+
Trügerische Idylle am Staffelsee: Immer mehr Hundehalter haben Angst, dass ihre Vierbeiner vergiftet werden. Hier ist Monika Dotzer mit ihrer Hündin Luna zu sehen.

Hundehasser: Gefahr für Murnaus Image?

Murnau - Seit rund drei Jahren treiben ein oder mehrere Hundehasser in Murnau ihr Unwesen. Dies scheint sich zu einem Image-Schaden für den Tourismusort zu entwickeln.

Es ist eine grausame Spur der Tierquälerei, die sich seit drei Jahren durch die Marktgemeinde zieht. Die letzten Opfer der unbekannten Hundehasser, eine Dobermann-Hündin und ein Westhigh-Terrier wurden durch präparierte Wurststücke vergiftet. Während die Hundedame sich erholte, verstarb der kleine Vierbeiner.

Die Wut und Angst der Tierfreunde ist groß. Und das nicht nur in Murnau. Auf verschiedenen Internetseiten wird schon ausdrücklich vor einem Besuch der Marktgemeinde gewarnt. So organisierten Mitglieder der Seite www.Tierfreunde.de eine Rubrik, in der Hundebesitzer auf Orte aufmerksam gemacht werden, in denen Giftköder ausgelegt wurden. Auch die Marktgemeinde ist dort zu finden: „In Murnau und der näheren Umgebung gab es Köder mit Gift, davor Köder mit Angelhaken und Nadeln versetzt“, ist dort zu lesen. Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten. So schreibt ein Nutzer des Forums: „Ein beliebter Treffpunkt unter Hundebesitzern im Ort ist ein wunderschöner Park mit alten Bäumen. Zur Zeit meiden wir jedoch diesen Platz.“ Damit gemeint ist wohl der Seidlpark. Warnungen, die sich auf Murnau beziehen, tauchen auch auf anderen Seiten wie etwa www.DogForum.de auf. Auch hier herrscht Bestürzung: „Ich wohne in der Nähe von Seehausen. Dort gehe ich mit den Hunden allerdings nicht hin“, schreibt eine Tierfreundin.

Das Ehepaar Keller aus dem Bayerischen Wald verzichtet ebenfalls seit den grausamen Vorfällen auf längere Aufenthalte in der Marktgemeinde. „Spaziergänge mit unseren Hunden in Murnau haben wir bereits seit einiger Zeit eingestellt“, erklärt Harald Keller. „Früher sind wir danach oft noch im Ort geblieben, um unsere Einkäufe zu erledigen. Dies tun wir schon lange nicht mehr.“ Sie hätten sich stattdessen mehr nach Penzberg orientiert.

Eine Gefahr für den Tourismus sind die Vorfälle laut Uwe Pechtl, Leiter der Tourist-Information, aber nicht. „Ich denke nicht, dass das Ganze einen negativen Trend im Tourismusgeschäft auslöst. Aber natürlich hoffe ich, dass die Taten schnell aufgeklärt werden.“

In der Kritik steht die Polizei: „Es hat mich sehr verwundert, dass die Polizei so wenig reagiert hat“, beschwert sich die Hundebesitzerin Elisabeth Schwaller aus Murnau. „Die Beamten sollten auf ihrer Streife noch viel intensiver nach Hundeködern Ausschau halten.“ Siegfried Wanke, Vizechef der Polizeiinspektion Murnau, weist diese Vorwürfe zurück: „Wir sind wegen der Taten sehr beunruhigt. Natürlich schauen wir ständig auf unseren Rundgängen nach ausgelegten Ködern“, betont er.

Gefahr sieht Schwaller aber auch in der möglichen Gewaltbereitschaft vieler Tierfreunde gegen den unbekannten Täter. „Das schaukelt sich jetzt alles hoch. Und es gibt einige sehr energische Hundebesitzer. Wenn die diesen Menschen erwischen, möchte ich nicht in seiner Haut stecken.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bewerbung für Radschnellweg entlang der Loisach läuft

Landkreis - Runde eins ist geschafft: Von 183 eingereichten Projekten kamen beim Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ 51 in die engere Auswahl. Darunter das …
Bewerbung für Radschnellweg entlang der Loisach läuft

Dreharbeiten im Landkreis: Jürgen Vogel spielt den Ötzi

Landkreis - Mensch, Mumie, Mysterium: Das Leben und Sterben des Bergnomaden Ötzi beschäftigt noch heute die Wissenschaft. Nun wird seine Geschichte verfilmt. Derzeit …
Dreharbeiten im Landkreis: Jürgen Vogel spielt den Ötzi

Kommentare