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Markante Optik: der SAR-Hubschrauber der Bundeswehr. Auf dieser Archivaufnahme ist die Maschine auf dem Bergwacht-Landeplatz in Krün zu sehen.

Notfall-Rettung trotzdem gesichert

Bundeswehr zieht Hubschrauber ab

Landkreis - Der Einsatz von Hubschraubern kann nach Unfällen im Gebirge Leben retten. Ab 2017 wird der Bergwacht ein wichtiger Partner nicht mehr im gewohnten Umfang zur Seite stehen: Die Bundeswehr zieht ihre SAR-Einheit vom Luftwaffenstandort Landsberg ab.

Sommerzeit ist Bergzeit – und bedeutet Hochsaison für die Bergwacht-Bereitschaften im Landkreis. Gerade im Wetterstein und Karwendel häufen sich derzeit die Einsätze. Erst kürzlich mussten die Helfer ein regelrechtes Power-Wochenende absolvieren (wir berichteten). Da ist es Gold wert, Unterstützung aus der Luft zu erhalten. Eine feste Größe ist die Bundeswehr mit ihrem leichten SAR-Transporthubschrauber, einer Bell UH-1D, die bislang am Luftwaffenstandort Landsberg steht und rund um die Uhr angefordert werden kann – wenn sie nicht gerade für militärische Zwecke benötigt wird.

Doch das wird sich bald ändern: Denn im Zuge der Bundeswehr-Reform soll die besagte militärische Einrichtung aufgelöst und das komplette SAR-Kommando bis Ende des Jahres nach Niederstetten in Baden-Württemberg verlegt werden. Dort ist das übergeordnete Transporthubschrauberregiment 30 beheimatet. Überraschend kommt dieser Schritt nicht, er hatte sich abgezeichnet.

Insider sind sich sicher: Den Helikopter mit den markanten blauen Lettern „SAR“ auf orangefarbenem Hintergrund – „SAR“ ist die Kurzformel für „Search And Rescue“ („Suchen und retten“) – wird man dann im Landkreis Garmisch-Partenkirchen deutlich seltener zu Gesicht bekommen. Der Grund: der viel zu lange Anflugweg. Eine Maschine braucht von Landsberg hierher etwa 20 bis 25 Minuten, von Niederstetten dürfte es deutlich länger, möglicherweise doppelt so lange dauern – im Rettungswesen eine halbe Ewigkeit.

Die Bundeswehr hält sich in der Angelegenheit diplomatisch zurück. Die Anflugwege für „Einsätze im Gebirge“ seien von Niederstetten „in der Tat länger“, räumt die zuständige Pressestelle der Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf auf Nachfrage ein. „Hier kann es daher zu Veränderungen im Bereich des Such- und Rettungsdienstes kommen“, heißt es. Nichtsdestotrotz bleibe der SAR-Auftrag „vollumfänglich erhalten“. Auf die „grundsätzliche Einsatzbereitschaft“ der Hubschrauber für die Bergrettung habe die Umstrukturierung „keine Auswirkungen“. Für den Land-Einsatz sind bundesweit permanent drei SAR-Maschinen an den Standorten Holzdorf, Nörvenich und künftig eben in Niederstetten stationiert.

In Bergwachtkreisen wird dem Vernehmen nach die Entwicklung mit einer gewissen Wehmut verfolgt. Die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr habe immer gut funktioniert, ist zu hören.

Die Bergwacht-Spitze sieht indessen das Ganze gelassen. „Die Notfallrettung ist abgesichert“, betont Klemens Reindl. Der Bad Kohlgruber ist als Bundesleiter Deutschlands oberster Bergwachtler. In der Region bestehe ein dichtes Netz an Rettungshubschraubern unterschiedlicher Organisationen, die über die Integrierte Leitstelle angefordert werden könnten und in der Regel innerhalb weniger Minuten vor Ort seien. Die Bundeswehr-Maschine spielt seinen Angaben zufolge in der Notfallrettung ohnehin keine große Rolle. Sie werde vor allem dann eingesetzt, wenn es nicht auf jede Minute ankommt. Dies ist beispielsweise bei Transportflügen oder Suchaktionen der Fall. Reindl geht auch davon aus, dass die Unterstützung durch die Bell UH-1D zurückgehen wird. Die Lücke könnten aber die Staffeln der Bundes- und Landespolizei problemlos füllen. Zu Engpässen werde es bestimmt nicht kommen.

Ganz klar die Nummer eins der Luftrettung im Gebiet der Leitstelle Oberland, das von Steingaden bis Lenggries reicht, ist Christoph Murnau (ADAC). 2015 wurden insgesamt 385 Hubschrauber-Einsätze gezählt. Allein auf Christoph Murnau entfielen 220, die SAR-Maschine der Bundeswehr kam auf 47.

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