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Welcome Mister President: Alfred Höbel, Dirigent der Musikkapelle Krün, schüttelt Barack Obama die Hand. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (ab 2. v. r.) verfolgen den großen Moment des Uffingers beim legendären Empfang auf dem Rathausplatz.

Krün und der legendäre Obama-Besuch

G7-Gipfel: Museumspläne so gut wie vom Tisch

Krün - Der G7-Gipfel 2015 soll in Krün in ewiger Erinnerung bleiben. Doch der Traum von einem Museum im Ortsteil Klais ist erst mal vom Tisch. Dafür soll sich im Rathaus was tun.

Museum, das Wort war Thomas Schwarzenberger (CSU) von Anfang an zu groß. „Wir haben nie von einem Museum gesprochen“, rückt der Krüner Bürgermeister im Namen seiner Gemeinderäte zu recht. „Räumlichkeiten“ schwebten ihnen vor. Ein kleines Gebäude in Klais, um schwerpunktmäßig an den G7-Gipfel im Landkreis und am Rande an den Obama-Besuch 2015 in Krün zu erinnern. Zugleich stellten sie sich im Rathaus „ein kleines Eck“ vor, zum Beispiel im Lesesaal, in dem sie vor allem an das legendäre Obama-Weißwurst-Frühstück auf dem Rathausplatz erinnern. Die Pläne für Klais sind in weite Ferne gerückt. Die Idee für Krün aber wurde ausgebaut.

Im bisherigen Sitzungssaal will die Gemeinde eine Ausstellung zu diesem einzigartigen und historischen Ereignis am 7. Juni 2015 einrichten, von dem Bilderbuch-Bilder um die Welt gingen: Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama bei Weißwurst, Bier und Brezen auf dem Rathausplatz. Einstimmig haben die Gemeinderäte bereits beschlossen: Für diese Schau räumen sie ihren Sitzungssaal und werden künftig im Lesesaal tagen. Doch soll’s nicht irgendeine Ausstellung werden mit ein paar Bildern und nettem Text. Zeitzeugen werden eine wesentliche Rollenspielen, die in Videobeiträgen aus ihrer Sicht auf den Politiker-Besuch blicken.

150 000 Euro hat Krün für dieses Projekt in den Haushalt eingestellt. Diese „grobe Kostenschätzung“ aber sei hoch angesetzt, betont Schwarzenberger. Er zeigt sich überzeugt von dieser Ausstellungs-Lösung. „Hier halten sich Unterhalt und Aufwand in Grenzen.“ Was in seinen Augen für die Version in Klais nicht der Fall ist.

Das Museum, das nie ein Museum werden sollte, ist in Schwarzenbergers Augen „nicht darstellbar“. Zwischen 250 000 und 400 000 Euro könnte der Neubau kosten. Hinzu kommt der Unterhalt samt Personal und Strom. Und das für eine Ausstellung, die mit einem hohen Risiko verbunden ist. „Was ist in fünf oder sechs Jahren?“, fragt Schwarzenberger rhetorisch – und skeptisch. Wer will sich 2022 noch über den G7-Gipfel 2015 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen informieren? Die Kosten „stehen in keinem Verhältnis vor der Gefahr, dass dafür kein langfristiges Interesse besteht“. Als „gestorben“ bezeichnet er die Klaiser Variante nicht. Er drückt sich diplomatisch aus. „Wir verfolgen das Ganze nicht mit letzter Konsequenz.“

Für beide Varianten stehen 60 Prozent an Zuschüssen in Aussicht. Für die Ausstellung in Krün bestehen sowohl über das EU-Förderprogramm LEADER, das ländliche Regionen unterstützt, als auch über die bayerische Staatsregierung Zuschussmöglichkeiten. Am Mittwoch erst hat sich der Bürgermeister in München mit den zuständigen Mitarbeitern unterhalten, welche Teile der Freistaat unterstützen könnte.

Im Februar hatte der Kreisausschuss 25 000 Euro als Zuschuss für eine G7-Landkreis-Ausstellung in den Kreishaushalt eingestellt – als „Sicherheitsansatz“. Für die kleine Krün-Lösung steht dieses Geld nicht zur Verfügung.

Sobald nun alle Fragen geklärt sind, wird die Gemeinde ihren Förderantrag einreichen. Danach bringt sie die Ausschreibungen auf den Weg. Gewünscht hätte sich Schwarzenberger natürlich, die Ausstellung genau ein Jahr nach dem G7-Gipfel zu präsentieren. Jetzt hofft er, „dass wir 2016 ein gutes Stück vorankommen“. Ob er allerdings die Schau noch in diesem Jahr eröffnet, „das möchte ich nicht sagen".

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