Zusätzliche Stunden und finanzielle Mittel sollen Integration erleichtern

Flüchtlingskinder bleiben Herausforderung

Landkreis - 4044 Mädchen und Buben starten am 13. September an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis ins neue Schuljahr. Eine besondere Herausforderung bleiben die Flüchtlingskinder, deren Zahl sich mit 192 fast verdoppelt hat. Zusätzlich Stunden und finanzielle Mittel sollen die Integration erleichtern.

Die Sorgen, die sich Gisela Ehrl zu Beginn der Sommerferien noch gemacht hat, sind längst verflogen. Alle Befürchtungen, dass für die 20 Grund- und 7 Mittelschulen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen nicht genug Lehrer zur Verfügung stehen könnten, waren umsonst. „Insgesamt wurden 31 neue Lehrer eingestellt“, sagt die Schulamtsdirektorin. Damit seien alle Weggänge ausgeglichen, der Stand an Pädagogen entspreche in etwa dem des Vorjahres. Neu ist derweil, dass in den Einsatz der 23 Kollegen, die als Mobile Reserve zur Verfügung stehen, bereits im Vorfeld Ruhestandsversetzungen und Schwangerschaften einkalkuliert wurden, so dass es hier zu keinem Engpass kommen sollte.

Für 4044 Mädchen und Buben, das sind 27 mehr als 2015/16, beginnt am Dienstag, 13. September, der Unterricht. 2772 davon – unter ihnen 678 ABC-Schützen – kommen in 130 Klassen in die Grund-, 1272 in 62 Klassen in die Mittelschulen. Eine Herausforderung bleiben auch in diesem Schuljahr die Flüchtlingskinder, von denen 101 die Grund- und 91 die Mittelschulen besuchen. Das sind etwa doppelt so viele wie im Vorjahr. Besonders stark betroffen ist Schulrat Markus Köpf zufolge Garmisch-Partenkirchen, weshalb es am Gröben auch zwei Übergangsklassen gibt – eine für die Jüngeren, eine für die Älteren. Eine solche an jeder Einrichtung zu etablieren, an der viele Ausländer unterrichtet werden, ist für die Experten des Staatlichen Schulamts allerdings keine Option. Sie setzen auf die 124 zusätzlichen Stunden zur Deutschförderung, die ihnen das Kultusministerium zugebilligt hat, und das Budget, mit dem sie Maßnahmen und Projekte zur Integration starten können. „Dazu kommt die intensive Betreuung durch Ehrenamtliche, wie Sprachpaten“, betont Köpf. Dieser Einsatz „ist sehr bewundernswert“.

Ganztagsangebot wird ausgebaut

Eine Besonderheit stellt die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber im General-Abrams-Komplex dar, in der aktuell sieben schulpflichtige Kinder wohnen. Nachdem die Zahl allerdings fast täglich variiert, war guter Rat teuer, wie dieser Sonderfall organisiert werden soll. In einer Ad-Hoc-Aktion wurden – „mit großer Unterstützung durch den Landkreis und die Marktgemeinde“, unterstreicht Köpf – noch vor den Sommerferien zwei Klassenräume eingerichtet. „Die Räume sind sehr schön geworden“, verrät der Schulrat. Bis zu 50 Kinder können dort von zwei Lehrern, „für die dieser Einsatz mit ständigen Wechseln eine große Herausforderung darstellt“, unterrichtet werden.

Neu ist in diesem Jahr zudem, dass das Ganztagsangebot ausgebaut wird. Erstmals ist die offene Betreuung, bei der Eltern ihren Nachwuchs zwei bis vier Nachmittage anmelden können, auch an Grundschulen möglich. Bad Kohlgrub, Mittenwald, Oberammergau, Oberau sowie die Grundschule am Gröben und die Bürgermeister-Schütte-Schule in Garmisch-Partenkirchen sind hier dabei. „Die Kommunen haben sich dafür sehr engagiert“, hebt Köpf hervor. Die Investition mache aus seiner Sicht auch deshalb Sinn, weil dieses Zusatzangebot ein Standortvorteil ist. Das heißt, vor einem Umzug überlegen sich gerade Familien genau, welchen Ort sie wählen und nehmen insbesondere die Betreuungsmöglichkeiten unter die Lupe.

Was sich im vergangenen Schuljahr sehr gut entwickelt hat, war das Zwischenzeugnis durch ein Lernentwicklungsgespräch zu ersetzen, bei dem Lehrer, Eltern und Kinder an einem Tisch sitzen. „Mittlerweile wird das an 80 Prozent unserer Grundschulen gemacht“, sagt Ehrl. Und das mit äußerst positiven Auswirkungen aufs Jahreszeugnis. Bei dem persönlichen Kontakt werden nämlich konkrete Ziele, beispielsweise regelmäßiges Lesen, vereinbart, „die dann nachhaltig wirken“. So werden alle Beteiligten direkt auf Schwachstellen hingewiesen und können individuell gegensteuern.

Rubriklistenbild: © dpa symbolbild

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