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Betreuung in jeder Form: Egal ob ein Kind körperliche beziehungsweise geistige Beeinträchtigungen hat (l. Bild), oder ob es Flüchtlingskinder mit Sprachproblemen sind, die Mitarbeiter des Malteser-Hilfsdiensts sind in allen Fällen zur Stelle.

Bildung für Jeden

Malteser bietet Schulbegleiterdienst an

Landkreis - Der Hilfsdienst Malteser bietet einen neuen Schulbegleitdienst an. Dieser soll bei der Inklusion und Integration im Landkreis helfen.

Integration und Inklusion, zwei große Themen unserer Zeit. Kinder mit körperlichen, geistigen, seelischen oder sprachlichen Problemen sollten möglichst mit „normalen“ Gleichaltrigen aufwachsen. Ziel ist es, Ausgrenzung dieser Menschen zu verhindern. An sich ein gutes Konzept. Jedoch klagen Lehrerverbände schon heute über Überlastung, wenig Personal und über zu hohe Anforderungen des Lehrplans.

Um nicht alle Probleme den Lehrkräften zu überlassen, bieten jetzt die Malteser einen Begleitdienst für Kinder im Landkreis Garmisch-Partenkirchen an. Dieser unterstützt beim Rollstuhltransport ebenso wie bei der Essensausgabe bis hin zum Toilettengang. Aber auch bei der Kommunikation und Interaktion mit anderen Schülern oder beim Folgen des Unterrichts helfen die Mitarbeiter der Malteser. So soll jedem Kind eine gute Ausbildung ermöglicht werden. Seit 2009 hat dies ausschließlich die Kinder-, Jugend-und Erwachsenenhilfe (KJE) gestemmt. „Wir möchten keine Konkurrenz aufbauen, es haben uns einfach einige Anfragen aus dieser Region erreicht“, sagt Martin Feda, stellvertretender Bezirksgeschäftsführer der Malteser. Außerdem sei dieser Hilfsdienst im Landkreis Garmisch-Partenkirchen noch recht schwach aufgestellt und möchte nun stärker in Erscheinung treten. Ähnlich entspannt sieht das Angebot Alfred Heinle, Mitbegründer und Vorsitzender der KJE. „Jeder hat die Berechtigung, so etwas zu machen,“ sagt er, „wir haben da grundsätzlich nichts dagegen.“ Die Malteser würden sicher gute Arbeit machen.

Ab Beginn dieses Schuljahres können Eltern oder Lehrer in entsprechenden Fällen um Hilfe bitten. Das läuft dann so ab: „Die Schulen oder die Eltern übernehmen die Initiative“, erklärt Martina Zobrist, Leiterin der Schulbegleitung bei den Maltesern. Bei körperlichen oder geistigen Behinderungen wenden sie sich an den Bezirk Oberbayern, in anderen Fällen, wie ADHS oder Autismus, an das Jugendamt. Dann müssen ärztliche oder psychologische Gutachten erstellt werden. Meist nehmen auch die Schulen Stellung. In manchen Fällen prüft ein Beamter persönlich die Situation vor Ort. Dann wird nach Aktenlage entschieden, ob und welche Art von Betreuung ein Kind benötigt. Dabei gibt es drei Stufen. Es beginnt mit der Hilfskraft, die mit einigen Schulungen für solche Projekte ausgebildet wird. Die nächste Stufe ist eine Fachkraft. Hier werden schon Pädagogen eingesetzt. In letzter Instanz werden pädagogische Hilfskräfte herangezogen, die zertifizierte Erzieher sind. Diese sollen die Kinder kennenlernen und so optimale, individuelle Hilfestellung leisten. „Wenn der Unterricht zu schnell voranschreite, oder die Buben und Mädchen abschweifen, dann sollen sie eingreifen“, erklärt Zobrist. Inklusion sei eine tolle Sache, doch ohne Unterstützung der Lehrer sei sie nicht machbar. Allerdings wird nicht nur Behinderten geholfen. „Selbstverständlich betreuen wir auch Flüchtlinge.“

Was ein Kind braucht, wird individuell bestimmt. „Darum können wir auch keine Aussagen über Kapazitäten machen“, sagt Feda. Es werde erst Personal eingestellt, wenn eine entsprechende Anfrage vorliege. „In München helfen wir derzeit in über 100 Fällen.“ Allerdings gebe es auch Anfragen aus anderen Landkreisen, denen das Team nachkommen will. Für weitere Informationen steht Martina Eidenschink, Teamleiterin der Malteser-Dienststelle in Wolfratshausen, unter der Nummer 0 81 71/4 36 30 zur Verfügung. 

Magnus Näbauer

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