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Die neuen Profis: Die fertig ausgebildeten Revierjäger erhalten im Rahmen der Jubiläumsfeier ihre Freisprechung.

Ernste Worte beim 60-jährigen Bestehen des Bunds Bayerischer Berufsjäger

Wolf und Biber schreien nach Fachpersonal

Wallgau - Vor 60 Jahren haben 117 Berufsjäger im Münchner Löwenbräukeller einen selbstständigen Verband gegründet. Seither blicken die Jäger auf „wechselvolle Jahrzehnte“ zurück, wie Forstminister Helmut Brunner (CSU) weiß. Im Wallgauer Haus des Gastes wurde gefeiert. Gleichzeitig erhielten 15 neue Revierjäger ihre Freisprechung – aber nur drei haben bisher eine feste Anstellung.

„Da gibt es noch Nachholbedarf“, verdeutlicht Freiherr Eberhard von Gemmingen-Hornberg zum Thema Festanstellung der Berufsjäger. In einer emotionalen Festrede wies er auf den schwierigen Stand der heutigen Berufsjäger hin. „Die Jagd verändert sich“, ist er sich sicher. Vor allem das Berufsbild soll künftig „breiter gefächert“ und das Personal damit offener für Neues werden. Denn der Freiherr weiß, dass es „beim klassischen Revierdienst nicht mehr bleiben wird“. In Anbetracht der Rückkehr des Wolfes, des Wildschweins oder des Biber-Bestands benötige man heute mehr denn je „Fachpersonal“, da der „Kopf der Regierung“ bei diesem Thema „tief im Sand“ stecke.

Als „Meister der Öffentlichkeitsarbeit“ muss der Jäger die Menschen bei der Hand nehmen und ihnen die Natur samt Tierwelt näher bringen, anstatt das „Wild vor den Menschen zu verstecken“. Führungen mit Schulklassen oder Vereinen wären zwar mühsam, „aber es lohne sich“, um mehr für die Wichtigkeit dieses Berufes zu sensibilisieren.

Zudem sollten mehr Frauen Begeisterung für die Jagd gewinnen, damit diese „weiblicher wird“. Raus aus der puren Männerdomäne also, hinein in die Arbeit als „Anwalt der Natur“. Denn die Jäger stehen heute mehr denn je zwischen den Fronten verschiedenster Interessensgruppen wie zwischen Forst, Natur- und Tierschützern.

Freiherr von Gemmingen-Hornberg machte aber deutlich, dass Tierschützer und -rechtler klar zu unterscheiden seien. „Tierrechtsorganisationen wie PETA stellen das Tier teilweise sogar über den Menschen“ und würden „Jäger als Mörder“ bezeichnen. Für den Baron sind dies „Extremisten“, mit denen sich auch künftig immer mehr Jäger auseinandersetzen müssten. „Denn eines haben alle gemein, vom Hardcore-Veganer über Naturschützer bis hin zum Jäger: Sie lieben die Natur.“

Für den Vorsitzenden des Bunds Bayerischer Berufsjäger, Maximilian Keler, ist das 60-jährige Verbandsbestehen nur „ein kurzer Augenblick“ in Anbetracht dessen, wie lange der Mensch bereits jagt – nämlich schon immer. Doch sieht er „mit Dankbarkeit“ auf die vergangenen sechs Jahrzehnte zurück. Denn seither wurde „die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Verbänden, Verwaltungen, Ministerien und Förderern intensiviert“. Dass die Veranstaltung in Wallgau stattfindet, war für ihn klar: „Hier in den Bergen sind die meisten Berufsjäger tätig.“

Unter den 15 fertig ausgebildeten Revierjägern war auch ein Isartaler dabei. Der Mittenwalder Andreas Neuner (Hackl) hat sehr erfolgreich seine Prüfung bestanden und könnte nun bald in heimischen Gefilden eingesetzt werden. Diese jungen Profis seien auch „ein wichtiger Bestandteil im Jagdkonzept der Bayerischen Staatsforsten“, wie Martin Neumeyer erklärt. Denn gerade im Hochgebirge würden die Berufsjäger eine besondere Verantwortung für die vielfältigen Schutzfunktionen der Bergwälder tragen.

Erklärter Wille der Staatsforsten ist es, sie noch intensiver in die Abläufe der Forstbetriebe einzubinden und verstärkt im jagdlichen Management einzusetzen. „Beispielsweise die Weiterentwicklung der regionalen Konzepte, die Betreuung von Jagderlaubnisnehmern, aber auch die Umsetzung von Teilen der regionalen Naturschutzkonzepte.“


Josef Hornsteiner

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