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Sind startbereit: (v.l.) Architekt Lorenz Pobitzer, Bürgermeister Adolf Hornsteiner, Eigentümer Ulrich Franzky und der Berater für Statik und Konstruktion, Michael Schwind.

Grundstücks-Coup in Mittenwald

Millionen-Deal: Latscheneck verkauft

Mittenwald - Das verwaiste Hotel Latscheneck in Mittenwald hat einen neuen Investor gefunden. Ulrich Franzky plant, am Kaffeefeld ein Vier-Sterne-Superior-Hotel zu bauen.

Die Katze ist aus dem Sack. Das ehemalige Hotel Latscheneck, das in Traumlage über Mittenwald thront, wechselt den Eigentümer. Noch im März dieses Jahres hatte der bisherige Besitzer, der Zahntechnik-Unternehmer Andreas Scheuermann aus Oberhausen (Landkreis Weilheim-Schongau), erste Anspielungen gemacht, druckste aber noch herum. Den Namen seines potenziellen Nachfolgers gab er nicht preis. Jetzt tritt dieser selbst an die Öffentlichkeit: Der neue Herr über das traditionelle Haus am Kaffeefeld ist Ulrich Franzky. Der Münchner Unternehmer hat dort oben auf 1100 Metern viel vor.

Fünf Jahre lang haben Franzky, der seit 2000 selbstständig im IT-Bereich tätig ist, und seine Ehefrau, eine Unternehmensberaterin, nach einem geeigneten Objekt gesucht. „Es war einfach an der Zeit, etwas anderes auf die Beine zu stellen.“ Vor etwa eineinhalb Jahren entstand schließlich der Kontakt zu Scheuermann. Das Areal besichtigt, sprang der Funke sofort über. „Wir waren von Anfang an begeistert von der Lage.“ Überlegt, geprüft, zugeschlagen. Franzky will das seit Jahren verwaiste Hotel aus dem Dornröschenschlaf erwecken.

Die neu gegründete „Mountain Resort Mittenwald GmbH – ansässig in der Marktgemeinde – beabsichtigt, das erste Vier-Sterne-Superior-Hotel des Ortes zu errichten. Dafür wird das alte Gebäude abgerissen. „Das macht nur Sinn, wenn wir neu bauen“, sagt Franzky. Geplant ist ein Haus für Natur- und Aktivurlauber, Individualreisende und Familien mit zusammenhängenden einzelnen „nicht so wuchtigen“ Gebäudekomplexen, die 75 Zimmer und 150 Betten beherbergen. Neben einem gehobenen, nur für die Hotelgäste zugänglichem Restaurant mit Lounge-Bereich soll auch ein A-la-carte-Restaurant entstehen. Dort können Touristen und Wanderer ganz im Sinne des alten Latschenecks einkehren. Das Konzept enthält außerdem multifunktionale Tagungsräume, einen Erholungs- und Fitnessbereich, ein Base-Camp für Bergsteiger, einen innovativ gestalteten Sport- und Aktivitätenraum sowie einen Wellnessbereich mit Innen- und Außenpool. Wichtig bei der Umsetzung ist Franzky und dem Architekten Lorenz Pobitzer vom zuständigen Büro in Bozen, dass das neue Hotel in den Berg hineinwächst. Deshalb soll das Gelände so wenig wie möglich angetastet werden. Ganz im Sinne des Umweltschutzes.

Die Verschmelzung mit der Natur und der Mittenwalder Tradition will der Eigentümer unbedingt berücksichtigen. Durch architektonische Elemente wie Panoramafenster mit Rundblick sollen die besonderen Merkmale des Standortes verstärkt werden. Selbst beim geplanten Satteldach lehnt man sich an die typische Bauweise der Marktgemeinde an. Darüber hinaus kommt der Parkplatz weg. Stattdessen bietet eine Tiefgarage Raum für rund 75 Fahrzeuge. „Autos sollen aus dem Bild verschwinden“, sagt Franzky. Das gehört für ihn und den Südtiroler zur Erholung dazu. Das Motto des „Mountain Resort Mittenwald“ heißt: Ankommen und sofort in den Urlaub starten.

Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) ist von dem Vorhaben absolut begeistert. Von den Plänen an sich, von den circa 50 neuen Vollzeit-Arbeitsplätzen, der Ankurbelung des Tourismus – naja, und sicher auch wegen der Gewerbesteuereinnahmen. Wann die Bagger anrollen, kann aber noch niemand genau sagen. Erste positive Rückmeldungen seitens der Behörden gab es laut dem Bürgermeister schon. Am Mittwoch standen geologische Baugrunduntersuchungen an. Die sind wichtig, um die Kosten – noch stehen sie nicht fest – zu kalkulieren.

Ein Ziel hat sich der Eigentümer bei seinem Projekt schon gesteckt: Wenn die Baugenehmigung vorliegt, würde er Mittenwalds erstes Vier-Sterne-Superior-Hotel am liebsten innerhalb von 15 Monaten in dieser erlesenen Lage realisieren.

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