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Nächster Gerichtstermin: Ob Wolfgang W. Reich (r.) und sein getreuer Gehilfe Patrick Kenntner heute wieder gemeinsam vor Justitia sitzen, bleibt die spannende Frage.

Ein Kommen und ein Gehen

Karwendelbahn: Die Rückkehr einer alten Bekannten?

Mittenwald - Es ist ein Krimi, der sich bei der Karwendelbahn Mittenwald abspielt. Heute steht die nächste Gerichtsverhandlung in der Causa Sellmaier an – mit offenem Ende. Währenddessen grassieren in der Marktgemeinde Gerüchte über eine Personalie. Eine alte Bekannte soll wieder ihre Arbeit aufgenommen haben.

Die Vorgänge bei der Mittenwalder Karwendelbahn werden immer undurchsichtiger. Während in der Vergangenheit das Personalkarussel einige Runden drehte, Angestellte aus fadenscheinigen Gründen Kündigungen erhielten oder gleich freiwillig das Weite gesucht haben, soll nun der Posten des Betriebsleiters wieder besetzt sein. Zumindest grassiert dieses Gerücht hartnäckig in der Marktgemeinde und unter Insidern. Demnach hat die frühere Technik-Chefin Birgit Bohne gestern ihre Arbeit wieder aufgenommen.

Packt sie wieder an? Gerüchten zufolge arbeitet Birgit Bohne erneut als Technik-Chefin.

Von der Rückkehr der Niederösterreicherin, weiß Zweiter Bürgermeister Gerhard Schöner auch nur vom Hörensagen. „Das wird im Ort gemunkelt“, sagt der Aufsichtsrat. Eine offizielle Meldung über die Anstellung hat er nicht bekommen. „Ich wäre bitter enttäuscht, wenn ich keine Info erhalten hätte.“ Der geschasste Betriebsratsvorsitzende und Aufsichtsratsmitglied Stefan Sellmaier, der über Bohnes Neustart bei der Karwendelbahn ebenfalls gehört hat, kann sich darauf keinen Reim machen. Er hält viel von der Technikerin, die vor knapp sechs Jahren wegen Misstimmungen mit dem Ex-Geschäftsführer Erhard Bender die Segel strich. „Sie ist supergut und war eine nette Arbeitskollegin“, bescheinigt ihr Sellmaier. Warum sie gerade jetzt, in dieser schwierigen Phase, zur Bahn zurückkehrt und „bei Reich anfängt“, das „verwundert mich“.

Auf Tagblatt-Nachfrage bei der Karwendelbahn blockt Patrick Kenntner, der verlängerte Arm von besagtem Wolfgang W. Reich, der umstrittene Mann aus Heidenheim, der seit rund dreieinhalb Jahren die Fäden bei der Bahn zieht, schnell ab. „Davon weiß ich nichts“, betont er und bittet um eine schriftliche Anfrage. Eine Antwort darauf, und ob ein persönliches Gespräch mit Bohne möglich sei, blieb bisher in gewohnter Manier aus.

Dem Vernehmen nach soll es aber einen einfachen Grund für Bohnes Reaktivierung geben. Druck von höheren Instanzen. Aus gut informierten Kreisen heißt es, die Seilbahnaufsicht der Regierung von Oberbayern habe ein Machtwort gesprochen und auf die Anstellung eines Betriebsleiters gepocht.

Während die Österreicherin vermutlich wieder ihrer alten Tätigkeit nachgeht, muss Sellmaier noch bangen. Nachdem er erst suspendiert, schließlich auch noch ordentlich entlassen wurde und daraufhin eine Kündigungsschutzklage veranlasste, steht am Donnerstag der Gütetermin am Arbeitsgericht Weilheim an (Beginn: 10.45 Uhr im Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen). Der Betriebsratsvorsitzende gibt sich angesichts des für ihn positiven Urteils der Verhandlung Ende April gelassen – und zuversichtlich, dass er seine Arbeit bald wieder aufnehmen kann. Richter Dr. Tobias Romeikat habe gemerkt, welche Schiene Reich fahre. Gespannt ist Sellmaier dennoch, welche Argumente dieser „aus dem Hut zaubern wird“.

Dass Reich, bislang Vorstand mit Aniko Köpf – einer Frau, die in Mittenwald keiner kennt und die nur bei der Aktionärsversammlung 2015 als Schriftführerin in Erscheinung getreten sein soll – teilnimmt, davon geht Sellmaier aus. Mittlerweile ist der vorbestrafte Reich, der von Köpf eine Weisungsbefugnis bekommen hat, als Vorstand aus dem Impressum der Bahn verschwunden. Wie auf der Internetseite www.unternehmensregister.de nachzulesen ist, wurde der Heidenheimer am 12. Mai von Amtswegen als Vorstand gelöscht.

Für Sellmaier ist die ganze Sache mit dem morgigen Tag und dem folgenden Urteil allerdings noch nicht abgehakt. Reichs Zuarbeiter Kenntner hat ihn wegen Körperverletzung angezeigt, weil er ihm am 8. Februar 2016 bei der Arbeit in der Werkstatt der Karwendelbahn absichtlich auf den Fuß getreten sei. „Das ist lächerlich“, betont der Krüner. Eine leise Ahnung, was hinter diesem Vorgehen steckt, hat er. Mehr möchte er angesichts des Gerichtstermins nicht sagen.

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