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Netter Empfang: die Karwendel-Chor-Minis mit Fahnen.

Ex-Biathletin Magdalena Neuner gibt den Startschuss

24 Stunden durchs Isartal: Eine Grenzerfahrung

Oberes Isartal - Es ist vollbracht: Mehr als 444 Teilnehmer marschierten im Zuge des Wanderevents „24 Stunden von Bayern“ bei Sonnenschein und bei Regen sowie tags und nachts durch das Isartal. Eine Grenzerfahrung.

Horst Wildung gehört zu den erfahrensten Wanderern an diesem frühen Samstagvormittag. Mit seinen 79 Jahren ist er der älteste Teilnehmer der diesjährigen „24 Stunden von Bayern“ in der Alpenwelt Karwendel. Gemeinsam mit einem Freund freute er sich über seine Auslosung. „2012 war ich schon in Berchtesgaden dabei“, erklärt Wildung. Er hat noch keine genaue Strategie für die kommenden 24 Stunden. „Ich gehe einfach so lange mit, wie ich kann.“ Vielleicht aber werde er sich am Nachmittag eine Pause gönnen und erst in den letzten Stunden der Nachtstrecke wieder einsteigen.

    Nur ein paar Schritte entfernt von ihm steht die ehemalige Biathletin und Wallgauer Ehrenbürgerin Magdalena Neuner. Sie kann sich im Startbereich an der Grund- und Mittelschule Mittenwald vor Autogrammjägern und Posieren für Fotos kaum retten. Sie darf den Startschuss geben. Der ehemalige Krüner Tourismusdirektor Sepp Winzinger erinnert augenzwinkernd an ihre sportliche Karriere. „Damals hast du nur für dich geschossen, heute schießt du für 444 Wanderer“, stellt er amüsiert fest. Er fordert gleichzeitig die Wanderer auf, wieder in die Region zu kommen: „In 24 Stunden kann man hier niemals alles erfahren, was wir zu bieten haben.“

Wanderer aus sieben Nationen starten

Und das ist an diesem Tag eine ganze Menge: Für die lange Kolonne geht es in Richtung Leutaschklamm. Mit Fahnen und einem Kinderlied begrüßen die Karwendel-Chor-Minis die Wanderer. Langsam windet sich der lange Schlauch zum Gletscherschliff, wo es mit einem Keks und einem selbstgemachten Holundersaft bereits die erste Stärkung gibt. Die Stimmung ist heiter – trotz der Hitze. Vor der Eisenbrücke in der Leutaschklamm kommt es zum ersten Stau. Zu beeindruckend ist die Kulisse für die Wanderer aus sieben Nationen. Handys werden gezückt, Selfies gemacht.

Recht zügig teilt sich die Kolonne in drei Lager auf: Jene, die auf Zeit marschieren und deren Ziel es ist, so schnell wie möglich anzukommen. Dann diejenigen, die so viel wie möglich von den Stationen und der Region erleben wollen. Das dritte Lager ist das gemütliche: Dort finden sich die Sonnen- und Brotzeitgenießer.

Heftiger Regenschauer bricht über Region herein

Massenansturm an en Stationen.

Spätestens am Lautersee trennt sich die Spreu vom Weizen. So marschieren Investmentbanker neben Automechatronikern, Norweger neben Holländer, Junge neben Alten. Die Gesprächsthemen können bunter nicht sein. Von Gartenarbeit über die Fußball-EM bis zum Brexit wird über alles rege diskutiert. An den Stationen aber ist das Thema immer das gleiche: Wie schön es doch im Isartal ist. Dann kann man Geigenbauern über die Schulter schauen, den Gesangseinlagen der einheimischen Volksmusik-Gruppen lauschen und allerhand probieren.

So vergeht Stunde um Stunde. Viele sind bereits wieder am Wanderparkplatz, als ein heftiger Regenschauer am Spätnachmittag über die Region hereinbricht. Dennoch ist der größte Teil der 444 Wanderer um spätestens 20 Uhr wieder auf den Weg nach Krün und Wallgau auf der Nachtstrecke. Nur wenige verbleiben im Geigenbauort aus Angst vor dem unbeständigen Wetter. Mehr und mehr marschiert jeder für sich, eine teils bedrückende, teils aber auch wohltuende Stille macht sich breit.

Nur ein harter Kern kommt ins Ziel

Bis schließlich die Hälfte der Nachtstrecke geschafft ist – denn auf der Maxhütte herrscht sogar noch weit nach Mitternacht Volksfest-Stimmung. Zahlreiche Wanderer haben sich nun dem Genuss des Barbetriebes verschrieben, für manche ist es auch die letzte Station. Das schmackhafte Bier ist verlockender als die letzten Kilometer. Leider verpassen diese das Uferfest am Grubsee.

Der Sonnenaufgang bleibt leider hinter der dicken Wolkendecke verborgen. Die Erinnerung jedoch bleibt. Denn nach über 64 Stationen und 24 Stunden geht es über die Buckelwiesen nun dem Ende entgegen. Nur mehr ein harter Kern kommt zu Fuß Sonntagfrüh an. „Der letzte kam um halb acht“, erklärte eine sichtlich müde Stephanie Lindhoff von der Alpenwelt Karwendel. Viel geschlafen hat sie nicht. Denn auch das Organisationskomitee rund um Bap Koller und Co. waren 24 Stunden lang im Einsatz. Das Resümee: „Keine Verletzten und alle sind gut angekommen.“ Und dass ist doch das Wichtigste.

24 Stunden von Bayern: Das sind die Bilder

Josef Hornsteiner

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