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Echt süß sind Katzenmama Fia und ihre fünf Jungen. Die angehende Tierpflegerin Samira Erbasi kümmert sich um die Findlinge. 

Elf Gemeinden haben bereits zugestimmt

Tierheim: Festes Budget für die nächsten fünf Jahre

Landkreis - 70 Cent pro Einwohner und Jahr wollen die Landkreis-Bürgermeister dem Garmisch-Partenkirchner Tierheim ab 2017 zahlen. Elf Gemeinden gaben bereits grünes Licht. Heim-Leiterin Tessy Lödermann ist zuversichtlich, dass auch die restlichen Kommunen nachziehen.

Egal, ob sie von ihren Haltern ausgesetzt wurden oder entlaufen sind: Mit Hingabe um das Wohl von Hasen, Katzen, Hunden und Co. kümmern sich Tessy Lödermann, Leiterin des Tierheims in Garmisch-Partenkirchen, und ihre Mitarbeiter. Ihre Pflicht wäre dies eigentlich nicht. Zumindest nicht in den ersten Monaten, nachdem man die Tiere aufgegriffen hat. Für sogenannte Fundtiere – bei denen anzunehmen ist, dass der Eigentümer sie wieder abholen wird – sind gesetzlich die Gemeinden zuständig. Da Kommunen jedoch meist nicht die Kapazitäten haben, die Findlinge zu versorgen, können sie diese Aufgabe an Tierheime weitergeben. Dafür überweisen sie eine Aufwandsentschädigung, die sie mit der jeweiligen Einrichtung aushandeln. Auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen besteht eine solche Vereinbarung. 60 Cent pro Einwohner und Jahr zahlen die Kommunen seit 2012 an das Garmisch-Partenkirchner Tierheim. Ende des Jahres läuft das Agreement aus. Auf eine Verlängerung bis 2021 und auf 10 Cent mehr pro Einwohner und Jahr hat man sich bei einer Versammlung der Landkreisbürgermeister im Juli bereits geeinigt. Nun müssen die Gemeinderäte den Beschluss absegnen.

Eine offizielle Bestätigung für die weitere Zusammenarbeit hat Lödermann bereits aus Oberau, Saulgrub, Farchant, Seehausen, Bad Kohlgrub, Schwaigen/Grafenaschau, Großweil, Ettal, Riegsee, Unterammergau und Grainau erhalten. Jüngst sicherte ihr auch Garmisch-Partenkirchen eine Verlängerung zu. Beim Finanzausschuss am Dienstag stimmten die Räte einstimmig dafür. Um die 16 000 Euro zahlte der Markt bislang pro Jahr. Der neue Beitrag stehe laut Gemeindesprecher Martin Bader erst zu Beginn des Jahres fest. „Sie ergibt sich aus der Zahl der gemeldeten Hauptwohnsitze.“

Zuversichtlich ist Lödermann, dass auch die restlichen Ortschaften bei der Verlängerung nachziehen werden. „Die Zusammenarbeit hat immer sehr gut funktioniert“, betont sie. „Alle profitieren von der Pauschale.“ Es gäbe auch die Alternative für jedes Tier eine Rechnung zu schreiben. „Das wäre aber ein wahnsinniger Aufwand.“

Steigende Kosten für Personal, Futter und Veterinäre sind der Grund für das Mehr an Beiträgen. Neben der Grundversorgung stemmen die Heim-Mitarbeiter auch den Transport der Tiere und stellen Nachforschungen zu den Besitzern an. Die Erhöhung fällt im Gegensatz zu anderen Landkreisen relativ gering aus. 2015 stieg die Pauschale in der Stadt Dachau zum Beispiel auf immerhin 1,50 Euro pro Einwohner. Lödermann ist mit dem neuen Abkommen zufrieden. Als Vizepräsidentin des Bayerischen Tierschutz-Landesverbandes weiß sie, dass es in vielen Einrichtungen schlechter aussieht. Nicht jedes Heim erhält ausreichend Unterstützung. „Die müssen kämpfen“ sagt sie. „Ich bin froh, wenn wir weiterhin mit einem festen Budget rechnen können.“

Gut zu wissen:

Ein Seniorennachmittag mit Pfarrer Josef Konitzer findet am Mittwoch, 28. September, um 15 Uhr im Garmisch-Partenkirchner Tierheim statt. Eine Anmeldung ist bis Sonntag, 25. September, im Tierheim (0 88 21/9 43 91 40, im Garmischer Pfarramt (0 88 21/ 9 43 91 40 und bei Martha Schwaiger (0 88 21/5 70 59) möglich.

Magdalena Kratzer

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