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Stars zum Anfassen: (v. l.) Christof Jais, Hans Biederer und Christof Kriner gehen mit drei amerikanischen Ladies auf Tuchfühlung.

Wie die drei Werdenfelser ein Festzelt zum Beben bringen

Bayerns Export-Schlager: "Mittenwald-Jodelers" erobern Amerika

Mittenwald/Columbus - Zum sechsten Mal in Übersee: Die "Mittenwalder-Jodelers" traten wieder in den USA auf. Mit Schuhplattler, Lederhose und Jodler.

„Drei Tage Vollgas“ – so beschreibt Christof Kriner (52) den sechsten Abstecher in die Vereinigten Staaten. Als „Mittenwald-Jodelers“ brachten der Guff, dessen Sohn Christof Jais (17) und Hans Biederer (51) aus Grainau rund 3000 Bierzelt-Besucher beim deutsch-amerikanischen Freundschaftsfest im US-Bundesstaat Georgia zum Kochen. „Die waren voll happy: Schuhplattler, Lederhose und Jodler – dann bist da drüben der Held“, bringt es Kriner auf den Punkt.

Feiern im vollen Festzelt: Die deutsch-amerikanische Riesenfete ist eine Liebeserklärung an „good old Germany“.

Seit fünf Jahren gehört der bayerische Export-Schlager zu den Höhepunkten der Riesenfete irgendwo zwischen der Stadt Columbus und der Militärbasis Fort Benning am Uchee Creek. Jedenfalls ist es dort selbst im November schwül und heiß. Da steht bei mindestens 30 Grad einem das Wasser förmlich in der Krachledernen. Doch die Mittenwald-Jodelers meisterten ihre drei Auftritte mit Bravour. Neu dabei war diesmal Kriners Sohn Christof. Der Benjamin unter den schneidigen Mannsbildern war für Josef Schandl eingesprungen. Der Stuck’n-Seppi“ musste diesmal aus familiären Gründen passen. „Aber mein Bua hat ihn prächtig vertreten“, versichert der „Guff“. „Alles perfekt und einwandfrei“, was der Filius auf der Kontragitarre und am Mikrofon präsentierte. Was auch gut so ist, meint dessen Vater. „Wennst bei den Amis nicht singen und jodeln kannst, dann hast verloren.“

So aber rockten Kriner und Co. den Wies’n-Ableger in den Südstaaten. Das haben vorher auch zwei einheimische Gruppen in gebrochenem Deutsch probiert. „Sie haben sich bemüht“, gibt sich der Guff diplomatisch, „aber wir waren die richtigen Deutschen“. Mehr noch: Eine Vielzahl in Übersee erwiesen sich einmal mehr als „echte Bayernfans“. Selbst farbige Amerikaner zwängten sich in eine Art Lederhose. Freilich: Bei einem Werdenfelser Gaufest würden sie damit nur ein ungläubiges Lächeln ernten.

Aber so sind sie nun mal die Amerikaner – einfach bayern-crazy. Und große Anhänger von Donald Trump. „Die wollen alle ihn wählen“, berichtet Hans Biederer von politischen Gesprächen. Wenige Tage vor der heutigen Wahl liefen viele „Oktoberfest“-Besucher mit Trump-Masken herum. Eine Hillary Clinton hat im konservativen Georgia nicht den Hauch einer Chance.

Der Kampf ums Weiße Haus interessierte die drei Werdenfelser wenn überhaupt nur am Rande. Denn sie waren gebucht als Entertainer. Und nicht nur am Uchee Creek. Während ihres 14-tägigen Aufenthalts im brodelnden Süden verschlug es das Trio auch nach Miami im Sonnenstaat Florida. Dort packte es auf dem Pracht-Boulevard, der palmen-umsäumten Lincoln Avenue, die Ziach und Gitarre aus. Im Nu scharte sich eine Riesentraube ebenso erstaunter wie faszinierter Schaulustiger um die drei Exoten from „good old Germany“.

Ein wenig wundern mussten sich die drei Werenfelser in Key West bei den sogenannten Fantasy-Days. Dort laufen die Body-Painting-Teilnehmer an diesem Tag mehr oder weniger nackt herum. Dafür sind ihre Körper zum Teil sehr kunstvoll bemalt.

Wunderbare Eindrücke für den Guff, der erstmals mit seinem Freund Hans Biederer im Januar 2004 einer Einladung nach Amerika folgte. Damals spielten sie bei der Eröffnung des Hofbräuhauses in Las Vegas auf. Dem einmaligen Engagement in Nevada folgten die furiosen Auftritte in Georgia. Und es werden sicherlich noch mehr folgen. Davon zeigt sich Christof Kriner felsenfest überzeugt. Nur künftig werden sie wohl zu viert sein. Denn auch sein Sohn Christof ist auf den Geschmack gekommen. „Das war schon mordsmäßig beeindruckend für ihn.“

Christof Schnürer

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