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Verschafft sich den ersten Überblick: Florian Diepold-Erl, der erste Klimaschutzmanager des Landkreises.

Das plant der 31-Jährige im Landkreis

Klimaschutzmanager Florian Diepold-Erl nimmt Arbeit auf

Landkreis - Die Konkurrenz war groß: 64 Bewerbungen für die Stelle des Klimaschutzmanagers für den Landkreis gingen ein. Das Rennen machte Florian Diepold-Erl. Der 31-Jährige nahm am Montag seine Arbeit auf – und hat schon einen vollen Terminkalender.

Klopf, Klopf. Kreisbaumeister Alkmar Zenger spaziert ins (noch) spärlich eingerichtete Büro von Florian Diepold-Erl. Die beiden unterhalten sich über Dienstfahrten. „Du kannst auch das E-Auto nehmen“, sagt Zenger. Das Zauberwort. Diepold-Erls Augen beginnen zu leuchten. Der perfekte Wagen für ihn, den ersten Klimaschutzmanager im Landkreis. Den Job bekam der 31-Jährige nicht einfach serviert. Er musste sich gegen eine ganze Reihe an Konkurrenten durchsetzen. 64 Bewerbungen für den Posten flatterten im Landratsamt ein, nachdem die die Förderstelle Anfang August ausgeschrieben wurde. Zwölf Kandidaten erschienen zum Vorstellungsgespräch, drei davon durften im Umweltausschuss um die Gunst der Mitglieder werben. Darunter Diepold-Erl. Das war im September. Jetzt steht der Name des gebürtigen Garmisch-Partenkirchners, der in der Nähe von Passau aufwuchs, auf dem Zimmerplan der Behörde notiert. Vor eineinhalb Wochen hat er seine Tätigkeit aufgenommen. Drei Jahre läuft sein Vertrag. Die ersten Tage vergingen wie im Flug. Und Diepold-Erl fühlt sich wohl beim neuen Arbeitgeber. Willkommen erst recht. Er sagt: „Das Klima ist super.“ Passt ja zum Beruf. Zu dem kam der Vater einer Tochter eher durch einen Wink des Schicksals. „Ich bin der klassische Quereinsteiger“, gibt er zu.

In Schweden wurde seine Leidenschaft geweckt

Eigentlich studierte Diepold-Erl Gymnasial-Lehramt in den Fächern Geographie, Deutsch und Politik. Doch dann verschlug es ihn 2009/2010 im Rahmen des Studiums nach Schweden, wo er einen Masterkurs in nachhaltiger Stadt- und Regionalplanung besucht hat. Da war es um ihn geschehen. Passion gefunden. Dabei sagt er deutlich: „Ich bin kein Fanatiker.“ Sein Staatsexamen absolvierte er zwar noch, bei seiner Zulassungsarbeit beschäftigte er sich allerdings mit der Netzwerkanalyse für ein Pumpspeicherkraftwerk bei Passau. Sein Weg führte ihn an die Technische Hochschule in Deggendorf, an der er Landkreis-Konzepte für Ost-Bayern entwickelte. Drei Jahre lang. In Ländern wie Argentinien gab er Workshops. Eine spannende Erfahrung für ihn, weil viel weniger Ressourcen vorhanden sind. „Ich hab’ dort viel gelernt.“ Doch schließlich landete er wieder im Werdenfelser Land – der Liebe wegen. Vor zwei Jahren zog Diepold-Erl mit seiner Ehefrau nach Garmisch-Partenkirchen. Sie praktiziert als Ärztin im Klinikum, er betrieb seither für die Energiewende Oberland (EWO) und die Ludwig-Maximilians-Universität München Netzwerk- und Konfliktanalyse im Oberland. 

Der 31-Jährige kennt also die Strukturen der EWO, zu der der Kreis nun beigetreten ist. Und „ich habe ein gutes Bild von der Region“. Selbst die Diskussionen in den Gemeinderäten über die Notwendigkeit der Stelle verfolgte er teilweise mit. Sie schreckten ihn aber nicht ab. „Das ist normal“, sagt der Klimaschutzmanager aus Erfahrung. „Der kritischte Bürgermeister war oft dann der euphorischte.“

Energie eignet sich für landkreisübergreifende Zusammenarbeit

Zwei aus dem Landkreis haben nach der Kreistagssitzung, in der er seinen Werdegang erläuterte, bereits um einen Termin gebeten, erzählt er. Dass so manch einer im Gremium Bedenken äußerte, der EWO zu diesem Zeitpunkt schon beizutreten, kann er nachvollziehen. Aber: Es gebe wenige Themen, bei denen man so gut landkreisübergreifend zusammenarbeiten kann wie bei Energie. Erste Termine sind schon vereinbart, um Projekte abzustimmen. Denn Diepold-Erl will einen Maßnahmenkatalog erstellen. Nicht das einzige Vorhaben. Das Klimaschutzkonzept, das 2012 erstellt wurde, hat er schon durchgeackert. 

Jetzt heißt es aber erst einmal Kontakte knüpfen, Vernetzungen schaffen und den Ist-Zustand im Landkreis analysieren. Und der ist ihm zufolge nicht so schlecht, gerade, was zum Beispiel die Bausubstanz der Liegenschaften betrifft. „Ich war selbst überrascht.“ Der Experte ist vollgepumpt mit Motivation und Tatendrang. Klimaschutz soll in der Schule und auch im Tourismus ankommen. Der Schritt in die richtige Richtung wurde ihm zufolge schon an vielen Stellen gemacht – mit Kursen an der Volkshochschule, mit E-Gap, mit dem Radkonzept in Garmisch-Partenkirchen. „Überall gibt es kleine Puzzlesteine, die man zusammenfügen muss.“ Dafür klappert er nun auch die einzelnen Gemeinden ab, trifft sich mit den Bürgermeistern, um Angebote für die Kommunen zu schaffen. Diepold-Erl, der zwar einen VW-Bus besitzt, aber nur für Reisen in Bewegung setzt, wird sich in nächster Zeit wohl öfter hinters Steuer seines E-Dienstwagens klemmen.

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