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Bleibt optimistisch: Sebastian Kramer von der Zugspitz Region. 

Zustand des Untergrunds schlechter als gedacht

Kostenexplosion beim Loisach-Radweg

Landkreis - Ist das schon das Ende vor dem Start? Die Kosten für den geplanten Loisach-Radweg zwischen Garmisch-Partenkirchen und Murnau sind stark gestiegen. Doch es gibt schon Ideen, wie das Problem gelöst werden kann. 

Krawatte zurechtrücken, einmal tief durchatmen: Sebastian Kramer überbringt die unangenehme Nachricht: „Die Kosten sind deutlich nach oben geschossen“, sagt der Geschäftsführer der Zugspitzregion in der Sitzung des Kreisausschusses. Nicht 2,4 Millionen soll der geplante Radweg zwischen Garmisch-Partenkirchen und Murnau verschlingen, sondern 3,85 Millionen Euro. Der Kreis müsste demnach 189 500 Euro pro Jahr aufbringen – von 2017 bis 2019 – statt wie zuerst kalkuliert 118 000 Euro. Der Grund für die Kostenexplosion: Der Zustand des Untergrunds erwies sich schlechter als gedacht, was umfangreichere Arbeiten erfordert. Ist das etwa schon das Ende, bevor das Projekt überhaupt begonnen hat? Mitnichten. Kramer bleibt optimistisch und lotet bereits einen Masterplan aus. Der geht aber nur auf, wenn das Staatliche Straßenbauamt Weilheim mitspielt.

Der Geschäftsführer der Zugspitz-Region, die die Bewerbung des Konzepts beim Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ koordiniert, versucht, die Behörde finanziell mit ins Boot zu holen. „Gewisse Wegstrecken könnten als Bundesstraßen begleitende Maßnahme gelten“, erläuterte er dem Gremium, das dem Kreistag eine Beschlussempfehlung ausspricht. Gibt das Straßenbauamt seinen Segen, reduzieren sich die Kosten. Der Ausbau wäre dann Aufgabe der Behörde.

Es handelt sich dabei nicht gerade um Peanuts. Der Gesamtbetrag verringere sich Kramer zufolge um etwa 1,6 Millionen Euro. Für den Kreis kämen sogar weniger Kosten zu als in der Anfangskalkulation – nämlich 109 000 Euro pro Jahr.

Unsicher ist sich Kramer allerdings, inwieweit die neue Schätzung das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit bei seiner Entscheidung beeinflusst. Schließlich reichte man dort Unterlagen mit anderen Zahlen ein. Ohne die finanzielle Unterstützung, davon ist auszugehen, verschwindet das Konzept in der Schublade. Die Förderquote bei Radwegen liegt in der Regel bei 30 bis 40 Prozent, machte der Geschäftsführer deutlich. Überzeugt das hiesige Konzept aber beim Wettbewerb, gibt’s 80 Prozent (etwa 1,7 Millionen bei der ersten Planung). Die Beschilderung der Strecke versucht die Zugspitz-Region von Leader bezuschusst zu bekommen.

Die Mitglieder im Kreis jedenfalls stehen hinter dem 33 Kilometer langen Radweg, bei dem auch die sechs betroffenen Gemeinden Murnau, Ohlstadt, Eschenlohe, Oberau, Farchant und Garmisch-Partenkirchen zur Kasse gebeten werden. Einstimmig votierten sie dafür 50 Prozent des kommunalen Eigenanteils des Ausbaus zu übernehmen – trotz der Steigerung. Das letzte Wort hat aber der Kreistag am Freitag, 14. Oktober.

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