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Im Schloss Elmau treffen sich im Juni 2015 die Staatschefs. Die Vorbereitungen laufen schon seit Monaten.

Kosten werden konkreter

G7-Gipfel in Elmau: Das 130-Millionen-Euro-Treffen

München/Krün - Gut acht Monate noch, dann treffen sich auf Schloss Elmau die Staatschefs der sieben größten Industrie-Nationen zum G7-Gipfel. Das Sicherheitskonzept der Polizei soll in einigen Wochen vorgestellt werden. Die Kosten werden unterdessen konkreter.

Dass er teuer wird, daran hatte kaum jemand einen Zweifel. Aber wie teuer, das war bisher unklar. Nun gibt es zumindest einen groben Rahmen dafür, was der Freistaat für den G7-Gipfel im kommenden Jahr auf Schloss Elmau im Werdenfelser Land ausgeben wird: Insgesamt sind es rund 130 Millionen Euro.

Der größte Batzen ist mit 84,5 Millionen Euro im Haushalt 2015 veranschlagt. Längst bekannt sind die 45,5 Millionen Euro, die im diesjährigen Haushalt bereitstehen. Hinzu kommen die Kosten, die der Bund als Ausrichter des Gipfels übernimmt, etwa für die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Schloss, die das Bundeskriminalamt übernimmt. In Heiligendamm zahlte der Bund dafür 81 Millionen Euro. Für Elmau werde ein ähnlicher Betrag angepeilt, heißt es in einer Mitteilung.

Vor G7-Gipfel 2015: Dafür nimmt Bayern Geld in die Hand

Dass Bayern so viel Geld in die Hand nimmt, hängt laut Staatskanzlei und Innenministerium unter anderem damit zusammen, dass Projekte, die ohnehin angestanden hätten, nun vorgezogen werden. Die Mautstraße nach Elmau etwa hätte sowieso saniert werden müssen, wie ein Sprecher des Innenministeriums betont. Für den Hubschrauberlandeplatz werde zur Zeit ein verwahrloster Parkplatz aufgearbeitet – und nach dem Gipfel am 4. und 5. Juni wieder in einen Wanderparkplatz verwandelt. „Das sind Maßnahmen, die der Region zugute kommen.“

Neben der Infrastruktur verschlingt der Bereich Sicherheit am meisten Geld. Seit Monaten arbeitet ein Planungsstab der Polizei am Konzept. Dafür sind 80 Beamte in einer eigens geschaffenen Dienststelle in München zusammengefasst. Sie kommen aus allen zehn bayerischen Präsidien. Die meisten stammen allerdings aus dem Präsidium Oberbayern Süd in Rosenheim, das für den Einsatz zuständig ist, und aus München. Sie sind bis zum Gipfel abgestellt, um das Sicherheitskonzept weiterzuentwickeln.

Das will Innenminister Joachim Herrmann Anfang November bei einem Besuch in Garmisch-Partenkirchen vorstellen. Eine ganze Reihe brennender Fragen steht im Raum: Zum Beispiel die, wie viel Beamte schließlich bei Gipfel eingesetzt werden. Klar ist nur, dass die Staatsregierung rund 10.000 Hotelbetten für die Sicherheitskräfte reserviert hat. Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Planungsstabs, hält eine Zahl von deutlich mehr als 10.000 Beamten für wahrscheinlich. Zum jetzigen Zeitpunkt Genaueres zu sagen, hält er aber für „unseriös“. Zur Orientierung: In Heiligendamm kamen 17.000 Polizisten zum Einsatz.

Innenminister Herrman will Polizeipräsenz bei G7-Gipfel 2015 auf das "unbedingt Notwendige" beschränken

Innenminister Herrmann hat schon im Juni betont, die Polizeipräsenz auf das „unbedingt Notwendige“ zu beschränken. Dabei ist der Bereich, den es zu sichern gilt, groß. Der Flughafen München gehört genauso dazu wie die Landeshauptstadt und der Kreis Garmisch-Partenkirchen. Eine Herausforderung werden die Demonstrationen sein, die Gipfel-Gegner Ende September angekündigt haben. So soll am 30. Mai eine Großdemo in München stattfinden. Am 4. Juni wollen sich die Gegner in Richtung des Tagungsorts bewegen, um den Gipfel „empfindlich zu stören“.

Mit welchen Einschränkungen die Bürger zu rechnen haben, ist noch nicht in Gänze klar. Allerdings könnte es an den Gipfel-Tagen selbst auf den Zubringerstraßen zwischen München und dem Schloss Elmau zu Straßensperren kommen. Betroffen sind dabei die B 2 und die A 95.

Auch Sozialverbände bereiten sich auf G7-Gipfel 2015 vor

Neben der Polizei bereiten sich auch die Sozialverbände auf den Gipfel vor. Erst am vergangenen Donnerstag trafen sich 35 Vertreter der eigens gegründeten „Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsschutz“. In ihr sind nach Aussage des Geschäftsführers des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Leonhard Stärk, alle bayerischen Hilfsorganisationen vertreten. Zusammen mit dem Innenministerium arbeite man einen Plan aus, der unter anderem die medizinische Versorgung der Anwohner, der Helfer und der Demonstranten gewährleisten soll.

Stärk sagte, es werde unter anderem eine zusätzliche Rettungswache geben. Eine genaue Zahl an Einsatzkräften konnte er noch nicht nennen. Sie werde aber in die Hunderte gehen. Auch in punkto Kosten ist noch nichts fix. „Die erfassen wir gerade“, sagt Stärk. Er geht aber von einem Betrag zwischen einer und drei Millionen Euro aus.

Besonderes Augenmerk auf die Demonstranten legen auch die Hilfsorganisationen. Natürlich werde man sich personell auf die Zahl der Demonstrationsteilnehmer einstellen, sagt Stärk und verspricht: „Wir werden vorbereitet sein.“

Marcus Mäckler

Am Bürgertelefon beantwortet die Polizei alle Fragen zum G7-Gipfel. Es ist unter 0800/ 7766330 zu erreichen und montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr besetzt.

Alle Infos zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau finden Sie auf unserer G7 Themenseite. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir bereits zusammengefasst.

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