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Das Glück des Gartelns genießen Kathi Benedikt (l.), Tagesmutter Gabi Laczko mit den beiden Söhnen und ihren Alpspitzzwergen (Mitte) sowie Veronika Hanneberg (r.) am Garmischer Sonnenacker.

Idee des biologischen Anbaus wird gut angenommen

Projekt Sonnenäcker: Miterleben, wie alles wächst

Garmisch-Partenkirchen - Auch wer keinen Garten vor der Haustür hat, kann nach Herzenslust ein Stück Land bestellen, pflanzen, säen und ernten. Möglich macht dies die Initiative „Unser Land“ mit dem Projekt Sonnenäcker.

Die „Alpspitzzwerge“ von Tagesmutter Gabi Laczko sitzen auf der Decke im Gras, knabbern mit Appetit ihre frisch geernteten gelben Rüben und staunen über den riesigen Kohlrabi, den der zwölfjährige Till gerade aus der Erde gezogen hat. „Wir haben gemeinsam gesät und gepflanzt, jetzt lassen wir es uns schmecken“, freut sich Laczko. Sie hat ein Stück Land für die eigene Familie und mit Unterstützung der Eltern für ihre Kindergruppe von der „Unser Land“-Initiative gepachtet. Alles wächst prächtig auf dem ausgeruhten Boden.

Der Garmischer Sonnenacker nahe der Riffelstraße bietet ein buntes Bild. Die 22 Hobbygärtner haben ihre jeweiligen Parzellen auf dem circa 2000 Quadratmeter großen Feld ganz individuell mit Kartoffeln, allen denkbaren Gemüsesorten, verschiedenen Kräutern und bunten Blumen bestellt. Auf dem Kompost, wo die Grünabfälle hinkommen, gedeihen Kürbisse. Die Fässer mit Gießwasser auf der angrenzenden Wiese von Franz Grasegger sind immer gefüllt. Unter dem Stadldach darf man sich bei einem plötzlichen Regenschauer sogar unterstellen.

Die Ohlstädter Bio-Bäuerin Kathi Benedikt, im Werdenfelser Land die Verantwortliche von „Unser Land – Sonnenäcker“ ist sehr erfreut über die angenehme Nachbarschaft und wie alles läuft. Auch den Appell an die Hunde-Gassigeher, ihre Zamperl nicht auf den Sonnenacker zu lassen, haben diese berücksichtigt. Nach Weichs, Ohlstadt, Murnau und Bad Kohlgrub, wo seit Jahren bereits eifrig gegartelt wird, ist die Idee des eigenen biologischen Anbaus auch in Garmisch-Partenkirchen gut angenommen worden.

„Auf dem Sonnenacker zu werkeln ist für mich eine Mußestunde“, erklärt Veronika Hanneberg. Die Garmisch-Partenkirchnerin war bereits in Ohlstadt dabei und ist froh, jetzt vor der Haustür ein Stück Land zu bestellen und stets frischen Salat holen zu dürfen. „Bei der Vergabe konnten wir nicht alle, die einen Antrag gestellt haben, berücksichtigen“, bedauert Bäuerin Benedikt. Manchen reichten aber auch weniger Quadratmeter als vorgesehen und das Fleckerl Erde konnte geteilt werden. Vor allem Familien mit Kindern waren willkommen, „denn die Mädchen und Buben sollen miterleben, wie alles wächst und wie gesunde Nahrung schmeckt“.

Mineralischer Dünger und chemischer Pflanzenschutz sind hier jedenfalls tabu. Eine ungewöhnliche Vielfalt an Insekten und Vögeln dankt es. Derzeit ist so viel Gemüse da, dass eine Ernte-Börse zum Tausch untereinander angeregt wurde. Und auf das Kartoffelfest im Herbst, wenn alles abgeerntet ist, freuen sich die Hobbygärtner bereits jetzt. Lange wurde in Garmisch-Partenkirchen geeignetes Land gesucht, bis Benedikt mit Unterstützung der Kreisbildungswerk-Vorsitzenden Beate Löw-Schneyder am Hausberg fündig wurde. Für Hanneberg und Laczko ist klar, dass sie auch im nächsten Sommer auf frisches Gemüse nicht verzichten möchten und sich wieder bewerben.

Gern würde die „Unser Land“-Initiative einen zusätzlichen Sonnenacker anlegen. Vielleicht gibt es ja einen weiteren Wiesenbesitzer, der bereit ist, ein entsprechendes Areal zu verpachten? Auf alle Fälle sollten alle, die im kommenden Jahr in Garmisch-Partenkirchen an einem Garten auf dem Feld Interesse haben, bereits jetzt mit den Verantwortlichen in Verbindung treten. Kontakt: Kathi Benedikt, Hauptstraße 16 in 82441 Ohlstadt.

Margot Schäfer

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