Ungewisse Zukunft: Die Verantwortlichen im Bundesverkehrsministerium halten zwar an der Oberauer Umfahrung fest, wissen aber nicht, wann’s weitergeht. Foto: thomas Sehr

Bauvorhaben in der Warteschleife

Oberau - Der Planentwurf steht, die 140 Millionen Euro für die Oberauer Ortsumfahrung sind aber noch nicht freigegeben. Wann das passiert, ist unklar. Sicher ist, dass die nächste Protestaktion der Bürger am 3. Oktober steigt.

Eine zeitnahe Fertigstellung der Ortsumfahrung Oberau ist in weite Ferne gerückt, das bestätigt jetzt auch das Bundesverkehrsministerium in Berlin. Die Realisierung des 140-Millionen-Euro-Projekts bis 2018 „wäre entsprechend des umfangreichen Kostenaufwandes termingerecht nur mit Sondermitteln möglich gewesen“, erklärt Sprecher Richard Schild. Nachdem die Olympia-Bewerbung nun gescheitert ist, könne dieses Vorhaben nur im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Bundes erfolgen. Vorerst gelte es, bereits begonnene Projekte voranzutreiben und auch den schlechten Zustand der Bundesfernstraßen zu beheben: Zunächst müsse das sicher gestellt werden, „bevor über weitere Bauvorhaben, wie der Umfahrung Oberau, entschieden werden kann“.

Aussagen, die Christian Allinger, Sprecher der Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Oberau (VEO), „Wischiwaschi“ nennt. Aussagen, die ihn und seine Mitstreiter aber auch bestärken, auf Hochdruck eine weitere, noch größere Protest-Veranstaltung zu planen, die heuer am 3. Oktober steigen soll. „Wir fühlen uns aufs Abstellgleis verschoben“, empört sich Allinger. Ihrem Unmut - auch über die Politik - wollen die Oberauer bei ihrer Aktion Luft machen.

Den Frust kann Alexander Dobrindt (CSU) durchaus nachvollziehen: „Ich bin auch nicht glücklich über die Situation, bleibe aber am Ball“, versichert der Bundestagsabgeordnete, der für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen zuständig ist. Seine nächsten Anstrengungen gehen dahin, dass möglichst zeitnah alle Voraussetzungen für den Bau der Ortsumfahrung geschaffen würden. In erster Linie hänge das vom finanziellen Spielraum ab, den der Bundes-Haushalt lässt. „Die Mittel sind begrenzt, deshalb trete ich vehement für die Pkw-Maut ein, um auch die ausländischen Autofahrer an den Kosten für den Bau und Unterhalt unserer Straßen zu beteiligen.“ Vorstellen könne er sich, ein Modell à la Österreich, das mit der Vignette gute Erfahrungen gemacht habe. (tab)

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