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Die zahlreichen Kastanienbäume geben der Burgstraße in Garmisch-Partenkirchen Alleecharakter.

Ganze Alleen mussten bereits ihr Leben lassen

Pilzbefall: Sterben die Kastanien?

Landkreis - Es gibt kein Gegenmittel: In Deutschland sterben in den nächsten Jahren tausende Kastanien, weil sie von einem Pilz befallen sind. Ein Problem, das im Landkreis bei Eschen bekannt ist. 

Raschelndes, buntes Laub und verfärbte Kastanienbäume gehören zum Herbst. Vor allem Kinder freuen sich an der rötlichen Frucht, sammeln sie und basteln daraus Ketten und kleine Figuren. Doch in Zukunft könnte damit Schluss sein. Tausende Kastanien sterben in den nächsten Jahren in Deutschland ab. Der Grund dafür hat einen Namen: „Pseudomonas syringae“. So heißt das gefräßige Bakterium, das die Baumrinde der heimischen Rosskastanien beschädigt und zum Platzen bringt. Ein schwarz-roter Schleim tritt wie klebriges Blut heraus. Pilze haben es dann besonders leicht, sich an dieser Eintrittspforte breitzumachen. Der Baum fault, wird morsch und muss schließlich gefällt werden. Ein Gegenmittel gibt es nicht. Dieses Problem bereitet Förstern und Gärtnern deutschlandweit Kopfzerbrechen. Ganze Alleen mussten bereits ihr Leben lassen. In Bayern und im Landkreis besteht das Baumsterben bislang (noch) nicht.

In unseren Breitengraden ist laut Abteilungsleiter Martin Kainz vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Weilheim nichts vom großen Kastaniensterben bekannt. Für die heimischen Wälder sieht er keine Bedrohung. Schon alleine deshalb, weil die Bäume dort für gewöhnlich nicht heimisch sind. „Rosskastanien werden meist in Ortschaften gepflanzt“, sagt er. In Garmisch-Partenkirchen kann man wunderschöne Exemplare zum Beispiel am Mohrenplatz oder an der Burgstraße bewundern. Doch werden auch sie bald Opfer des tückischen Bakteriums und müssen gefällt werden?

Mit diesen Problemen musste sich die Gärtnerei der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen bislang nicht auseinandersetzen, sagt Rathaussprecher Martin Bader, der sich bei den Experten erkundigt hat. „Die Bäume sind bei uns nicht befallen“. Das kühlere Klima in den Alpen bieten kein ideales Klima für das Bakterium. Dass sich der Erreger jedoch auch in der Zukunft nicht in der Region breitmachen wird, könne man dennoch nicht gänzlich ausschließen. „Durch Pflanzenhandel wäre eine Verbreitung möglich.“

Dass dieses Szenario nicht ganz unwahrscheinlich ist, zeigt die Geschichte. Pseudomonas syringae stammt nämlich ursprünglich aus Indien und trat 2002 zum ersten Mal in den Niederlanden auf – nun eben auch in Deutschland. Experten vermuten, dass die Verbreitung eventuell durch Holzhandel begünstigt wurde.

Pilzbefall von Bäumen sind auch in der Region kein unbekanntes Problem. Auch wenn die Kastanie bei uns aktuell nicht betroffen ist, so leiden auch heimische Eschen unter einem eingeschleppten Pilz aus Ostasien, dem falschen Stengelbecherchen. Dieser breitet sich von den Blättern über die Äste bis in den Stamm aus und gräbt dem Baum das Wasser ab. Mehrere Eschen mussten im August erst aus diesem Grund auf dem Gut Schwaigwang in Burgrain gefällt werden. Die Esche kämpft in vielen Wäldern und Parks ums Überleben. „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass 99 Prozent aller Eschen verschwinden werden“, sagt Dr. Rudolf Nützel vom Bund Naturschutz in München. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Schicksal unseren Kastanien erspart bleibt.

Magdalena Kratzer

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