einbehalten 

Garmisch-Partenkirchen - 378 Läufer haben sich bereits angemeldet, jeder hat 79 Euro Startgebühr bezahlt – und schaut jetzt in die Röhre. Ihr Vorhaben, am 13. Juli die Zugspitze zu bezwingen, können sie abhaken. Genau wie ihr Geld.

Peter Krinninger erstattet den Teilnehmern die Startgebühr nicht zurück.

Der 14. Zugspitz-Extremberglauf, für den Ehrwald bereits die Starterlaubnis verwehrt hatte wurde nun endgültig abgesagt. „Ich hab’ keine Genehmigung bekommen, durchs Reintal zu laufen“, sagt Veranstalter Peter Krinninger. Zum Unmut der 378 Bergläufer, die einer einfachen Rechnung zufolge schon 29.862 Euro für dieses Event eingezahlt haben, erstattet der Garmisch-Partenkirchner davon nichts zurück. Er verweist auf die vierseitige Ausschreibung, die jeder Läufer mit seiner Anmeldung akzeptiert. Und darin ist ziemlich am Schluss zu lesen: „Es sind keinerlei Regressansprüche bei höherer Gewalt, Verlegung oder Ausfall der Veranstaltung gegen den Veranstalter oder von ihm beauftragte Dritte möglich.“

Ein Vorgehen, das Krinninger zufolge ein Großteil seiner potenziellen Teilnehmer akzeptiert, zumal er ihnen für eine Neuauflage 2015 von der Startgebühr 50 Prozent erlassen will. Daneben gibt es aber etliche, die dieses Vorgehen nicht stillschweigend hinnehmen. Sie erwägen rechtliche Schritte, auch Anzeigen wegen Betrugs stehen im Raum. Für viele ist vor allem unverständlich, wie Krinninger den Lauf anbieten konnte, ohne alle erforderlichen Genehmigungen in der Tasche zu haben.

Das kann auch Garmisch-Partenkirchens Tourismusdirektor Peter Nagel nicht nachvollziehen, auch wenn er weiß, dass es in dem Bereich durchaus üblich sei, sich erst relativ spät um diese Formalien zu kümmern. „Trotzdem muss man im Vorfeld grundsätzliche Gespräche führen“, sagt er. Und dabei hätte Krinninger sehr schnell herausfinden können, dass kommerzielle Veranstaltungen wie der Zugspitzlauf übers Reintal niemals gestattet werden. „Keine Chance“, bekräftigt Ines Schantz, Pressesprecherin der Regierung von Oberbayern, und verweist auf die entsprechende Naturschutzgebietsverordnung.

Somit scheint sich Krinninger auch keine Hoffnungen machen zu dürfen, dass sein Lauf im kommenden Jahr auf diesem Weg gen Zugspitze führt. „Ich werde auf alle Fälle einen Antrag stellen“, betont Krinninger, der sich ebenfalls Schritte vorbehält.

Dass sich diese Geschichte negativ auf die Zugspitz Trail Run Challenge auswirkt, die der Markt und Grainau gemeinsam mit den österreichischen Nachbarn organisieren, fürchtet Nagel derweil nicht. Diese findet an drei Tagen im August statt und entspricht dem neuen Konzept der Tiroler Zugspitzarena, künftig auf eine mehrtägige Veranstaltung zu setzen. Pikant daran ist, dass ihre Route auf Deutschlands höchsten Berg größtenteils der entspricht, die Krinninger bis 2013 angeboten hatte. „Ein Schelm wer Böses dabei denkt“, schreibt ein Läufer in einer Facebook-Gruppe. Auch wenn er und andere Extremberglauf-Fans von Krinningers Vorgehen maßlos enttäuscht sind, halten sie doch am ursprünglichen Termin fest. Schon jetzt haben sich etliche verabredet, am 13. Juli gemeinsam die Zugspitze zu bezwingen – in Eigenregie.

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