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Die Innere Mission wird sich wahrscheinlich 2018 aus Grafenaschau zurückziehen.

Bayerische Regierung zieht die Zügel an

Heime unter Zugzwang

Landkreis - Mehr Wohnfläche, mehr Einzelzimmer: Senioreneinrichtungen müssen wegen gesetzlicher Vorgaben saniert werden. Nicht jeder ist ein Befürworter.

Die Betreiber von Seniorenheimen im Landkreis stehen unter gehörigem Druck. Und zwar wegen gesetzlicher Änderungen. Viele müssen umbauen und sanieren. Nicht jeder hält aber das, was der Freistaat Bayern fordert, für sinnvoll.

Zum Hintergrund: Vor ziemlich genau fünf Jahren ist die Ausführungsverordnung zum Pflege- und Wohnqualitätsgesetz in Kraft getreten. Damals wurden die Anforderungen an die Wohnfläche um zwei Quadratmeter erhöht. Zudem wurde eine Quote für Einzelzimmer eingeführt. Hier soll es in stationären Einrichtungen einen angemessenen Anteil geben, der in Bayern 75 Prozent beträgt. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind laut Landratsamtssprecher Stephan Scharf 21 Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe von der erwähnten Verordnung betroffen. „Alle werden in mehr oder weniger großem Umfang Angleichungen an bauliche Mindestanforderungen vornehmen müssen.“ Der Behörde obliegt die Heimaufsicht.

Betroffen ist zum Beispiel das Lenzheim in Garmisch-Partenkirchen. „Die Bäder genügen den Vorschriften nicht mehr, weil sie für Rollstuhlfahrer größer sein müssten“, erklärt Georg Scheffler-Borngässer, Sprecher der Rummelsberger Diakonie. Diese betreibt das Lenzheim. Nun gibt es Überlegungen für einen Erweiterungsbau. „Es läuft eine Bauvoranfrage“, sagt der Sprecher.

Die Hilfe im Alter GmbH der Inneren Mission, die in Grafenaschau das Seniorenheim Lindenhof betreibt, will dort hingegen nicht mehr investieren. Ein Problem: „Wir haben nur Einzelzimmer, die sind aber zu klein“, betont Geschäftsführer Gerhard Prölß. Aus zwei Räumen einen zu machen, ergebe keinen Sinn. Damit sei das Haus nicht wirtschaftlich zu betreiben. Denkbar wäre ein Abriss und Neubau. Der Standort sei aber „fraglich“, weil er doch etwas ab vom Schuss sei, sagt Prölß. So haben sich die Verantwortlichen für einen Umzug nach Schlehdorf entschieden. Dort wird gerade ein altes Gebäude abgerissen. Ab Mitte September wird ein Neubau hochgezogen. „Im März 2018 sollte er fertig sein.“

Die gesetzlichen Vorgaben überzeugen den Geschäftsführer nicht vollends. „Da ist viel Unsinn dabei, ganz viel, was gegen den gesunden Menschenverstand spricht.“ Eins ist klar: Sanierungen dürften die Pflegesätze bei älteren Häusern in die Höhe treiben. Prölß ist dieser Meinung. „Das ist ja alles mit einem Heidengeld verbunden.“

Eine weitere Einrichtung, die auf den neuesten Stand gebracht werden muss, ist das Alten- und Pflegeheim Phönix-Haus Karwendel in Mittenwald. Es gehört zur Korian-Gruppe. Diese sah sich „aufgrund noch notwendiger rechtlicher Klärungen mit den Behörden“ derzeit nicht in der Lage, Nachfragen zu beantworten.

Die Heime sind bereits aktiv geworden. Wie Scharf mitteilt, haben alle stationären Einrichtungen „bereits Angleichungen an die baulichen Mindestanforderungen vorgenommen oder stellen Anträge auf punktuelle Befreiungen und Fristverlängerungen“. Die Frist läuft offiziell Ende August aus.

Die bayerische Regierung will die Zügel übrigens noch straffer anziehen. Laut Scharf wurden „Nachregulierungen in einzelnen Punkten angekündigt, die sich wohl auf den Bereich Prüfungskonzept und Veröffentlichung der Prüfberichte beziehen“.

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