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Kandidiert wieder: Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Gemischte Gefühle bei der CSU im Landkreis

Merkel-Kandidatur: Keine pure Glückseligkeit

Landkreis - Merkel macht’s – doch mit ausnahmslos stehenden Ovationen an der christsozialen Basis kann die Kanzlerin nach ihrer Ich-trete-wieder-an-Erklärung nicht rechnen. CSU-Vertreter im Kreis sehen ihre erneute Kandidatur oft mit gemischten Gefühlen. Bestenfalls.

Im Juni 2015 schien Angela Merkels Welt noch in Ordnung. US-Präsident Barack Obama besuchte beim G7-Gipfel Krün und prostete der internationalen Presse unter blauem Himmel mit seinem Weißbierglas zu; die Kanzlerin strahlte vor stolzen Einheimischen in Tracht.

„Das ist noch gar nicht so lange her“, betont Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU), der mit den Mächtigen der Welt damals am Biertisch saß. Und doch stammen die Bilder aus einer anderen Zeit – einer, in der Merkel felsenfest im politischen Sattel saß, innen- und außenpolitisch Maßstäbe setzte und beneidenswerte Beliebheitswerte aufwies. „Sie war sehr hoch angesehen“, sagt Schwarzenberger, der sich überzeugt zeigte von dieser „sehr intelligenten Frau“.

Schwarzenberger hat zweigeteilte Meinung 

Damals auf dem Rathausplatz in Krün: US-Präsident Barack Obama schüttelt die Hand von Musikkapellen-Dirigent Alfred Höbel. Hinter Obama stehen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger.

Dann kam die zeitweise schier ungebremste Zuwanderung und Merkels viel kritisiertes „Wir schaffen das“. Die CSU ging auf Konfrontationskurs, forderte unter anderem eine Flüchtlings-Obergrenze. Schwarzenberger, einer der Stellvertreter des CSU-Kreisvorsitzenden Dr. Michael Rapp, versteht bis heute nicht, warum die Regierungs-Chefin angesichts der dramatischen Entwicklung ihren Kurs nicht rasch änderte. Deshalb hat er auch eine „etwas zweigeteilte Meinung“ zu Merkels Erklärung, CDU-Vorsitzende bleiben und 2017 bei den Bundestagswahlen wieder als Spitzenkandidatin antreten zu wollen. Sie sei eine sehr gute Bundeskanzlerin, habe Deutschland in den vergangenen Jahren „sehr gut geführt, viele, viele Punkte sehr gut gelöst und Krisen überwunden“. Das traut Schwarzenberger ihr weiter zu. Das Flüchtlings-Thema aber passt in seinen Augen nicht in diese Erfolgsbilanz, „das hat Frau Merkel etwas unglücklich gemacht“. Er schließt nicht aus, dass dieser Aspekt für manchen ein Problem darstellt – und am Ende der CSU auf die Füße fallen könnte. Nach dem Motto: Wähle ich die CSU, wähle ich auch Merkel. An der Basis sei das Thema Flüchtlinge weiter präsent. Schwarzenberger schätzt, dass hier zwei Drittel pro Merkel sind und ein Drittel gegen sie ist.

Klare Worte Merkels bei Flüchtlingskrise wären gewünscht gewesen

Auch Rapp hätte sich eine Relativierung des „Wir schaffen das“ und klare Worte gewünscht, was die Aufnahmemöglichkeit Deutschlands angeht. Dennoch hatte der CSU-Kreis-Chef damit gerechnet, dass die Kanzlerin, deren Verdienste er ausdrücklich betont, es noch einmal wissen will. „Ich hätte auch nicht gewusst, wer anstelle von Frau Merkel antreten sollte.“ Nun warnt der CSU-Kreis-Chef davor, politisch nach links oder rechts abzudriften: „Wir sollten die Partei der Mitte darstellen und uns klar abgrenzen von der Politik der AfD.“

Merkel alternativlos? Florian Lempert sieht eher das kleinere Übel: „Wenn wir mit Frau Merkel eine dunkelrot-rot-grüne Mehrheit im Bund verhindern, können wir sie mittragen“, sagt der Kreisvorsitzende der CSU-Nachwuchsorganisation Junge Union (JU). Der Seehauser macht keinen Hehl daraus, dass er angesichts der erneuten Kandidatur Merkels nicht in purer Glückseligkeit schwelgt. „Aber sie hat eine zweite Chance verdient und genügend Zeit, um zu zeigen, dass sie sich gedanklich gewandelt hat.“ Was die Unterstützung im Wahlkampf angeht, wartet Lempert Inhalte ab. Je mehr CSU-Gedanken die Kanzlerin aufgreift, desto „höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Leute hier loslegen“. Und zudem geht es ja um ein starkes Bayern in Berlin. „Also kann es sein, dass wir zähneknirschend auch mal ein Plakat von Frau Merkel aufhängen.“

Gefrörer: Rot-Rot-Grün verhindern

Diese Unterstützung würde Claus Gefrörer wohl leichter von der Hand gehen – und ohne schädliche Auswirkungen aufs Gebiss. „Ich habe darauf gesetzt, dass Frau Merkel weitermacht“, sagt der Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Garmisch-Partenkirchen. Für ihn zählt, bei der Bundestagswahl ein starkes Ergebnis mit der CDU zu erreichen, nicht gegen sie. Die Union müsse 2017 Rot-Rot-Grün verhindern. Zudem steht für Gefrörer etwa mit Blick auf die „Flüchtlingsherausforderung“ fest: „Es gibt große Probleme. Da ist ein Herumexperimentieren mit einem kompletten personellen Neuanfang risikoreicher als mit einer Kanzlerkandidatin anzutreten, die internationales Standing hat.“

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