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Hat immer einen lockeren Spruch auf Lager: Schauspieler Jürgen Vogel. 

Wir waren am Set von "Iceman"

Dreharbeiten im Landkreis: Jürgen Vogel spielt den Ötzi

Landkreis - Mensch, Mumie, Mysterium: Das Leben und Sterben des Bergnomaden Ötzi beschäftigt noch heute die Wissenschaft. Nun wird seine Geschichte verfilmt. Derzeit laufen die Dreharbeiten – in der Partnach- und Asamklamm. Ein Besuch am „Iceman“-Set.

Jürgen Vogel als Ötzi: Gedreht wird in Südtirol, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und in Kärnten.

Drehtag 22. Der erste in Eschenlohe. Zwei Mitarbeiter des Filmteams kraxeln im Hang herum, suchen am Boden massive, abgebrochene Äste, um sie dann durch die Schlucht zu schleppen. „Das ist alles gebaut“, schallt es durch die felsigen Wände der Asamklamm. Er, der Star am Set, ist eingetroffen. Unüberhörbar. Er, einer der erfolgreichsten deutschen Schauspieler: Jürgen Vogel („Keinohrhasen“). Entschuldigung: der „moderne Ötzi“.

„Iceman“ – die Geschichte der berühmtesten Gletschermumie Europas kommt in die Kinos, voraussichtlich im Winter 2017. Nach Drehtagen an Original-Schauplätzen wie dem Schnalstal in Südtirol, wo Ötzi vor 25 Jahren entdeckt wurde, laufen nun für eine Woche die Kameras in der Asam- und in der Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen. „Es wurde gezielt nach Schluchten gesucht“, sagt Produzent Jan Krüger („The Wave“) von der Port au Prince Film & Kultur Produktion über die Wahl der Kulisse. „Wir sind sehr dankbar, dass wir so was hier in Deutschland gefunden haben.“ Trotz der logistischen Aufgabe für die Crew. Allein in der Asamklamm helfen 52 Leute, unter anderem, das Equipment dorthin zu transportieren.

Mit seiner Oktoberfest-Lederhose und den modischen Bergschuhen stellt sich Vogel auf einen Gesteinsbrocken mitten vor der imposanten Felsformation. Fotoshooting in der Naturkulisse. Zum ersten Mal gastiert der Berliner im Landkreis und ist begeistert. „Es ist hier wirklich sehr schön.“ Vor allem der Eibsee hat es ihm angetan. „Ich war nach der Sauna schon drin baden“, verrät der 48-Jährige. Er würde gerne öfter in den Bergen drehen. Deshalb schlägt er vor, „dass wir den Heimatfilm wiederbeleben“. Sein Plan B: „Oder ich gebe Führungen als Ötzi.“ Ein Scherz.

Jürgen Vogel entdeckt viele Gemeinsamkeiten mit Ötzi

Den Bergnomaden hat der Schauspieler mittlerweile so was wie inhaliert. Selbst optisch geht die Steinzeit nicht spurlos an ihm vorbei. Der Rasierer dürfte wohl nicht mitgereist sein. In Vogels Gesicht sprießt ein wuchtiger Bart. Natur pur. Statt Glatze trägt er im Film lange Zotteln. Die sind künstlich. Vogel fühlt sich wohl in der Rolle, weil er Gemeinsamkeiten mit dem Mann aus dem Eis entdeckt hat. „Ein toller Typ, wahnsinnig hübsch und mit sympathischer Größe. Jetzt ist er aber ein bisschen geschrumpft“, sagt er und lacht herzhaft los. Noch eine Übereinstimmung: die Tätowierung. Der Charakterdarsteller kokettiert gerne mit seinem Aussehen und kann sich die witzigen Vergleiche nicht verkneifen.

Seinen Humor muss er bei den Aufnahmen allerdings abstreifen. „Iceman“ ist ein brachiales Drama über Liebe, Mord, Rache und Barmherzigkeit. Wissenschaftliche Erkenntnisse – es wurde eng mit dem Museum in Bozen zusammengearbeitet, wo die Mumie ausgestellt ist – bilden das Rückgrat der internationalen Co-Produktion. Das archaische Epos verzichtet auf große Dialoge. Für manche Szenen half ein Linguistik-Professor, eine ans Rätische angelehnte Ursprache zu entwickeln. Emotionalität und Authentizität, das ist das Fleisch des Films, bei dem Felix Randau Regie führt. Eine Herausforderung für den Hauptdarsteller, aber auch für die Künstler in den Nebenrollen wie Franco Nero, Violetta Schurawlow oder André Hennicke. Doch Vogel hat ein probates Mittel, um das umzusetzen. „Man muss einfach nur echt sein, das ist das Beste.“

Geschichte Ötzis noch nie in fiktionaler Form auf der Leinwand

An seinen Qualitäten zweifelt beim Film-Team niemand. „Er ist ein toller Schauspieler“, bescheinigt ihm Prof. Klaus Schaefer, Geschäftsführer vom FilmFernsehFonds Bayern, einer der Förderer. Von der Umsetzung des Themas ist er ohnehin überzeugt, weil die Geschichte Ötzis noch nie in fiktionaler Form auf die Leinwand gebracht wurde. „Der Film hat Potenzial, erfolgreich zu werden.“

Im Gegensatz zu Vogel war Schaefer schon mehrmals beruflich im Landkreis unterwegs. Die Region ist gefragt, wenn es um Schauplätze für Filme geht. Hollywood-Streifen wie „Big Game“ oder „Eddie the Eagle“ wurden in Garmisch-Partenkirchen gedreht – mit Größen wie Samuel L. Jackson und Hugh Jackman in den Hauptrollen. Und jetzt „Iceman“ mit Jürgen Vogel. „Die Reihenfolge ist absolut richtig“, sagt dieser. Wie immer mit einem Augenzwinkern.

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