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Kramertunnel: Naturschützer scheitern

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Von: Peter Reinbold

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© Thomas Sehr

Garmisch-Partenkirchen - Wieder gescheitert: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat den Eilantrag des Bunds Naturschutz abgelehnt. Die Umweltschäden beim Bau des Kramer-Erkundungstunnels müssen nicht umgehend beseitigt werden.

Mit allem hatte Dr. Andreas Keller gerechnet, nur mit dem nicht. Und er versteht die Welt nicht mehr – vor allem nicht die der Gerichte. Im Streit um den Kramertunnel ist der Bund Naturschutz (BN) in Garmisch-Partenkirchen nun auch am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof krachend gescheitert. Der BN hatte in einem Eilantrag gefordert, die Umweltschäden, die beim Bau des Erkundungsstollens für den Kramertunnel entstanden sind, möglichst schnell zu beheben.

Zuvor waren Keller und seine Mitstreiter sowohl beim Landratsamt Garmisch-Partenkirchen als auch beim Münchner Verwaltungsgericht abgeblitzt – nun auch beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof .„Die Begründung ist haarsträubend“, sagt der stellvertretende Kreisvorsitzende des Bunds Naturschutz. „Es ist unerträglich, wie man in Bayern vor Gericht behandelt wird.“

Im Rathaus von Garmisch-Partenkirchen sieht man das naturgemäß ganz anders. Über ihren Sprecher Florian Nöbauer lässt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) ausrichten: „Somit kann nun die Realisierung des Kramertunnels zügig vorangetrieben werden.“

Der BN hatte argumentiert, durch den Vortrieb des Erkundungsstollens, mit dem 2011 begonnen worden war und der seit mehr als einem Jahr ruht, laufe der Kramer trocken, seien Moore und Quellen sowie der Schmölzer See im Bestand ernsthaft gefährdet. Die Schuld dafür liege beim Staatlichen Bauamt Weilheim. Das sollte verpflichtet werden, die Schäden schnellstens zu beheben.

Der 8. Senat des Verwaltungsgerichtshof unter dem Vorsitz von Dr. Erwin Allesch sieht das nicht so. Er spricht die Behörde von jeder Schuld frei. Er begründet seine Entscheidung damit, dass das Bauamt die Schäden nicht willentlich herbeigeführt habe. Außerdem greife in diesem Fall das Umweltschadensgesetz nicht, auf das sich Keller und Co. berufen.

Das Staatliche Bauamt Weilheim war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Alle führenden Köpfe, darunter Leiter Michael Kordon und Dr. Hermann Streicher, Abteilungsleiter für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen, standen nicht zur Verfügung.

Der BN ist damit wohl in letzter Instanz gescheitert. Keller will sich in den nächsten Tagen mit BN-Anwalt Dr. Bernd Tremml über das weitere Vorgehen beraten. Er weiß allerdings auch, dass der Rechtsweg so gut wie ausgereizt ist. Derzeit ist der 77-Jährige ratlos und ein bisschen des Kämpfens müde. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“

Peter Reinbold

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