Vorzeige-Betrieb: Im Vier-Sterne-Plus-Hotel Das Kranzbach liegt die Auslastung bei rund 75 Prozent. foto: fkn

"Jedes leere Bett ist ein verlorenes Bett"

Krün - Manch kleiner Vermieter in Krün muss kämpfen. Denn um auch noch investieren zu können, brauchen sie an mindestens 130 Tagen Gäste. Sonst wird’s eng mit einem Bankkredit...

Die Auslastungs-Statistik von 2012 zeigt: „Von der Summe her war das vergangene ein gutes Jahr“, fasst Bürgermeister Thomas Schwarzenberger die Zahlen zusammen. 95 329 Ankünfte und 496 137 Übernachtungen, die die insgesamt 219 Vermietungsbetriebe in Krün generierten, sind ordentlich

Besonders häufig sind die Betten in den sieben Hotels belegt. Eine Auslastung von 233,72 Tagen und 64,03 Prozent lässt Luft zum Atmen. Wenig Sorgen müssen sich vor allem die Ganzjahresbetriebe und Top-Adressen machen. Das Vier-Sterne-Plus-Haus Das Kranzbach beispielsweise hatte 2012 eine Auslastung von 75 Prozent, das entspricht einem voll belegten Haus an 220 Tagen.

Pensionsbetreiber und private Vermieter, die von der Saison abhängig sind, müssen stärker kämpfen. „Es gibt viele Betriebe, die unter der 40-Prozent-Marke liegen“, weiß der Rathauschef. Laut Bayerischem Hotel- und Gaststättenverband leben Vermieter mit Auslastungen unter 40 Prozent von der Substanz.

Entscheidend sind gute Werte auch für die Bank: Wer einen Kredit haben will, um in sein Haus investieren zu können, sollte eine Auslastung von 130 Tagen vorweisen können. „Das ist schon die unterste Grenze“, bestätigt Peter Reindl, Vorstand der Raiffeisenbank Krün-Wallgau. Zumindest für gewerbliche Unternehmen. Bei Familienbetrieben wird’s unter 120 Tagen Auslastung „sehr bedenklich“. Reindl beobachtet, dass sich immer mehr Hausbesitzer überlegen, ob sie in ihren Wohnungen Urlauber unterbringen oder sie fest vermieten. „Früher war das gar kein Thema. Da waren Ferienwohnungen ein Selbstläufer.“

Damit niemand die Entscheidung zur Betreuung von Gästen bereut, müssen die Zimmer voll sein. Denn „jedes leere Bett ist ein verlorenes Bett“, unterstreicht der Bürgermeister. Darum regte Georg Schober im Gemeinderat eine Ausweitung der Saison an. „In der Hochsaison im Sommer sind die Zimmer voll, da können wir nicht zulegen“, sagte er. Anders sieht das im Frühjahr und Herbst aus. Um die Touristen in den Zeiten zu locken, müsse aber ein attraktives Angebot geschaffen werden, betonte Schober.

Janine Tokarski

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