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Aus der Traum: Das LF 8 muss nach 30 Jahren abgegeben werden – zum Leidwesen von Anton Simon.

Streit um alten Unimog

Gemeinde lässt Feuerwehr abblitzen

Krün - Braucht die Krüner Wehr fünf Fahrzeuge? Der Gemeinderat sagt ganz klar: nein. Nach einem Mehrheitsbeschluss (8:2) soll der Unimog LF 8 nun doch verkauft werden.

Die Feuerwehr Krün rückte am Dienstagabend mit geballter Macht an. 36 Mitglieder nahmen im Sitzungssaal des Krüner Rathauses Platz. Die Botschaft an den Gemeinderat war klar: Wir sind eine starke und entschlossene Gemeinschaft. Allein geholfen hat es nichts: Die Volksvertreter erteilten der Wehr mit 8:2 Stimmen eine deutliche Abfuhr. „Es ist so, wie es ist“, meint Kommandant Anton Simon. „Den Gegenwind hatten wir schon länger gespürt.“

Und zwar im Falle eines in die Jahre gekommenen Unimogs. Dieses Löschfahrzeug LF 8 wollte die Feuerwehr unbedingt behalten, weil sich das 30 Jahre alte Vehikel im Einsatz bestens bewährt habe, so der allgemeine Tenor bei Simon und Co. Der entsprechende Antrag, das LF 8 im Fuhrpark zu belassen, wurde nun regelrecht abgeschmettert. „Es geht schließlich auch um die Verhältnismäßigkeit“, sagte Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) in seinen einleitenden Worten. Für den ehemaligen Kommandanten der Wehr steht außer Frage: Das 1900-Seelendorf Krün braucht keine fünf Fahrzeuge im Gerätehaus. „Das ist für die Gemeinde nicht leistbar, nicht darstellbar und nicht notwendig.“

Dem Tag der Entscheidung waren offenbar lebhafte Gespräche im Hintergrund vorausgegangen. Zur Vorgeschichte: Wegen des G7-Gipfels in Schloss Elmau hatte im Vorjahr die Wehr ein hochgerüstetes Löschfahrzeug (LF 10), Anschaffungspreis 360 000 Euro (70 Prozent bezahlte der Freistaat) erhalten – und obendrein ein Mehrzweckgefährt (180 000 Euro). Dafür sollte der in die Jahre gekommene Unimog abgegeben werden. Das war der Deal zwischen Gemeinde und Feuerwehr. Aber diese scheint den LF 8 so lieb gewonnen zu haben, dass sie nun dessen Verbleib beantragte.

In Georg Schober und Ferdinand Glasl (beide Aktiv für Krün) fanden die Wehrleute die einzigen Fürsprecher im Rat. „Ein Waldarbeiter-Einsatz rechtfertigt den LF 8 allemal“, meinte Glasl. „Lass’ doch nur mal Schlechtwetter sein, und der Hubschrauber kann nicht fliegen.“ Doch dieses Argument lässt der Bürgermeister nicht gelten. „Dann müssen wir auch eine Drehleiter kaufen.“ Die rettet auch Leben.

Mathias Gschwendtner (CSU) sieht beim Belassen des LF 8 ein Platzproblem. Dann müsse wegen der vielen Fahrzeuge der Bauhof, der sich derzeit das Gerätehaus mit der Wehr noch teilt, sofort ins Gewerbegebiet umziehen. Um dann die zu erwartenden Baukosten von einer Million zu schultern, müsste laut Gschwendtner die Grundsteuer massiv angehoben werden. „Das trifft jeden Bürger, wir kommen da in Zugzwang.“ Damit erntete der Schoggl-Bauer bei Schober nur Unverständnis. „Es ist doch weit hergeholt, den Bau des Bauhofs mit dem Unimog in Verbindung zu bringen. Das ist unfair.“ Überhaupt fand der Hotelier: „Ich sehe keinen Sinn, ein Fahrzeug in Topzustand für einen Spottpreis abzugeben.“ Schobers Schwager Lothar Ragaller junior (Bürgerliche Wählergemeinschaft) hat eine konträr andere Meinung. Bei einem anderen Tagesordnungspunkt (Mittagsbetreuung in der Schule) hatte er bereits gefrozzelt: „Es kann ja nicht sein, dass wir irgendwann mehr Feuerwehrautos wie Kinder haben.“

„Das zeugt von fachlicher Kompetenz“, beantwortet Kommandant Simon gegenüber dem Tagblatt die Ragaller-Sichtweise mit Sarkasmus. Noch einmal versuchte Glasl, seine Kollegen mit technischen Argumenten zu überzeugen. Mit dem Unimog könne man auch in schwierigem Gelände gute Arbeit leisten. Aber wieviel Aktive können unter solchen erschwerten Bedingungen das LF 8 vernünftig steuern?, fragte Schwarzenberger zurück.

Keine Antwort von Glasl – dafür vom Kommandanten: „Wir haben 23 ausgebildete Fahrer, die auch Geländetraining absolvieren“, versichert Simon. Doch die Mehrheit im Gemeinderat hielt an seiner Sichtweise fest. „Liebe Kameraden der Feuerwehr, wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, meinte der Bürgermeister in seinem Schlusswort. „Ich hoffe, sie führt nicht zum Bruch.“ Christof Schnürer

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