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Der Standort des Chalet-Dorfs.

Plötzliche Wende beim Bauvorhaben

Chalet-Dorf: Ein Geschenk an Müller-Elmau?

Elmau - Der Bau des Chalet-Dorfs wird befürwortet. Das schließen die Grünen-Politiker Lödermann und Stamm zumindest aus einer Mitteilung - und sind nicht gerade erfreut. Ein Antrag an den Landtag folgt. 

Es ist ruhig geworden um das Chalet-Dorf „Gut Elmau“, das Schlossherr Dietmar Müller-Elmau seit Jahren plant. Das Elf-Millionen-Euro-Projekt hatte sich zum Präzedenzfall entwickelt. Deshalb gab es bisher noch keine Baugenehmigung. Der Freistaat läutete die Prüfungsphase ein. Jetzt nimmt die Angelegenheit wieder Fahrt auf. Seit bei Tessy Lödermann das Antwortschreiben auf eine Anfrage beim Landratsamt landete, deren Inhalt bei ihr auf Unverständnis stößt.

Es ist ein Satz, der die ehemalige Grünen-Landtagsabgeordnete hellhörig werden lässt. Wie ihr Regierungsrätin Verena Seeberger mitteilt, hat das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat die Gemeinde Krün über den Planungsstand informiert. Demnach gibt es neue Erkenntnisse in puncto Landesentwicklungsplan (LEP), in dem das sogenannte Anbindungsgebot verankert ist. Dieses besagt, dass sich neue Projekte an bestehende Gebäudegruppen anfügen müssen. Außer, es fällt in die Ausnahmeregelung für Beherbergungsbetriebe. Genau die trifft nun auf das „Gut Elmau“ mit elf Luxuschalets, einem Landgasthof mit Spa-Bereich, Sauna und Swimmingpool zu.

„Das kann ich nicht stillschweigend hinnehmen“, sagt die Garmisch-Partenkirchnerin. Sie liest zwischen den Zeilen. Daraus schließt die Leiterin des Tierheims Werdenfels nämlich, dass der Bau befürwortet wird. Entgegen der naturschutzfachlichen Bedenken der Regierung von Oberbayern und des Landratsamtes, weil die Fläche an Schutzgebiete angrenzt.

Für Lödermann und Landtagsabgeordnete Claudia Stamm (Bündnis 90/Die Grünen) hat die „fragwürdige Entscheidung“ einen mehr als faden Beigeschmack. In einer Pressemitteilung nennen sie die Ausnahmegenehmigung einen „Sündenfall“, offenbar veranlasst mit „ausdrücklichem Segen des CSU-Ministers Markus Söder“.

Stamm geht noch einen Schritt weiter. „Wie im schlechten Film komme ich mir vor“, kommentiert sie die Wende. Sie fordert eine vollständige Aufklärung des Vorgangs und kündigt an, nach den Pfingstferien eine entsprechende Anfrage im Landtag zu stellen. „Ich hab’ doch selbst in mehreren Telefonaten mit der Regierung von Oberbayern deren fachliche Bedenken gehört. Deswegen muss klar werden, wer hier warum Druck ausübt, um Herrn Müller-Elmau ein weiteres Geschenk zu machen.“ Eine Stellungnahme seitens der Regierung ist in den nächsten Tagen zu erwarten, von Schloss Elmau voraussichtlich in zwei Wochen.

Ob der Bau tatsächlich umgesetzt wird, steht aber noch nicht fest, macht Landrat Anton Speer deutlich, der sich vor einem Jahr wegen der Lage des Chalets-Dorfs in sensibler Landschaft kritisch äußerte: Es sei nicht gesagt, dass die Gemeinde Krün als Trägerin der Planungshoheit die Planungen weiterführen möchte. Auskünfte aus der Kommune gibt es bislang nicht, Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) weilt derzeit im Urlaub. Aber: Bisher jedenfalls stand der Gemeinderat den Plänen Müller-Elmaus aufgeschlossen gegenüber.

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