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Ein Idyll: der Huberpark, den Bürgermeister Stephan Märkl (l.) und Gemeinderat Wolfgang Utz beleben wollen.

"Bürger für Grainau" setzten sich ein

Bienen sollen Huberpark bevölkern

Grainau - Er ist ein Idyll, ein ganz besonderes Kleinod in Grainau: der Huberpark. Wie das Areal, das seit 1973 der Gemeinde gehört, genutzt wird, ist die Frage, an der sich die Geister scheiden. Jetzt schlagen die „Bürger für Grainau“ ein Bienen-Informationszentrum vor.

Ein uralter Bestand auch mit seltenen Bäumen wie Trauerweide und Hängebuche, der plätschernde Krepbach, eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt mit Feuchtbiotopen, verschlungene Pfade und immer wieder wunderschöne Ausblicke aufs Wetterstein und Kramermassiv von den Anhöhen aus – das ist der Grainauer Huberpark. „Die Gemeinde kaufte das Anwesen 1973 von den Privatbesitzern und stotterte die Summe in Raten ab“, sagt Bürgermeister Stephan Märkl (CSU).

Zuvor befand sich das Areal im Besitz der Münchner Uhrmacherfamilie Huber. Die Geschäftsleute hatten es kultivieren und parkähnlich anlegen lassen. 1904 wurden auf einer der Anhöhen ein Sommerhaus, auf weiteren ein Badehaus mit Außenbecken sowie eine Kapelle errichtet. Die sanierungsbedürftigen Gebäude stehen mittlerweile leer – vor zwei Jahren zog der letzte Mieter aus dem Wohnhaus aus. Wald und Flur wird vom Forstamt betreut, für alles andere ist die Gemeinde zuständig. Inzwischen sind die aufgestellten Schilder und Infotafeln verblasst, es muss etwas passieren mit dem Haus. Dabei gibt es sogar einen Lehrbienenstand und einen Richard-Strauss-Stein. Der berühmte Komponist, der seinen Lebensmittelpunkt bekanntlich in seiner Garmischer Villa hatte, war mit den Hubers eng befreundet. Sicher kam ihm die eine oder andere Melodie beim Lustwandeln hier in den Sinn. Für jedermann wurde der „Vorgarten des Zugspitzdorfs“ mit Eingang von der Loisachstraße erst Anfang der 1970er-Jahre geöffnet. Im Internet wird das romantische Fleckerl Erde in wilder Natur, im Bergsturzgebiet, sogar als Geheimtipp gehandelt.

Auf der Tagesordnung des Grainauer Gemeinderates steht seit Jahren die Frage der Zukunft des insgesamt acht Hektar großen Geländes mit 1,5 Kilometern Rundwegen samt seiner Bebauungen. „Ein Entwicklungskonzept Huberpark, das an das Schäuble Institut für Sozialforschung in Auftrag gegeben wurde, schien uns der richtige Ansatz“, erklärt Märkl. Im April vergangenen Jahres wurden die Ergebnisse vorgestellt und anschließend in Arbeitskreisen diskutiert. Die Vorschläge gingen von der Betrachtung des Parks im Gesamt-Zusammenhang mit dem städtebaulichen Konzept für die Gemeinde, über eine bessere Ortsanbindung mit weiteren Zugängen bis zur Errichtung eines Walderlebniszentrums oder Gesundheitsparks. Jeweils 30 bis 40 Grainauer kamen zu den öffentlichen Dialogrunden.

Ausgegangen ist letztendlich alles wie das „Hornberger Schießen“: Die Arbeitskreise haben sich wieder aufgelöst, denn keines der Konzepte ist bezahlbar. „Inzwischen hat die Gemeinde einen Antrag auf Leader-Förderung gestellt“, erklärt Märkl. Das EU-Programm für Projekte in ländlichen Regionen würde 60 Prozent der Kosten übernehmen, denn das Ansinnen, die Attraktivität des Parks zu erhöhen, für Einheimische und Gäste einen echten Mehrwert zu schaffen, bleibt.

Auf dem Tisch liegt inzwischen ein aktueller Antrag der Bürger für Grainau (BfG) zur künftigen Nutzung. Die Errichtung eines in Oberbayern bisher einzigartigen Bienen-Informationszentrums wird darin vorgeschlagen. „Die für unser Ökosystem unverzichtbaren Bienen, das Wissen über diese faszinierenden Insekten, soll im Mittelpunkt stehen“, erklärt Vorsitzender Wolfgang Utz. Er und seine Mitstreiter schlagen in Erweiterung des bereits vorhandenen Lehrbienenstandes einen Lehrpfad mit (zunächst) acht bis zehn Stationen und dem Huberhaus als Infozentrum vor. Den Imkereifachverband und den Bienenzuchtverein Werdenfels wissen sie dabei mit im Boot. Laut Antrag soll das Thema auf der nächsten Sitzung des Dorfentwicklungsausschusses stehen. Bürgermeister Märkl kann sich mit der Idee und auch dem bereits am 25. September geplanten Bienenfest samt kulturellen Beiträgen rund um die Villa durchaus anfreunden. Deshalb hofft er zusammen mit Utz auf weitere Begeisterte und zahlreiche freiwillige Helfer bei der Projektrealisierung.

Margot Schäfer

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