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Schon 20 Katzen sind im Oberen Isartal schon verschwunden, und dass nicht zum ersten Mal.

Angst im Oberen Isartal

Schon 20 Miezen weg: Sind Katzenfänger unterwegs?

Oberes Isartal - Rund 20 Katzen sind in den letzten Wochen im Isartal verschwunden. Die Angst vor Katzenfängern ist groß. Schließlich verschwinden nicht das erste Mal etliche Vierbeiner...

Die Isartaler Katzenbesitzer leben in Angst: Rund 20 Tiere sind in den vergangenen Wochen spurlos verschwunden. „Das zieht sich durch alle Orte, von Mittenwald bis nach Wallgau und Krün“, sagt Max Kastenberger. Der Vorsitzende des Mittenwalder Tierschutzvereins ist selbst Katzenbesitzer. Sein Kater kam bislang jeden Abend heim, „Gott sei Dank“.

Was den vermissten Tieren passiert ist, „daran mag man gar nicht denken“. Kastenberger vermutet „eine organisierte Bande hinter dem Verschwinden“. Profi-Täter, die die Tiere fangen. Für Versuche oder als Fellieferanten.

Daran glaubt Tessy Lödermann nicht. „Für Tierversuche dürfen in Deutschland nur speziell gezüchtete und gekennzeichnete Tiere verwendet werden“, unterstreicht die Vorsitzende des Tierschutzvereins im Landkreis. Und Jacken mit Pelzkragen, für die tatsächlich oft Katzenfell verarbeitet wird, „kommen häufig aus China und Taiwan“.

Bei der Mittenwalder Polizei ist bislang keine Vermisstenanzeige aus dem Isartal eingegangen. „Viele Leute scheuen sich und suchen lieber mit Zetteln“, sagt Polizistin Claudia Zirngibl.

Von denen hängen derzeit einige in Mittenwald an Bäumen und Laternen. Lödermann vermutet eher Katzenhasser hinter dem Verschwinden. „Solche Fälle hatten wir schon mal vor einigen Jahren in Mittenwald“, erinnert sie sich. Damals wurden mehrere Tiere gefangen und getötet. Bislang sind keine toten Tiere aufgetaucht. Doch auch Kastenberger hat diese Fälle nicht vergessen. Dass Katzen verschwinden „kommt turnusmäßig im Abstand mehrerer Jahre im Isartal immer wieder vor.“

Der Tierschützer will die Betroffenen sensibilisieren. Denn „wenn die Täter wissen, dass jeder Bescheid weiß und die Augen offen hält, sind sie relativ schnell wieder verschwunden“. Diese Erfahrung hat Kastenberger zumindest in den vergangenen Jahren gemacht.

Zudem rät Lödermann Besitzern, die Katzen „unbedingt chippen zu lassen und im Haustier-Register anzumelden“. Denn neben den Vierbeinern, die für immer verschwinden, landen bei ihr im Tierheim jährlich rund 200 Fundkatzen, von denen gerade einmal 60 wieder abgeholt werden. Tiere mit Chip können ihrem Besitzer direkt zugeordnet werden. Darum sollten auch Menschen, die eine Katze finden, sie beim Tierarzt nach einem Chip untersuchen lassen. Zudem sind Lödermann und ihre Mitarbeiter froh über jeden Besitzer, der sein vermisstes Tier meldet. Auch das kommt nicht sehr häufig vor. Acht Katzen wurden seit Juli aus Mittenwald als vermisst gemeldet.

Sollten tatsächlich organisierte Banden oder Katzenhasser am Werk sein, ist die Erfolgsaussicht gering. Darum gilt immer: „Die Augen offen halten und Beobachtungen melden“, untermauert die Tierheim-Leiterin. Wer beispielsweise Menschen sieht, die mit Katzenboxen unterwegs sind oder verdächtige Fahrzeuge ausmacht, „sollte sich das Kennzeichen aufschreiben“ und den Fall der Polizei melden. Ebenso wie „Nachbarn, die sich am Stammtisch damit brüsten, ein Viech ertränkt zu haben“. Auch diese traurigen Fälle kennt Lödermann zu Genüge.

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